Im Herzen von Dübendorf bei Zürich haben Jasmin und Vanessa Willi ihr eigenes Reisebüro gegründet – das Reisebüro Willi. Mit einem Team von fünf Personen, das bald auf sechs anwachsen wird, haben die beiden Schwestern eine Nische gefunden, die sie erfolgreich besetzen. Ehemalige Reiseberaterinnen bei Hotelplan, stehen sie nun für transparente Preise und persönliche Betreuung, was besonders bei den jüngeren Reisenden gut ankommt. Sie erheben keine Auftragspauschalen oder Offertengebühren, was in der Branche schon fast eine Seltenheit ist.

Was das Reisebüro Willi so besonders macht? Es ist die persönliche Note! Die Schwestern kennen viele ihrer Kunden persönlich; sie wissen, was diese schätzen und welche Art von Urlaub ihnen gefällt. Das Unternehmen ist hauptsächlich im Bereich Micro Tour Operating tätig und verkauft sowohl günstige Ferien als auch luxuriöse Reisen. Durchschnittlich liegt das Alter ihrer Kunden zwischen 30 und 35 Jahren – die Flitterwochen und Familienurlaube sind oft der Anlass für die Buchungen. Das Reisebüro wächst hauptsächlich durch Empfehlungen, was zeigt, dass gute Leistungen sich auszahlen.

Die Situation der Reisebüros in Deutschland

<pDoch wie sieht es eigentlich im Rest Deutschlands aus? Laut dem Reisebürobarometer 2025 des Deutschen Reiseverbandes (DRV) bleibt die wirtschaftliche Lage der Reisebüros stabil. Die Umsätze und Erlöse stagnieren auf Vorjahresniveau, während die Kosten – vor allem für Personal und Standorte – ansteigen. Besonders kleinere Betriebe spüren diesen Druck, der die Ertragslage erheblich beeinträchtigt. Eine klare betriebswirtschaftliche Steuerung und effiziente Prozesse sind entscheidend für den zukünftigen Erfolg.

<pRund 70 Prozent der Reisebüros in Deutschland erzielten 2024 vermittelte Umsätze zwischen 1,3 und 3,3 Millionen Euro. Das Geschäftsmodell bleibt stark auf den Vertrieb klassischer touristischer Produkte fokussiert. Fast 90 Prozent der Provisionserlöse stammen aus diesen klassischen Angeboten. Serviceentgelte machen im Durchschnitt etwa zehn Prozent des Gesamterlöses aus, was besonders für große Reisebüros von Bedeutung ist. Die durchschnittliche Umsatzrendite liegt lediglich bei rund zwei Prozent – das ist nicht gerade viel, um mit steigenden Kosten umzugehen.

Herausforderungen und Chancen

<pDie Herausforderungen sind also nicht zu unterschätzen. Mobile Reiseberater haben es da etwas leichter: Sie erzielen durchschnittlich einen Umsatz von etwa 250.000 Euro, fast ausschließlich aus klassischen touristischen Produkten. Komischerweise zeigt die Analyse, dass Reisebüros in Bundesländern mit günstigeren Personal- und Mietkosten tendenziell höhere Renditen erzielen. Das zeigt, wie wichtig die Standortwahl ist!

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<pEin weiterer Punkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die Cashback-Flut im Jahr 2024. Diese Rückvergütungen von Kreditinstituten und Portalen haben die Buchungen beeinträchtigt und stellen für viele Reisebüros eine zusätzliche Herausforderung dar. Das Betriebsergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert, was vor allem an den gestiegenen Kosten liegt. Kleinstbetriebe haben dabei oft ein negatives Ergebnis zu verzeichnen – eine besorgniserregende Tendenz.

<pAber hey, es gibt auch Lichtblicke: Die Reisebranche bleibt dynamisch und bietet immer wieder neue Möglichkeiten. Mit einem persönlichen Ansatz, wie ihn das Reisebüro Willi verfolgt, kann man sich von der Masse abheben. Und die Kunden wissen Qualität zu schätzen. Das ist doch schon mal ein guter Anfang!