Reisebranche am Scheideweg: Zwischen Krise und Hoffnung
Heute ist der 24.06.2026 und die Reisebranche hat es momentan nicht leicht. Die Schatten des Iran-Kriegs werfen lange und dunkle Schatten auf die Schweizer Reisemärkte. Martin Wittwer, der Präsident des Schweizer Reise-Verbands SRV, hat in einem aufschlussreichen Interview mit «Travelnews» die Lage der Branche beleuchtet. Demnach liegt der Umsatz etwa 15 Prozent unter dem Vorjahr. Das ist ganz schön heftig!
Rund drei Viertel der Reisebüros und Veranstalter kämpfen momentan mit Rückgängen, die sich im Vergleich zu 2025 abzeichnen. Die Situation ist nicht immer rosig, auch wenn ein Viertel der Unternehmen noch auf Vorjahresniveau oder sogar darüber liegt. Doch die Reiselust der Menschen ist noch nicht verschwunden, auch wenn sie sich nicht ganz so unbeschwert zeigt wie vor dem Konflikt. Viele Reisende scheinen verunsichert, insbesondere wenn es in den Nahen Osten oder nach Fernost geht. Die Buchungen erfolgen entweder ganz kurzfristig oder sehr langfristig – manche bis ins Jahr 2028! Was dazwischen liegt, fehlt völlig. Das sorgt natürlich für Planungsschwierigkeiten bei den Reisebüros.
Rückholaktionen und die Herausforderungen der Branche
Die Rückholaktion für über 1600 Reisende aus Krisenregionen zwischen Anfang März und Mitte Mai 2026 hat die Reiseanbieter vor immense Herausforderungen gestellt. Es gab nicht nur Sonderflüge, sondern auch einen 24-Stunden-Pikettdienst, den die Schweizer Reiseveranstalter eingerichtet haben, um den Reisenden zu helfen. Das ist zwar lobenswert, aber auch teuer: Über zwei Millionen Franken an zusätzlichen Kosten sind angefallen. Diese Rückholaktionen betrafen nicht nur Kriegsgebiete, sondern auch Metropolen wie Dubai und Doha, was die Situation noch kniffliger machte.
Besonders die Preiserhöhungen der Fluggesellschaften haben den Unternehmen das Leben schwer gemacht. Eine generelle Verunsicherung spürten viele Reisende vor allem bei Reisen in die Golfregion. Im Gegensatz dazu scheinen westliche Reiseziele stabiler wahrgenommen zu werden. Es gibt einen klaren Trend zu flexibleren Buchungen – Reisende buchen kurzfristiger, während bei besonders gefragten Reisezielen der Frühbucher-Effekt zu beobachten ist. Die Zahlen sprechen für sich: Über 3400 Umbuchungen und mehr als 20.000 Kundenkontakte wurden in dieser Zeit verzeichnet.
Optimismus in der Unsicherheit
Die Branche bleibt optimistisch, trotz der aktuellen Schwierigkeiten. Ein nachhaltiger Frieden zwischen den USA und dem Iran könnte einen Nachholeffekt auslösen, der der Branche wieder auf die Beine hilft. Laut einer Marktumfrage des SRV ist Kurzarbeit für drei Viertel der Unternehmen zurzeit kein Thema. Ein Viertel beobachtet die Lage und hat entsprechende Szenarien parat, um flexibel reagieren zu können. Das klingt doch nach einer gewissen Zuversicht, oder?
Die Rückkehr zu stabilen Bedingungen könnte die Reiselust wieder ankurbeln. Auch wenn die aktuellen Zahlen nicht gerade glänzen, gibt es die Hoffnung auf eine Erholung, die uns zurück zu den unbeschwerten Reisemomenten führen könnte. Die Menschen sehnen sich nach neuen Abenteuern, und sobald die Lage sich stabilisiert, werden sie sicher wieder zu den Reisebüros strömen. Bis dahin heißt es, Geduld haben und die richtigen Zielgruppen im Blick behalten. Die Herausforderungen sind groß, aber der ungebrochene Wunsch zu reisen bleibt bestehen.
