Heute ist der 4.05.2026, und die Lage in der Reisebranche ist angespannt. Ein offener Brief des Fachverbands der Reisebüros der Wirtschaftskammer Österreich und des Österreichischen Reiseverbands an Staatssekretärin Elisabeth Zehetner macht deutlich, dass die wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs für die österreichische Reisebranche dramatisch sind. In einer Umfrage gaben 75% der befragten Reiseunternehmen an, stark oder sehr stark von den Auswirkungen des Krieges betroffen zu sein. Die Branche, die rund 2.300 Unternehmen und etwa 8.000 Mitarbeiter umfasst, leidet unter einem massiven Einbruch an Buchungen – vor allem in der Hauptbuchungszeit.

Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig: Ausfälle bestimmter Destinationen, gestiegene Flugpreise und eine allgemeine Konsumzurückhaltung. Viele Unternehmen rechnen mit einem Umsatzrückgang von mindestens 10%, fast die Hälfte sogar mit mehr als 20%. Genauso alarmierend ist die Prognose, dass kein Unternehmen ein ausgeglichenes Ergebnis für das Jahr erwartet. Und das alles geschieht, während die Branche auf eine stabile Kerosinversorgung hofft; eine weitere Verschlechterung könnte die wirtschaftlichen Auswirkungen erheblich verschärfen.

Die Unsicherheit bleibt

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben die Reiseplanung stark beeinflusst. Kerosinpreise haben sich seit Ende Februar 2026 fast verdoppelt und machen mittlerweile etwa ein Viertel der Kosten für Airlines aus. Ein Blick auf die Buchungsumsätze zeigt, dass die Vereinigten Arabischen Emirate im März 2026 mehr als 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen sind. Auch die Türkei und Ägypten kämpfen mit einem Umsatzrückgang von fast 50 Prozent. Es ist kein Wunder, dass Reisende zunehmend kurzfristig buchen und auf aktuelle Nachrichten, Preisentwicklungen und Sicherheitswahrnehmungen reagieren müssen.

Die österreichischen Reiseunternehmen fordern daher einen klaren Fahrplan für Unterstützungsmaßnahmen. Der Wunsch nach Kurzarbeit, steuerlichen Entlastungen und gezielten Marketingimpulsen steht ganz oben auf der Liste. Vorschläge wie Fördermodelle für „Familienurlaub aus dem Reisebüro“ sowie Haftungs- und Garantielösungen sollen helfen, die Branche wieder auf Kurs zu bringen. Währenddessen beobachtet TUI Verschiebungen bei Reisezielen, insbesondere im Indischen Ozean und Asien, was zeigt, dass Reisende sich zunehmend auf inländische Reiseziele konzentrieren könnten, um den Unsicherheiten im Flugverkehr zu entkommen.

Ein herausforderndes Geschäftsklima

Das Geschäftsklima in der Reisebranche hat einen herben Schlag erlitten. Der ifo-Index, ein Indikator für die Stimmung in der Branche, fiel von minus 14,8 Punkten im Februar auf minus 41,7 Punkte im März 2026. Airlines und Reiseveranstalter passen ihre Angebote kurzfristig an und verstärken Verbindungen zu stark nachgefragten Regionen, besonders innerhalb Europas. Das zeigt, wie dynamisch und herausfordernd die Situation ist. Reisende müssen sich auf neue Gegebenheiten einstellen, die von Unsicherheit und Flexibilität geprägt sind.

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Die Unklarheit über die Dauer des Iran-Kriegs und die langfristigen Auswirkungen auf Energiepreise und Weltwirtschaft bleibt ein ständiger Begleiter. Während die Branche nach Lösungen sucht, bleibt die Hoffnung, dass die Unterstützung von Seiten der Regierung nicht auf sich warten lässt und die Reiseunternehmen bald wieder aufatmen können. In einer Zeit, in der alles im Fluss ist, bleibt nur eines sicher: Die Reisebranche wird weiterhin kämpfen, um die Reiseträume der Menschen zu verwirklichen.