Gehalt im Wandel: Hoffnungsschimmer für die Reisebranche
Die Reisebranche hat in den letzten Jahren viele Höhen und Tiefen erlebt. Mit den Herausforderungen, die durch die Pandemie und den Fachkräftemangel entstanden sind, stellt sich die Frage nach den Gehältern in dieser dynamischen Branche. Das Magazin TRAVEL INSIDE hat kürzlich eine Umfrage unter Reiseprofis durchgeführt, um einen Einblick in die Gehaltssituation zu geben. Das Ergebnis? Nun, sagen wir mal, es gab Licht und Schatten.
Insgesamt verdienen 36% der Befragten unter 70.000 Franken, während 34% zwischen 70.000 und 90.000 Franken einstreichen. Ein kleiner Lichtblick für die Glücklichen: 30% der Reiseprofis kommen auf über 90.000 Franken. Trotzdem zeigt die Umfrage, dass nur 17% der Teilnehmenden mit ihrem Gehalt sehr zufrieden sind. Ein erschreckendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass 50% ihr Einkommen als verhältnismäßig tief empfinden. Die meisten, nämlich 51%, erhalten ein festes Gehalt, während nur 49% mit variabler Vergütung rechnen dürfen. Es klingt fast so, als ob die Branche ein wenig auf den Sparstrumpf achten müsste.
Ein Blick auf die Median-Gehälter
Eine weitere interessante Quelle ist der Artikel von fvw, der sich mit den Gehältern in der Reisebranche beschäftigt. Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit für 2025 liegt das Median-Gehalt in Deutschland für alle Berufe bei 4.217 Euro. Ein Vergleich mit den spezifischen Gehältern für Reisebürokaufleute und Touristikmanager zeigt, dass da noch Luft nach oben ist. Die Lage ist also nicht unbedingt rosig – vor allem nicht für diejenigen, die sich in der Touristik aufhalten.
Um das Ganze noch spannender zu machen, gibt es nun einen neuen Gehaltstarifvertrag, auf den sich der Deutsche Reiseverband (DRV) und die Gewerkschaft Ver.di geeinigt haben. Das erste Mal seit 2018! Diese Einigung bringt Gehaltserhöhungen von bis zu 42,8% in bestimmten Lohngruppen mit sich. Bis März 2026 dürfen sich Reiseveranstalter auf eine Erhöhung von 12,1% bis 37,8% freuen, während Reisebüros sogar mit 12,1% bis 42,8% rechnen können. Das klingt nach einem echten Lichtblick für die Branche.
Warum diese Gehaltserhöhungen wichtig sind
Die hohen Erhöhungen sind vor allem in den unteren Lohngruppen zu finden, was den Nachholbedarf seit 2018 widerspiegelt. Die Corona-Folgen haben die Branche stark getroffen, und der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass viele Mitarbeiter abwandern. Auch der Inflationsausgleich spielt eine Rolle, schließlich sind die Reallöhne gesunken. Glücklicherweise erholt sich die Branche wieder, und der Tourismus boomt. Das gibt Hoffnung!
Ein neuer Mindesttariflohn von 14,28 Euro pro Stunde wird nun über dem gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 Euro liegen. Das Ziel ist klar: Die Touristikbranche soll attraktiver werden. Einmalzahlungen für alle Tarifbeschäftigten ab Mai 2025 sind ein weiteres Zeichen, dass hier etwas in Bewegung kommt.
Es bleibt zu hoffen, dass die Beschäftigten ihre Tarifverträge prüfen, die Eingruppierung überprüfen und gegebenenfalls eine Gehaltserhöhung fordern. Schließlich zeigt der Tarifvertrag, dass deutliche Gehaltserhöhungen auch unter schwierigen Bedingungen möglich sind, wenn eine starke gewerkschaftliche Organisation vorhanden ist. Und das ist doch ein positives Signal für alle, die in der Reisebranche arbeiten – oder daran denken, es zu tun.
