Tourismus unter Druck: Über 1500 Hitzetote und versäumte Klimaziele!

Über 1500 Touristen starben 2024 durch extreme Hitze. Die Reisebranche bleibt beim Klimaschutz hinter ihren Versprechen zurück.
Über 1500 Touristen starben 2024 durch extreme Hitze. Die Reisebranche bleibt beim Klimaschutz hinter ihren Versprechen zurück. (Symbolbild/UH)

Tourismus unter Druck: Über 1500 Hitzetote und versäumte Klimaziele!

Saudi-Arabien - Die Tourismusbranche sieht sich aktuell mit einem gewaltigen Problem konfrontiert – der Klimawandel, der während der letzten Jahre unausweichlich spürbar geworden ist. Tragische Zahlen untermauern das Ausmaß dieser Herausforderung: Über 1500 Touristen sind im Jahr 2024 in verschiedenen Ländern, darunter Saudi-Arabien, Griechenland und Mexiko, wegen extremer Hitze verstorben. Diese alarmierenden Daten machen deutlich, dass der Tourismussektor nicht nur von den klimatischen Veränderungen betroffen ist, sondern auch aktiv zur Erhöhung der Emissionen beiträgt, wie eine Studie im „Journal of Sustainable Tourism“ von Stefan Gössling und Daniel Scott aufzeigt. Über 25 von 38 Klimaschutzversprechen der Branche wurden kaum oder gar nicht umgesetzt, was die Dringlichkeit zur Reform aufzeigt, denn zwischen 2009 und 2019 stiegen die globalen Emissionen des Tourismus jährlich um 3,5 Prozent, was die Weltwirtschaft übertrifft. Diese Trends lassen sich nicht ignorieren, denn ein erheblicher ökologischer Fußabdruck ist eine reale Bedrohung.

Wie sieht es in Deutschland aus? Die Verbindung zwischen Tourismus und Natur ist hier besonders stark. Der Klimawandel stellt eine ernsthafte Gefahr für den deutschen Tourismussektor dar, wie das Umweltbundesamt aufzeigt. Extremereignisse wie Unwetter und Hochwasser gefährden nicht nur die touristische Infrastruktur, sondern stellen auch Herausforderungen für wintertouristische Destinationen dar, die an Schnee gebunden sind. Die Anpassung an den Klimawandel wird daher unumgänglich. Ohne intakte Umwelt wird die Attraktivität der Reiseziele leiden, was durch die Rückgänge in der Natur wie die Verschlechterung der Gewässerqualität bereits sichtbar wird.

Historische Entwicklung und Gegenwart

Die „Erklärung von Davos zum Klimawandel und Tourismus“ aus dem Jahr 2007 war ein erster Versuch, den Handlungsbedarf aufzuzeigen, jedoch blieb die Umsetzung vieler versprochener Maßnahmen – wie eine Analyse der letzten Jahre verdeutlicht – stark hinter den Erwartungen zurück. Nur fünf der besagten Klimaschutzversprechen weisen nachweisbare Fortschritte auf, und die UN Tourism hat bis 2025 kaum Fortschritte gemacht, was die Erfassung der durch den Tourismus verursachten Klimaemissionen anbelangt.

Die Internationale Luftverkehrsvereinigung (Iata) hat derweil viele ihrer Klimaversprechen aufgegeben, während sie auf klimaneutrales Fliegen bis 2050 setzt. Zusammengefasst hat die Branche erkannt, dass häufigere Reisen, größere Entfernungen und verstärkte Flugreisen die Verursacher hinter steigenden Emissionen sind. Der tourismusgetriebene Wohlstand fördert den Konsum, doch das Wachstum des Tourismussektors erfolgt schneller als die Implementierung effektiver Maßnahmen zur Dekarbonisierung. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass der tourismusbedingte CO2-Ausstoß inzwischen 8% der globalen Emissionen ausmacht. Eine überfällige Wende ist notwendig.

Auf die Zukunft anpassen

Um den Herausforderungen gewachsen zu sein, ist eine umfassende Anpassungsstrategie gefragt. Diese Strategie beinhaltet die Entwicklung von Klimainformationssystemen zur Prognose zukünftiger Klimaszenarien sowie die Erstellung von Handlungsleitfäden für Destinationsmanager. Eine deutschlandweite Vulnerabilitätsanalyse für den Tourismussektor wurde bereits durchgeführt, und weitere Aktualisierungen sind geplant.
Wesentliches Ziel ist die Sicherung der touristischen Attraktivität auch in Zeiten des Klimawandels. Anpassungsmaßnahmen sollen nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch ökonomisch tragfähig sein.

Die Diskussion um die Zukunft des Tourismus steht also vor einer entscheidenden Wende. Während die Branche sich am Wendepunkt zwischen Chancen und Herausforderungen befindet, bleibt zu hoffen, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren – von der Industrie über Regierungen bis hin zu Umweltexperten – den notwendigen Schwung bringt. Die Zeit zum Handeln ist jetzt.

Für tiefere Einblicke und weiterführende Informationen zu diesem Thema sind die umfassenden Analysen und Artikel auf den Webseiten von tagesanzeiger.ch, nature.com und umweltbundesamt.de sehr zu empfehlen.

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OrtSaudi-Arabien
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