Das Gericht der Europäischen Union hat am 9. September 2026 ein Urteil gefällt, das die Klage von Booking Holdings gegen das Verbot der Übernahme der Etraveli Group abgewiesen hat. Die Entscheidung ist ein deutliches Signal an die Branche: Die europäische Kommission hat die Fusion untersagt, um die bereits dominante Stellung von Booking im Hotel-OTA-Markt nicht weiter zu verstärken. Wer sich in der Welt der Online-Reisebüros auskennt, weiß, wie sehr Booking Holdings hier das Zepter schwingt. Ein Marktanteil von 71,0 % in Europa, das ist schon eine Ansage!

Das EuG hat die Einwände von Booking zurückgewiesen und festgestellt, dass das Unternehmen nicht in der Lage war, die Schlussfolgerungen der Kommission zu entkräften. Über 10.000 Hotels haben sich unterdessen einer Schadenersatzklage gegen Booking.com angeschlossen, die auf einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Preisparitätsklauseln basiert. Diese Klage ist bis zum 11. September 2026 offen und zeigt, dass die Wogen im Hotelgeschäft hochgehen.

Die Hintergründe der Übernahme

Die Europäische Kommission hatte die Übernahme von Etraveli Group im September 2023 untersagt, weil sie befürchtete, dass Booking sein Flugangebot nutzen könnte, um noch mehr Kunden in die eigenen Hotelangebote zu lenken. Und das wäre natürlich ein weiterer Schlag für die ohnehin schon niedrig ausgeprägte Konkurrenz im Markt. Die bereits bestehenden Partnerschaften, wie die zwischen Etraveli und Booking.com, die nun bis Ende 2028 verlängert wurde, könnten für Booking durchaus nützlich sein. Mathias Hedlund, der CEO von Etraveli Group, äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung, betont aber, dass das Unternehmen als unabhängige Entität weiterhin wachsen wird.

Etraveli Group hat im ersten Halbjahr 2023 ein bemerkenswertes Wachstum von fast 60 % bei den Bestellungen verzeichnet. Über 30 Millionen Fluggäste jährlich in 75 Märkten, das ist eine beeindruckende Bilanz. Mit Marken wie Gotogate, Mytrip und Flight Network bedient das Unternehmen eine Vielzahl von Bedürfnissen im Flugsegment. Und während Booking Holdings plant, das Urteil der Europäischen Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof anzufechten, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt.

Marktanteile auf dem Hotelvertrieb

Die Entwicklungen im Online-Buchungsmarkt sind nicht zu übersehen. Laut einer aktuellen Auswertung von HOTREC Hospitality Europe ist der Anteil der Online-Buchungsportale am europäischen Hotelvertrieb zwischen 2013 und 2023 um 50 % gestiegen. In Deutschland macht dieser Anteil bereits 31,2 % aus. Für viele Hotels wird es zunehmend schwieriger, Kunden direkt über ihre eigenen Webseiten zu gewinnen. Die Direktbuchungen sind in Europa um 11,6 % gesunken, und in Deutschland sogar um 8,2 %. Die Frage, wie Hotels in dieser digitalen Welt bestehen können, wird drängender.

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Booking Holdings hat seinen Marktanteil in Deutschland auf beeindruckende 72,3 % erhöht. Im Vergleich dazu sind die Anteile der Konkurrenz, wie Expedia Group mit 11,2 % und HRS Group mit 10,7 %, eher mickrig. Es wird deutlich, dass die Dominanz von Booking im Markt für Online-Buchungsportale nicht nur ein temporäres Phänomen ist. Die Notwendigkeit fairer Marktbedingungen wird von Markus Luthe, dem Vorsitzenden der Distribution Working Group von HOTREC, immer wieder betont, und das ist auch gut so!

Die Wucht dieser Entwicklungen spürt man überall in der Branche. Hotels müssen sich anpassen, strategische Partnerschaften eingehen und innovative Wege finden, um die Kunden direkt zu erreichen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Lage im OTA-Markt weiterentwickelt und welche Rolle dabei die rechtlichen Auseinandersetzungen spielen werden.