Heute ist der 27.06.2026 und in der Lausitz wird gefeiert! Am 29. Juni wird der Lausitzer Seenverbund offiziell eröffnet – ein Mammutprojekt, das die Region auf ganz neue Weise erlebbar macht. Nach langen Jahren der Bergbausanierung ist es endlich so weit: Fünf Seen an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen werden zu einem schiffbaren Verbund verbunden. Das Ganze umfasst eine beeindruckende Wasserfläche von 5300 Hektar und bietet eine 50 Kilometer lange befahrbare Strecke. Wer hätte gedacht, dass aus dem ehemaligen Tagebau eine der größten von Menschenhand geschaffenen Wasserlandschaften Europas entstehen würde?

Die neu eröffneten schiffbaren Kanäle, darunter der Sornoer Kanal, der Rosendorfer Kanal und der Ilse-Kanal, laden ein, die Landschaft vom Wasser aus zu erkunden. Motorisierte Boote können nun alle fünf Seen befahren – die Durchfahrt dauert bis zu 2,5 Stunden. Aktuell schippern die Gäste mit der „Wilden Ilse“ über den Großräschener See. Es ist bereits eine kleine Sensation, dass der Sedlitzer See seit Mai für Badetourismus und Wassersport freigegeben ist. Die Gewässer sind pH-neutral und bieten optimale Bedingungen für Badegäste und Wassersportler.

Aktiv und Entspannt

Für Radfahrer und Wanderer gibt es asphaltierte Seerundwege, die das Erkunden der Umgebung zum Vergnügen machen. Die Region hat im letzten Jahr 269.000 Gäste angezogen, die insgesamt 800.000 Übernachtungen verzeichneten. Besonders erfreulich: Tschechien bleibt der wichtigste Auslandsmarkt mit 23.000 Übernachtungen. Das klingt doch nach einer perfekten Gelegenheit für Hotels und Gaststätten, sich auf die steigende Nachfrage einzustellen!

Die Investitionen der LMBV in Höhe von 941 Millionen Euro seit den 1990er-Jahren haben sich also gelohnt. Wer sich die Dimensionen vor Augen führt: Rund 925 Millionen Tonnen Kohle wurden abgebaut und 3,8 Milliarden Kubikmeter Erde bewegt. Das theoretische Wasservolumen der fünf Seen beträgt stolze 640 Millionen Kubikmeter, und im vergangenen Jahr flossen 61 Millionen Kubikmeter Wasser in die Seen – größtenteils aus der Spree.

Ein neues Kapitel für die Region

Die Eröffnung des Lausitzer Seenverbundes markiert nicht nur einen bedeutenden Schritt in der touristischen Entwicklung der Region, sondern ist auch ein Zeichen für den Wandel von einer Kohle- hin zu einer Wasserlandschaft. Die Geschichte des Tagebaus „Ilse-Ost“ – der vor mehr als 100 Jahren begann – wird hiermit auf eine ganz andere Weise fortgeschrieben. Der letzte aktive Tagebau, „Meuro“, wurde 1999 geschlossen, und jetzt blüht die Landschaft auf eine Weise, die man sich vor ein paar Jahrzehnten nicht hätte träumen lassen.

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Mit über 300 Bootsliegeplätzen auf sächsischer und mehr als 700 auf brandenburgischer Seite, die in Zukunft auf über 1400 Plätze ausgeweitet werden sollen, stehen die Zeichen auf Wachstum. Die Region hat das Potenzial, ein beliebtes Ziel für Wassersportler und Naturliebhaber zu werden. Das wird sicher auch die lokale Gastronomie und Hotellerie ankurbeln, die sich auf ein aufregendes neues Kapitel freuen kann!