Die Reisebranche in der Schweiz steht vor einem tiefgreifenden Wandel, der nicht nur die Organisationen, sondern auch die teilnehmenden Akteure betrifft. Nachdem das Visit USA Committee Switzerland, das 1984 durch die U.S. Embassy in Bern ins Leben gerufen wurde, lange als zentrale Plattform zur Förderung von Reisen in die Vereinigten Staaten fungierte, deutet sich nun das Ende einer Ära an. TRAVEL INSIDE berichtet, dass die traditionellen Visit USA Events in der Schweiz nicht mehr stattfinden werden, was zahlreiche Fragen aufwirft.

Heinz Zimmermann, der CEO von Topline Marketing, der bis Ende des Jahres das VUSA Komitee präsidiert, hat die Situation der Events klar analysiert. Es gibt zu viele Veranstaltungen, die dieselbe Zielgruppe ansprechen, was zu finanziellen Schwierigkeiten führt. Die Eigeninteressen der Marktteilnehmer haben eine Kannibalisierung der Events im USA-Bereich zur Folge. Während die asiatischen und mittleren östlichen Regionen die Events von Topline weiterhin unterstützen, sieht sich der Schweizer Markt mit Herausforderungen konfrontiert. Ziel ist es, Reisebüro-Mitarbeitende vor der Überflutung mit Events zu schützen.

Ein Blick in die Geschichte

Das Visit USA Committee Switzerland war während der 1990er Jahre eine der großen Säulen der amerikanischen Tourismuswerbung in der Schweiz. Mit über 1.000 teilnehmenden Reiseagenten beim jährlichen Seminar war es nicht nur ein bedeutendes Ereignis, sondern auch eine wichtige Plattform zur Information und Schulung der Reisebranche. Die Zusammenarbeit mit Kanada zur Produktion des „Visit North-America Seminars“ unterstrich die Bedeutung des Komitees, das als Antwort auf die Abwesenheit einer relevanten U.S. Regierungsbehörde gegründet wurde.

Doch die Reisebewegungen schwankten stark. Nach den Ereignissen des 11. Septembers 2001 erlebte die Branche einen dramatischen Rückgang der Schweizer Reisenden in die USA, der erst im Laufe der Jahre wieder aufgeholt werden konnte. Im Jahr 2015 zählte die Schweiz wieder über 536.000 Ankünfte in den USA und war unter den Top 20 der touristischen Märkte für die Vereinigten Staaten. Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig eine starke Vertretung und kontinuierliche Anpassung an Marktbedingungen sind.

Der Weg nach vorne

Die Absage des Arabian Souk im Jahr 2023 und die Herausforderungen des Asia Workshops verdeutlichen, dass die Event-Landschaft neu gedacht werden muss. Konzepte sollen bis 2027 überarbeitet werden, um den geänderten Bedürfnissen der Teilnehmer gerecht zu werden. Es bleibt jedoch unklar, ob die deutsche VUSA Organisation, die sich künftig um den Schweizer Markt kümmern wird, ausreichend Investitionen in diesen Bereich bringen kann. Die Situation könnte potenziell auch für USA-TO-Spezialisten von Vorteil sein, die in einer Nische agieren.

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Parallel dazu bietet die ‚Travel Event Agenda‘, die für das Jahr 2026 zusammengestellt wird, einen umfassenden Überblick über die wichtigen Events der Schweizer Reisebranche. Die Ferienmesse Bern 2025 und die FESPO in Zürich stehen dabei als zentrale Anlaufstellen, um die neuesten Reiseangebote und Trends zu präsentieren. Themenbereiche wie ‚Berge & Wasser‘ sowie ‚Meer & Mehr‘ laden dazu ein, individuelle Traumreisen zu planen und innovative Reiseideen zu entdecken.

In dieser dynamischen Zeit ist es entscheidend, dass die Akteure der Reisebranche zusammenkommen und sich auf das Wesentliche konzentrieren: den direkten Kontakt zu den Reisenden und die Schaffung unvergesslicher Erlebnisse. Nur so kann die Branche gestärkt aus dieser Phase hervorgehen und die Faszination für Reisen in die USA und darüber hinaus neu entfachen.