Das Reiseverhalten der Deutschen steht im Fokus – und das nicht ohne Grund. Die steigenden Lebenshaltungskosten und Reisepreise haben einen spürbaren Einfluss auf die Urlaubspläne der Menschen. Christoph Zeh, Account Director Travel & Mobility bei Yougov, wird beim fvw|TravelTalk Kongress am 15. und 16. September im Pentahotel Leipzig über die zukünftigen Entwicklungen im Reiseverhalten bis 2027 sprechen. Mit über 25 Jahren Erfahrung bringt er wertvolle Einblicke mit, die auf den monatlichen Umfragen von Yougov basieren, bei denen 15.000 Haushalte zu ihrem Reiseverhalten befragt werden. Diese Daten sind die Grundlage für die Marktzahlen des Deutschen Reiseverbands.

Letztes Jahr gaben die Deutschen stolze 87,9 Milliarden Euro für im Voraus gebuchte Urlaubs- und Privatreisen aus, wobei rund die Hälfte dieser Summe auf organisierte Reisen entfiel. Das lässt die Prognosen für die kommenden Jahre umso spannender erscheinen. Auf dem Kongress wird nicht nur die Entwicklung der Nachfrage der Baby-Boomer-Generation beleuchtet, sondern auch die Veränderungen in den Reiseformen und die Auswirkungen der Preissteigerungen auf die Reisendenzahl. Und nicht zu vergessen: der Einsatz von KI in der Reisebranche, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Ein Blick in die Zukunft

Der 28. fvw|TravelTalk Kongress wird ein buntes Programm bieten, das auch Themen wie den Luftverkehr nach dem Iran-Krieg und die Zukunft des Kreuzfahrtvertriebs umfasst. Für Young Professionals bis 30 Jahre gibt es ermäßigte Tickets, und am zweiten Tag wird ein Reisebüro-Forum stattfinden, das mit einem Eintrittspreis von 29 Euro (plus Umsatzsteuer) zu Buche schlägt. Masterclasses zu hochaktuellen Themen wie KI-Agenten und Expeditionsseereisen runden das Angebot ab. Ein wahres Fest für alle, die in der Reisebranche tätig sind!

Doch wie sieht es mit den Reisegewohnheiten der Deutschen aus? Laut der ADAC Tourismusstudie 2025 haben 58% der Befragten vor, Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen zu unternehmen. Das sind stabile Werte, die für 2025 erwartet werden. Besonders interessant ist der Anstieg der „Vielurlauber“, also derjenigen, die fünf oder mehr Reisen pro Jahr unternehmen – von 3% auf 8%. Immer mehr Deutsche zieht es ins Ausland: 69% planen 2024 eine Reise ins Ausland, ein Anstieg im Vergleich zu 2022, als nur 64% von einem Auslandsurlaub träumten.

Reiseverhalten im Wandel

Dennoch bleibt Deutschland ein beliebtes Reiseziel, wenngleich der Anteil der Reisen innerhalb des Landes sinkt. Ein interessanter Trend ist die frühere Buchung von Urlauben: 44% der Reisenden buchen 2024 mindestens vier Monate im Voraus. Fliegen wird zunehmend beliebter, mit einer Nutzung von 37% – ein Anstieg im Vergleich zu 32% im Jahr 2022. Pauschalreisen gewinnen ebenfalls an Beliebtheit: 32% der Reisenden planen solche Reisen für 2024, während Individualreisen bei 67% liegen.

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Die Kriterien bei der Buchung sind klar: Für 74% der Reisenden ist eine unkomplizierte An- und Abreise das Wichtigste, gefolgt von intakter Natur, die jedoch zunehmend von Naturkatastrophen beeinflusst wird. Nachhaltigkeit und politische Stabilität scheinen bei der Urlaubsplanung weniger Gewicht zu haben. Ein Thema, das immer mehr Menschen beschäftigt, ist Overtourism: 72% der Befragten sehen dies als Problem, und 61% meiden überlaufene Urlaubsorte. 50% unterstützen sogar Zugangsgebühren, um überfüllte Regionen zu entlasten.

Insgesamt zeichnet sich ein spannendes Bild ab. Das Reiseverhalten der Deutschen ist im Wandel, und die kommenden Jahre versprechen interessante Entwicklungen. Die Frage bleibt: Wie werden sich die Lebenshaltungskosten und die Preissteigerungen weiter auf die Reiselust auswirken? Der fvw|TravelTalk Kongress könnte der Schlüssel sein, um Antworten auf diese Fragen zu finden.