Benidorm – ein Ort, der oft mit einem schiefen Blick betrachtet wird. An der Costa Blanca gelegen, hat diese Stadt 2025 den Titel ‘European Green Pioneer of Smart Tourism’ verliehen bekommen. Man könnte meinen, das sei ein Scherz, wenn man die oft als unschön wahrgenommene Skyline sieht. Doch hinter der Fassade verbirgt sich eine faszinierende Stadt mit viel mehr zu bieten. Hier gibt es zwei wunderschöne Buchten – Cala Levante und Cala Poniente. Während die Cala Levante von zahlreichen Bars und Cafés gesäumt ist, zeigt sich die Cala Poniente ruhiger, fast schon reserviert, ohne das geschäftige Treiben der anderen Bucht.
Benidorm hat sich auch auf die Bedürfnisse seiner älteren Gäste eingestellt. Die Straßen vor den imposanten Hochhäusern sind für Fußgänger, Radfahrer und sogar für Elektro-Buggys reserviert. Das ist nicht nur praktisch – es zeigt auch, wie sehr die Stadt sich bemüht, ihren älteren Langzeitgästen aus Mittel- und Nordeuropa ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Mit über 75.000 Einwohnern und bis zu 350.000 Gästen, die jährlich anreisen, ist Benidorm einer der touristischen Hotspots in Spanien. 16 Millionen Übernachtungen pro Jahr sprechen für sich.
Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein
Ein Masterplan aus dem Jahr 1956 hat dazu beigetragen, dass nur 39 % der 38 Quadratkilometer großen Fläche bebaut oder als Baureserve vorgesehen sind. Das bedeutet, dass 61 % der Stadt geschützt sind! Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass auch die hinteren Reihen der Wolkenkratzer einen Blick auf das Meer haben. Außerdem wurde viel Grünfläche ausgespart. Der Nationalpark Sierra Helada am östlichen Stadtrand ist ein wahres Paradies für Wanderer und Biker und bietet eine willkommene Abwechslung zum Stadtleben.
Die Stadt hat alte Bausubstanz, wie das Gastrohotel RH Canfali und die Villa Venecia, bewahrt und bietet damit hochwertige Unterkünfte. Ab 2024 wird es drei zugängliche Strände geben, ausgestattet mit rollstuhlgeeigneten Wegen und einem Service-Center, das Unterstützung bietet. Benidorm zeigt, dass Umweltschutz, wirtschaftliche Stabilität und soziale Bereicherung Hand in Hand gehen können. Der Titel ‘European Green Pioneer of Smart Tourism’ ist nicht nur ein Etikett, sondern ein Bekenntnis zu nachhaltigen Tourismusstrategien.
Herausforderungen des Massentourismus
Spanien ist eines der beliebtesten Reiseziele weltweit, aber der Massentourismus hat seine Schattenseiten. In vielen Städten, darunter auch Benidorm, bringt er nicht nur wirtschaftlichen Wohlstand, sondern auch Umweltprobleme und eine Belastung für die lokale Kultur mit sich. Überfüllte Strände und Wanderwege, steigende Lebenshaltungskosten für die Einheimischen und der Verlust traditioneller Viertel sind nur einige der Herausforderungen, denen sich die Städte gegenübersehen. Die Übernutzung natürlicher Ressourcen, besonders Wasser, ist ein zentrales Problem – ein Thema, das in wasserarmen Regionen wie den Balearen besonders akut ist.
Doch Spanien hat Strategien entwickelt, um nachhaltigen Tourismus zu fördern. Von gesetzlichen Regelungen bis hin zu Förderprogrammen für nachhaltige Projekte wird alles unternommen, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Initiativen wie „Plastic Free Balearics“ zeigen, dass auch kleine Schritte große Auswirkungen haben können. Benidorm, mit seiner einzigartigen Mischung aus Alt und Neu, könnte ein Modell für andere Städte sein, die den Spagat zwischen Tourismus und Umweltschutz meistern wollen.