Heute ist der 14.10.2026, und in der Hotellerie tut sich einiges! Auf der Expo Real in München wurde am 6. Oktober das Treugast-Hotelgruppen-Rating 2026 vorgestellt. Ein Ereignis, das in der Branche stets für Aufregung sorgt, denn es bringt Klarheit über die Leistungsfähigkeit der wichtigsten Akteure im deutschen Hotelmarkt. Das Rating hat sich über mehr als 20 Jahre hinweg als unverzichtbares Instrument etabliert, das Banken, Investoren und Betreiber als Orientierungshilfe dient. In diesem Jahr schafften es Motel One und B&B Hotels erneut, die Bestnote AAA zu verteidigen – und das trotz eines Marktes, der weiterhin durch hohe Kosten und Margendruck belastet ist.

Die Stimmung im Hospitality-Index hat sich zwar leicht verbessert, aber die Herausforderungen bleiben. Gedämpfte Zimmerpreise und steigende Kosten drücken auf die operativen Margen. Etablierte Unternehmen mussten im Durchschnitt etwa zwei Prozentpunkte ihrer Bewertung im Vergleich zum Vorjahr abgeben. Das zeigt, dass der Wettbewerb härter wird, und viele Gesellschaften stehen nun auf der Watchlist für mögliche Abwertungen. Einige, wie Motel One und B&B Hotels, haben es geschafft, sich an der Spitze zu behaupten, was nicht nur auf ihre solide operative Performance zurückzuführen ist.

Die Stars des Ratings: Motel One und B&B Hotels

Motel One, das mit seinem 100. Hotel in München-Hauptbahnhof bereits ein starkes Zeichen gesetzt hat, plant in den nächsten zehn Jahren die Eröffnung von weiteren 100 Häusern. Die Expansion ins Ausland ist gleichfalls ein spannendes Kapitel, mit einem ersten Hotel in Lissabon, das 2026 eröffnet werden soll. Treugast hebt die ungenutzten Potenziale in Bereichen wie Revenue Management und Digitalisierung hervor, während die Risiken in der Abkehr von stabilen Zimmerpreisen liegen. Das Management unter Stefan Lenze und Daniel Müller hat viel Erfahrung und scheint gut aufgestellt zu sein, um diese Herausforderungen zu meistern.

B&B Hotels hat sich ebenfalls wieder die AAA-Bewertung gesichert und zeigt damit, dass sie trotz der schwächeren Marktnachfrage wachsen können. Mit rund 240 Häusern in Deutschland ist die Gruppe die größte Hoteleinzelmarke des Landes. Bis 2030 sollen insgesamt 500 Hotels in Central & Northern Europe entstehen. Treugast bescheinigt B&B Hotels eine außergewöhnlich hohe Ertragskraft für die Budgethotellerie, was sie zu einem interessanten Akteur im Markt macht.

Ein Blick auf die Neueinsteiger

Neu im Rating ist die Odyssey Hotel Group, die mit einem BBB-Rating debütiert. Diese Gruppe, die 2012 in den Niederlanden gegründet wurde, hat sich bereits in Deutschland mit 20 Hotels einen Namen gemacht. Die operative Leistung liegt im Durchschnitt des relevanten Stadthotellerie-Clusters, aber Treugast sieht noch Raum für Verbesserungen. Die Herausforderungen sind hier also ähnlich, wie sie auch für die etablierten Unternehmen bestehen.

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Der indische Hotelkonzern Prism, bekannt als Oyo, wird im kommenden Bewertungsjahr untersucht. Mit über 23.000 Hotels weltweit und einer kürzlichen Übernahme von 24 Häusern der insolventen Revo Hospitality Group wird es spannend zu sehen, wie sie sich im deutschen Markt behaupten. Auch die Vorreiter AG, die 2023 gegründet wurde, plant, bis Ende 2026 zehn weitere Betriebe zu eröffnen – ein ambitioniertes Vorhaben!

Marktüberblick und Herausforderungen

Die Zahlen, die der Hotelverband Deutschland (IHA) im Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2026“ präsentiert, sind aufschlussreich. Während die durchschnittliche Zimmerauslastung auf 68,1 Prozent gestiegen ist, sank der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis um 2,8 Prozent. Das zeigt deutlich, dass wir uns in einer preisgetriebenen Konsolidierungsphase befinden. Die Nachfrage war zwar positiv, mit einem neuen Höchstwert von 497,4 Millionen Übernachtungen, doch die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe bleibt angespannt. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg 2025 um 40,1 Prozent – ein alarmierendes Signal für die Branche.

Die Herausforderungen sind vielfältig und reichen von hohen Kostenbelastungen über zunehmende Bürokratie bis hin zu indexierten Mietverträgen. Otto Lindner, Vorsitzender des IHA, fordert dringend verlässliche politische Rahmenbedingungen. Die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Branche steht also vor einem spannenden, aber auch herausfordernden Weg, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Akteure in diesem dynamischen Umfeld behaupten werden.