Heute ist der 3.11.2026, und während wir uns in die kälteren Monate des Jahres stürzen, wird es mehr denn je wichtig, auf die unsichtbaren Gefahren in unseren Trinkwassersystemen zu achten. Legionellen – diese kleinen, gefährlichen Bakterien – können sich in unseren Wasserleitungen ausbreiten und ernsthafte Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Sie fühlen sich besonders wohl in warmen, feuchten Umgebungen, und die Temperaturen zwischen 20 und 50 Grad Celsius sind für sie wie ein 5-Sterne-Hotel. Wenn wir also von einem heißen Duschvergnügen sprechen, müssen wir auch an die Risiken denken, die damit einhergehen können.

Legionellen sind nicht nur ein Thema für Hauseigentümer, sondern ebenso für Vermieter und Hotelbetreiber. Bei Mehrfamilienhäusern und Hotels besteht seit 2011 die Verpflichtung, Warmwasseranlagen alle drei Jahre auf Legionellen prüfen zu lassen. Wer das nicht tut, könnte nicht nur seine Gäste gefährden, sondern auch rechtliche Probleme bekommen, wenn die Grenzwerte überschritten werden. Das Gesundheitsamt muss in einem solchen Fall informiert werden – und das könnte unangenehme Folgen nach sich ziehen.

Die Pflicht zur Prüfung und ihre Folgen

Es gibt klare Richtlinien, die in der Trinkwasserverordnung festgelegt sind. Bei Trinkwassererwärmern mit mehr als 400 Litern Speicherkapazität oder mehr als 3 Litern Leitungsinhalt zwischen Erwärmer und Entnahmestelle muss eine Untersuchung erfolgen. Dies gilt nicht nur für Hotels, sondern auch für gewerblich genutzte Wohnanlagen. Hier wird es richtig spannend: Wenn der technische Maßnahmenwert von 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) Legionellen pro 100 Milliliter erreicht wird, sind Betreiber gesetzlich verpflichtet, das Gesundheitsamt zu informieren und sofortige Maßnahmen zu ergreifen. Das kann dazu führen, dass das gesamte System unter die Lupe genommen wird – und das kann teuer werden.

Die meisten Legionellose-Fälle treten im privaten Umfeld auf, aber Hotels sind besonders gefährdet. Wenn Gäste ins Bad gehen und das Wasser aufdrehen, könnte es sein, dass sie unwissentlich mit legionellenhaltigen Wassertröpfchen in Kontakt kommen. Komischerweise zeigen Statistiken, dass die meisten Erkrankungen im dritten Quartal auftreten, also genau dann, wenn die Sommerferien ihren Höhepunkt erreichen und die Hotels gut gefüllt sind. Das Umweltbundesamt hat dazu eindringlich gewarnt: Eine Absenkung der Warmwassertemperatur, um Heizkosten zu sparen, könnte fatale Folgen haben.

Prävention und richtige Maßnahmen

Heißes Wasser ist nicht nur ein Genuss, sondern auch ein wichtiger Schutz. Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Warmwassertemperatur dauerhaft über 50 Grad zu halten. Einmalige Erhitzungen auf 60 Grad sind nicht genug, um Legionellen sicher zu beseitigen. Das klingt vielleicht nach viel Aufwand, aber das ist es wert, um die Gesundheit der Gäste zu schützen. Die richtige Planung, der Betrieb und die Wartung von Warmwassersystemen sollten durch Fachleute erfolgen, die wissen, was sie tun.

Doch nicht nur in den Wasserleitungen kann es zu Problemen kommen. Auch Verdunstungskühlanlagen und Kühltürme können legionellenhaltige Aerosole freisetzen. Daher müssen Betreiber solcher Anlagen ebenfalls besondere Vorsicht walten lassen und regelmäßige Wartungsarbeiten durchführen. Bei der Reinigung ist geeignete Schutzausrüstung unerlässlich, denn die Gefahren lauern oft da, wo man sie am wenigsten erwartet.

Ein weiterer Aspekt, der oft übersehen wird, sind Haushaltsgeräte wie Luftbefeuchter und Inhalatoren. Diese sollten regelmäßig gereinigt und gut getrocknet gelagert werden, um eine Verunreinigung mit Legionellen zu verhindern. In der heutigen Zeit, wo Hygiene und Gesundheit so wichtig sind, sollte jeder Betreiber – ob im Hotel oder privat – ein besonderes Augenmerk auf die Wasserqualität legen. Ein bisschen mehr Aufwand kann große gesundheitliche Risiken minimieren.

Es bleibt spannend, wie sich die Trends in der Legionellenforschung entwickeln werden. Die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, die seit 2018 gilt, fordert eine Anzeigepflicht für Kühltürme und ähnliche Systeme, um die öffentliche Gesundheit besser zu schützen. Die systematische Erfassung dieser Anlagen soll Gesundheitsbehörden unterstützen, mögliche Infektionsquellen schneller zu identifizieren. Vielleicht wird es einen Tag geben, an dem wir uns keine Sorgen mehr um diese unsichtbaren Gefahren machen müssen – bis dahin heißt es: Hygiene hochhalten und regelmäßig prüfen!