Heute ist der 5.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Hotelmarkt von Nordrhein-Westfalen. Man könnte sagen, die Lage ist stabil, doch was genau bedeutet das für Investoren, Betreiber und Reisende? Der neue Marktbericht der Schollen Hotelberatung, der die zwölf wichtigsten Hotelstandorte des Bundeslandes unter die Lupe nimmt, gibt Licht ins Dunkel. Hier wird nicht nur das Angebot und die Nachfrage analysiert, sondern auch die Hotelkennzahlen, Marken- und Betreiberstrukturen sowie die Projektpipeline – ein Rundum-Paket für alle, die im Hotelgeschäft tätig sind.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Rund 20,8 Millionen Hotelübernachtungen entfallen auf die zwölf untersuchten Städte, die den Großteil des klassischen Hotelmarktes in NRW ausmachen. Das Bettenangebot in diesen Top-12-Märkten beläuft sich auf etwa 128.000 Hotelbetten. Köln und Düsseldorf haben sich als die führenden Hotelinvestmentmärkte etabliert. Köln steht an der Spitze mit einem beeindruckenden Scoring von 8,7 Punkten, während Düsseldorf mit 8 Punkten auf dem zweiten Platz rangiert. Köln glänzt durch seine Marktgröße, hohe Nachfrage und positive Perspektiven, während Düsseldorf sich in einer Konsolidierungsphase nach einer Angebotsausweitung befindet.
Attraktive Sekundärmärkte und solide Businessmärkte
Schaut man sich die Sekundärmärkte an, so sticht Münster hervor, das mit einer hohen Auslastung bei begrenztem Angebot aufwartet. Bonn, als Bundesstadt und UN-Standort, überzeugt mit stabilen Kennzahlen. Aachen profitiert von internationaler Nachfrage, dank seiner Universität und des starken Technologieprofils. Auf der anderen Seite haben Dortmund, Essen und Bochum sich als solide Businessmärkte positioniert. Während kleinere Märkte wie Bielefeld, Duisburg, Wuppertal und Oberhausen etwas ins Hintertreffen geraten sind, bleibt die Investitionsdynamik dort eher begrenzt und die Konsolidierungsphasen variieren stark.
Die Projektpipeline in den Top-12-Städten umfasst rund 5.700 geplante Zimmer, wobei der Fokus klar auf Köln und Düsseldorf liegt. Die Zurückhaltung bei Neuentwicklungen und Transaktionen könnte jedoch künftig stabilere Auslastungen zur Folge haben. Ursprünglich waren die Pläne für viele neue Hotels ambitioniert, doch die Realität sieht in Zeiten nach der Pandemie etwas anders aus.
Neueröffnungen und Re-Brandings
In Düsseldorf gibt es spannende Entwicklungen: Im letzten Quartal 2024 eröffneten das Motel One The Cloud mit 157 Zimmern und das Tribe (ehemals IntercityHotel) mit 146 Zimmern. Auch in Köln wird es spannend – dort stehen die Eröffnungen des Yggotel Pirol von Novum mit 100 Zimmern sowie des Premier Inn Hotels Mediapark mit 190 Zimmern an. Interessant ist auch, dass die ehemaligen Courtyard-Hotels in Bochum und Gelsenkirchen nun als Welcome Hotels auftreten und das Ghotel hotel & living das erste Four Points Flex by Sheraton in Deutschland wird.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass der Markt in NRW zwar von einer gewissen Zurückhaltung geprägt ist, dennoch bleibt die Nachfrage auf einem soliden Niveau. Der Hotelinvestmentmarkt in NRW hat 2024 ein Transaktionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro erreicht, was auf das anhaltende Interesse der Investoren hinweist. Projekte wie der Verkauf des Moxy Hotels in Köln-Mülheim für ca. 45 Millionen Euro oder das Pullman Hotel für 66 Millionen Euro sind nur einige Beispiele, die die Dynamik des Marktes unterstreichen.
Für die kommenden Jahre wird eine vorsichtige Haltung bei Neuentwicklungen und im Transaktionsmarkt prognostiziert. Dennoch sind die Aussichten für die Übernachtungsnachfrage optimistisch, was möglicherweise dazu führt, dass der Markt in den nächsten Jahren wieder an Fahrt gewinnt. Es bleibt spannend, wie sich die Hotelszene in Nordrhein-Westfalen weiterentwickeln wird!