Heute ist der 1.05.2026 und die Diskussion um die Terrassengebühren in Rheinland-Pfalz steht wieder im Fokus. Besonders die Stadt Trier hat sich hier einen unrühmlichen Spitzenplatz gesichert. Laut einem Vergleich des Bundes der Steuerzahler Rheinland-Pfalz e.V. (BdSt) erhebt Trier die höchsten Gebühren für die Außengastronomie unter den zehn größten Städten des Bundeslandes. Während Gastronomen für die Nutzung von öffentlichen Flächen, wie Tischen und Stühlen, eine Sondernutzungsgebühr zahlen müssen, beträgt die Gebühr für einen Musterbetrieb in Trier satte 1.563 Euro.

Im Vergleich dazu folgt Speyer mit 1.375 Euro auf dem zweiten Platz, während Kaiserslautern mit 963 Euro auf dem dritten Platz landet. In einer Region, in der die Gastronomie als wichtiger Faktor zur Belebung der Innenstädte gilt, stellt sich die Frage, ob solche hohen Gebühren wirklich sinnvoll sind. Die günstigsten Terrassengebühren finden sich in Worms, wo Gastronomen lediglich 250 Euro zahlen müssen. Dieser erhebliche Unterschied wirft Fragen auf und sorgt für Unverständnis unter den Betroffenen.

Ungerechtigkeit der Gebühren

Der Bund der Steuerzahler hat die Gebührentarife aus den Sondernutzungsgebührensatzungen der zehn einwohnerstärksten Städte in Rheinland-Pfalz ausgewertet. Diese Auswertung zeigt nicht nur die exorbitanten Gebühren in Trier, sondern auch die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Gastronomie. René Quante, Geschäftsführer des BdSt Rheinland-Pfalz, kritisiert die Unterschiede als ungerecht und wirtschaftlich unsinnig. Er weist darauf hin, dass die Gastronomie zur Belebung der Innenstädte beiträgt, und die Städte von höheren Steuereinnahmen profitieren.

Die durchschnittliche Terrassengebühr in den betrachteten Städten liegt bei 813 Euro für die Hauptsaison von Mai bis September, wobei sich der Vergleich auf einen Bereich von 25 Quadratmetern bezieht. In diesem Kontext ist der Preis von 1.563 Euro in Trier besonders hoch und sorgt für Unmut unter den Gastronomiebetreibern.

Regionale Vergleiche und das Gesamtbild

Der Vergleich zeigt auch, dass die Gebühren in anderen Städten wie Neuwied (438 Euro), Mainz (550 Euro) und Neustadt an der Weinstraße (688 Euro) deutlich günstiger sind. Diese Unterschiede machen es für Gastronomen in Trier und Speyer schwer, wettbewerbsfähig zu bleiben. Die von den Städten erhobenen Gebühren scheinen nicht nur als Einnahmequelle zu dienen, sondern werfen auch Fragen nach der Fairness und den langfristigen Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft auf.

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Die umfassende Analyse und die vollständige Übersicht der Terrassengebühren der zehn Städte sind im Tabellenanhang des Berichts des BdSt enthalten. In einer Zeit, in der die Gastronomie zunehmend um die Gunst der Gäste kämpfen muss, sind solche hohen Gebühren eine zusätzliche Hürde, die es zu überwinden gilt. Ob die Städte ihren Kurs ändern werden, bleibt abzuwarten.