Neuanfang im Hotelmarkt: REVO’s Insolvenz als Chance für frischen Wind in Deutschlands Gastgewerbe
Die Hotelbranche in Deutschland steht vor einem unübersehbaren Umbruch. Mit der Insolvenz der REVO Hospitality Group gibt es einen regelrechten Umbruch im deutschen Hotelmarkt, der viele bekannte Namen und Marken betrifft. Ein Schock für viele, die die REVO-Gruppe als einen der größten Multi-Brand-Hotelbetreiber Europas kannten. Die Gruppe verwaltete rund 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern und hat in den vergangenen Jahren eine rasante Expansion erlebt. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Ein Umsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro, aber seit 2014 keine Gewinne und eine Überschuldung von 19,9 Millionen Euro. Ein echtes Drama, oder? Die Insolvenz wurde im Januar und Februar 2026 in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Charlottenburg eingereicht. Damit wurde der Weg für neue Investoren geebnet.
Von den etwa 5.500 Arbeitsplätzen, die betroffen sind, werden die meisten erhalten bleiben. Dennoch müssen 450 Mitarbeiter in der Berliner Zentrale ihre Stellen räumen. Ein harter Schlag, der nicht unbemerkt bleibt. Die Zwischenverwalter, Gordon Geiser und Benedikt de Bruyn, berichten von weitreichenden Übernahmeplänen, und sie scheinen nicht zu übertreiben. Bis Anfang Juni 2026 wurden bereits 45 Hotels verkauft. Und es ist erst der Anfang! Über 100 Interessenten haben sich gemeldet, und rund 20 konkrete Angebote sind eingegangen.
Neue Investoren übernehmen
Die Insolvenz eröffnet internationalen Hotelketten den Zugang zum deutschen Markt. Die indische Prism-Gruppe hat sich zwischen 20 und 30 Hotels gesichert, die künftig unter den Marken „Sunday“ und „Belvilla“ geführt werden. Zuvor war Prism nur im Ferienwohnungsmarkt in Deutschland aktiv und verwaltet weltweit stolze 22.000 Hotels. Auch die israelische Hotelkette Leonardo ist nicht untätig. Sie sichert sich ebenfalls 20 bis 30 Standorte, während Israel Canada Hotels (ICH) fünf bis sechs große Revo-Hotels übernimmt. Die französische Kette B&B steht kurz vor dem Abschluss für eine hohe einstellige Zahl an Standorten. Und nicht zu vergessen Motel One, die ihr Portfolio in Deutschland weiter aufstocken.
Ein weiteres Beispiel ist die dänische Betreiberfirma Proark, die vier Objekte übernimmt, darunter das „Baltic Stralsund“ und die „Sonne Rostock“. Währenddessen gibt es noch ungeklärte Fälle, wie das „Intercity Hotel Schwerin“. Es scheint, als ob der Hotelmarkt in Deutschland vor einer grundlegenden Neuausrichtung steht. Die Übernahmegespräche laufen bereits für einige Hotels in der Schweiz, Italien und Frankreich, die nicht vom Insolvenzverfahren betroffen sind.
Ursachen und Ausblick
Die Ursachen für die Insolvenz sind vielschichtig. Ein rasant gewachsenes Geschäftsmodell und steigende Kosten haben die REVO-Gruppe in die Knie gezwungen. Die Expansion von 51 Hotels im Jahr 2020 auf etwa 250 Hotels bis 2026 war ambitioniert, aber offensichtlich nicht nachhaltig. Die neuen Geschäftsführer sind nun auf der Suche nach internationalen Investoren, um die noch verbliebenen Standorte zu retten. Rechtsanwalt Gordon Geiser, der die Geschäftsführung der betroffenen Gesellschaften übernommen hat, sieht gute Aussichten für eine zügige Sanierung und die langfristige Fortführung der Hotels. Es gibt Hoffnung, dass die neuen Strukturen bald greifen und die Hotels nicht nur über Wasser gehalten werden, sondern auch neue Impulse erhalten.
In der Branche wird gespannt verfolgt, wie sich dieser Wandel entwickeln wird. Die Hotelketten sind in Aufbruchstimmung und man fragt sich, welche neuen Konzepte und Ideen auf uns zukommen werden. Vielleicht können wir bald in neuen, frisch umgebauten Hotels übernachten, die uns mit einem ganz anderen Flair empfangen. Die kommenden Monate versprechen, spannend zu werden!
