Wenn man an die Reisebranche denkt, fallen einem oft große Namen und internationale Anbieter ein. Doch in der charmanten Kulisse des Berner Mattenhof-Quartiers gibt es eine Institution, die seit 50 Jahren die Herzen der Reisenden erobert: René Loosli. Mit einem beeindruckenden Werdegang, der nicht nur von beruflichem Erfolg geprägt ist, sondern auch von persönlichen Herausforderungen, führt er sein Reisebüro, das er nach dem plötzlichen Tod seines Vaters übernommen hat – ein Schritt, der für ihn alles andere als geplant war.

Ursprünglich war Loosli auf dem Weg, Tiermedizin zu studieren, doch das Schicksal hatte andere Pläne. Statt mit Hund und Katz zu arbeiten, schlüpfte er in die Rolle des Reisebüroleiters. Und das am gleichen Ort, an dem er 1977 seine Reise in die Branche begann. Zunächst ohne jegliche Erfahrung im Reisegeschäft, bildete sich Loosli mit einer verkürzten Banklehre und an der Schweizerischen Fachschule für Touristik weiter. Heute, mit 75 Jahren, ist er immer noch aktiv und erfreut sich an seiner Arbeit. „Warum soll ich etwas aufgeben, das mir so viel Spaß macht?“, fragt er in einem Podcast und man merkt ihm die Leidenschaft an.

Ein Leben für die Reisen

Im Laufe der Jahre ist René Loosli zu einer festen Größe in der Schweizer Reisebranche geworden. Von 1991 bis 2003 war er im Vorstand des Schweizer Reise-Verbandes (SRV) und ist heute sogar Ehrenmitglied. Ein beeindruckender Beitrag, wenn man bedenkt, dass mehr als die Hälfte der Reisebüros seit der Jahrtausendwende geschlossen haben. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Loosli optimistisch. Im Frühling äußerte er sich zur aktuellen Situation in der Branche und verglich sie mit einem Wasserschaden, der zusätzliche Kosten mit sich bringt – eine Metapher, die den Druck, unter dem viele Reisebüros stehen, gut einfängt.

Die Digitalisierung hat auch vor den Reisebüros nicht Halt gemacht. Zwei Drittel der Schweizer buchen ihre Reisen mittlerweile online, wie eine Studie von Allianz Global Assistance zeigt. Das hat nicht nur das Image der Reisebüros belastet – viele denken, dass Buchungen dort teurer sind, was oft nicht der Fall ist. Tatsächlich können Reisebüros häufig günstigere Preise anbieten als online verfügbare Angebote. Und dennoch: Die Branche hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, und der Umsatz eines durchschnittlichen Reisebüros beträgt aktuell etwa 2,9 Millionen CHF – ein Rückgang im Vergleich zu den über 5 Millionen CHF vor fünf Jahren.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Die Herausforderungen sind vielfältig. Niedrige Margen, der Rückzug der SBB aus dem Reisebürogeschäft und eine schwierige Nachfolgesituation setzen den Betrieben zu. Im Jahr 2023 haben bereits vier Reisebüros Konkurs angemeldet. Dennoch gibt es Hoffnung: Tui-Suisse-Chef Martin Wittwer investiert in die Modernisierung von Reisebüros, um mit neuen Technologien Schritt zu halten. Das könnte der Schlüssel sein, um den Kunden wieder mehr Vertrauen zu schenken. Denn trotz aller Widrigkeiten: Kunden suchen bei geopolitischen Unsicherheiten immer mehr den Rat von Reisebüros.

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Loosli Reisen hat mit René Loosli an der Spitze einen erfahrenen Kapitän, der bereit ist, die Segel auch in stürmischen Zeiten zu setzen. „Ich hab keinen Nachfolger aufgebaut, weil ich einfach Freude an meiner Arbeit habe“, sagt er. Und das merkt man ihm an – ein echter Pionier, der in der heutigen Zeit einen wertvollen Beitrag leistet. Für ihn steht fest: Auch mit 75 Jahren ist die Leidenschaft für das Reisen ungebrochen, und das ist es, was sein Reisebüro so besonders macht.