Heute ist der 3.09.2026. Wenn ich an die aktuelle Lage in der Reisebranche denke, schwirren mir viele Gedanken durch den Kopf. Die Umfrage des Schweizer Reise-Verbands (SRV), die im Frühsommer durchgeführt wurde, zeigt deutlich, dass etwa drei Viertel der Mitglieder mit rückläufigen Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr zu kämpfen haben. Klar, die geopolitische Unsicherheit durch den Iran-Krieg und die steigenden Kerosinpreise spielen da eine große Rolle. Das sorgt für einen gewissen Pessimismus, denn mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet mit einer weiteren enttäuschenden Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs bis zwölf Monaten.

Doch es gibt auch Lichtblicke, und die stehen in Form der bevorstehenden Herbstferien vor der Tür. Zahlreiche Buchungen für 2027 sind bereits im System – eine spannende Aussicht! Die Stimmungslage bei den Reisebüros in der Deutschschweiz ist überraschend zuversichtlich. Beispielsweise erfreut sich Bernhard Reisen in Goldach und Oberriet SG eines positiven Herbstgeschäfts, wobei vor allem Reisen zu den Malediven, nach Südafrika, Thailand, Ägypten, Türkei, Mallorca und Griechenland gefragt sind. Auch Zentrum Reisen in Mels SG ist zufrieden mit den Buchungen, insbesondere für Ägypten, den Indischen Ozean und Mittelmeer-Kreuzfahrten.

Herausforderungen und Chancen

Aber nicht alles ist eitel Sonnenschein. Travelpoint Müller in Ingenbohl SZ hat zwar Anfragen, doch das Volumen bleibt begrenzt. Kurzfristig sind Städtereisen und Reisen innerhalb Europas gefragt, während im Travelshop in Basel das Herbstgeschäft auf Vorjahresniveau bleibt – große Sprünge im November werden nicht erwartet. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Rückblickend war der Jahresbeginn stark, dann der Rückgang durch die Nahostkrise und zuletzt eine leichte Erholung. Adrian Müller von Travelpoint ist sich sicher, dass 2026 ein schwieriges Jahr wird – das Geschäft liegt auf dem Kurs des Vorjahres.

Die Stabilisierung der Situation ist auch das, was Daniela Seiler von Bernhard Reisen beobachtet. Sie sieht die Branche wieder auf Kurs. Christina Wagner vom Travelshop merkt eine Flaute, die zeitverzögert einsetzte, doch seit Ende der Schulferien zieht das Geschäft an. Ein voraussichtliches Jahresergebnis, das zehn Prozent unter dem von 2025 liegt, lässt jedoch aufhorchen. Martin Fiedler von Zentrum Reisen beschreibt die Reiselust als ungebrochen, doch die höheren Kosten und die knappen Margen machen es nicht gerade einfach.

Ein Blick in die Zukunft

So viel zu den Herausforderungen. Aber wie sieht es mit den Perspektiven aus? Der Ausblick auf 2027 zeigt eine hohe Nachfrage nach Reisen, insbesondere nach Namibia, Südafrika, Tansania und Kreuzfahrten. Travelpoint Müller verzeichnet attraktive Buchungen für 2027, auch wenn die Nachfrage für die USA kaum vorhanden ist. Es ist schon seltsam, dass trotz geopolitischer Unsicherheiten und hoher Preise die Reiselust ungebrochen bleibt. Das zeigt, dass viele Menschen bereit sind, für ihre Traumziele zu kämpfen.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein neuer Report zur touristischen Entwicklung fordert eine differenzierte Betrachtung des Erfolgs. Ankunfts- und Übernachtungsstatistiken sind nicht alles! Die Balance zwischen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, sozialer Verträglichkeit und ökologischer Verantwortung wird zum Schlüssel. Es ist höchste Zeit, dass wir uns stärker auf die gesamte touristische Wertschöpfungskette konzentrieren – von Marketing über Hotellerie bis hin zu Airlines und dem Geschäftsreisemarkt.

Die Trends im Tourismus

Und natürlich, wie könnte es anders sein, prägen Digitalisierung und Nachhaltigkeit die Branche. Die Reiseverhalten der Deutschen verändert sich: Weniger Flugreisen, weniger Strandurlaube, dafür mehr Individualreisen. Ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist zu spüren. Über 60% wollen ihren Urlaub sozial verträglich gestalten, was ja wirklich bewundernswert ist. Die Anbieter reagieren, und nachhaltige Optionen werden immer mehr zur Norm.

Die digitale Welt blüht auf – Online-Buchungen sind etabliert, und KI-Anwendungen finden ihren Weg in die Urlaubsplanung. Manchmal kommt es mir so vor, als ob jeder zweite Deutsche sich vorstellen kann, KI für Empfehlungen und Übersetzungen zu nutzen. Das zeigt, wie sehr wir alle in dieser digitalen Ära leben. Doch andererseits gibt es auch viele Skeptiker, die der KI in der Urlaubsplanung kritisch gegenüberstehen. Die Mehrheit nutzt Mobilgeräte während des Urlaubs, sei es für Google Maps, Uber oder Booking.com. Soziale Medien wie Instagram und TikTok beeinflussen das Reiseverhalten immer mehr und dienen als Inspirationsquelle.