Heute ist der 25.09.2026 und in Thüringen brodelt es. Die Diskussion um die Einführung einer Kurtaxe für Geschäftsreisende sorgt für rege Debatten. Der Thüringer Heilbäderverband hat sich klar positioniert und fordert, dass auch Geschäftsreisende, die in den Heilbädern und Kurorten übernachten, einen Kurbeitrag zahlen sollen. Der Präsident des Heilbäderverbandes, Matthias Strejc, sieht in dieser Maßnahme eine wichtige Einnahmequelle für die 18 Heilbäder und Kurorte. Er rechnet sogar mit einem Anstieg der Einnahmen um etwa 15 Prozent. Das klingt für viele nach einer erfreulichen Nachricht. Schließlich könnte Bad Frankenhausen mit einem zusätzlichen Betrag von rund 30.000 Euro pro Jahr rechnen. Das wäre doch ein feiner Zubrot für die Region!

Doch nicht alle sind von dieser Idee begeistert. Der Thüringer Hotel- und Gaststättenverband Dehoga geht auf die Barrikaden. Präsident Mark Kühnelt hat sich lautstark gegen die Ausweitung der Kurabgabe ausgesprochen. „Die Argumentation der Befürworter ist nicht überzeugend“, sagt er. Oft ist es so, dass Geschäftsreisende in ihrer knappen Freizeit weder Kurparks noch kulturelle Veranstaltungen besuchen. Die Sorge wächst, dass diese neue Abgabe die Übernachtungspreise in die Höhe treiben könnte – und das wäre für Hotels in der Region ein echter Schlag ins Kontor.

Die unterschiedliche Sichtweise

Ein weiterer Punkt, der für Verwirrung sorgt: Das Thüringer Kommunalabgabengesetz sieht derzeit Ausnahmen für Geschäftsreisende vor. Das bedeutet, dass sie bisher von der Kurtaxe befreit sind. Wenn das Gesetz geändert wird, könnte das viele Hotels in eine schwierige Situation bringen. Kühnelt betont außerdem, dass die Diskussion um die Kurtaxe zu rechtfertigenden Erklärungen für die Mitarbeitenden in den Hotels führen könnte. Da stellt sich die Frage: Wie viel kann der Gast noch für seine Übernachtung zahlen, bevor das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr stimmt?

Einigkeit herrscht hingegen unter den drei Thüringer Industrie- und Handelskammern in Erfurt, Gera und Suhl, die ebenfalls gegen die Einführung der Kurtaxe sind. Ihr Argument: Geschäftsreisende kommen nicht in die Kurorte, um die touristischen Angebote zu nutzen. Sie haben in der Regel andere Prioritäten, schließlich sind sie ja geschäftlich unterwegs. Aber der Heilbäderverband sieht das anders und argumentiert, dass auch Geschäftsreisende in ihrer Freizeit die Vorzüge der Kurparks und kulturellen Veranstaltungen genießen.

Wohin geht die Reise?

Die Pläne für die Einführung der Kurtaxe werden beim Thüringer Bädertag in Bad Langensalza vorgestellt. Staatssekretär Marcus Malsch kündigte an, dass die Änderung des Kommunalabgabengesetzes den Weg für den Kurbeitrag freimachen soll. Die Diskussion um die Finanzierung der Heilbäder und die Gewinnung privater Investoren könnte in den kommenden Monaten ebenfalls an Fahrt aufnehmen. Matthias Strejc betont die Wichtigkeit privater Geldgeber, um frisches Kapital und neue Impulse für die Region zu gewinnen. Inmitten all dieser Entwicklungen bleibt die Frage, wie sich die Branche insgesamt positionieren wird.

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Im ersten Halbjahr 2026 wurde in den Mitgliedsorten des Heilbäderverbandes ein Anstieg auf etwa 1,3 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Das sind rund ein Prozent mehr als im Vorjahr. Ein positiver Trend, der jedoch durch die Einführung einer Kurtaxe möglicherweise beeinflusst werden könnte. Die Debatte um die Kurtaxe wird also spannend bleiben und wir werden sehen, wie sich die Situation in den nächsten Monaten entwickelt.