In Sachsen-Anhalt brodelt es gewaltig im Bereich Tourismus. Ein Thema, das aktuell viel diskutiert wird, ist die neue Ausrichtung, die die AfD hier anstrebt. Die Pläne sind klar: Die Stiftskirche St. Servatii, die malerische Altstadt von Quedlinburg und das imposante Schloss sollen nicht nur Touristen anziehen, sondern das Bundesland zum „Sehnsuchtsort aller deutschen Patrioten“ machen. Wolfgang Isenberg und Günter Ihlau haben sich in einem Gastbeitrag intensiv mit diesen Entwicklungen auseinandergesetzt und dabei die Verbindung zwischen Tourismus, Geschichte und Heimat beleuchtet.

Ehrlich gesagt, die Idee, dass Reisen das Selbstbild eines Landes widerspiegelt, hat etwas Wahres an sich. Doch während die AfD mit dem Slogan „#deutschdenken“ einen „Volksbildungstourismus“ propagiert, warnen die Autoren vor den Folgen einer politisch gesteuerten Geschichtserzählung. Was bedeutet das für die vielen internationalen Gäste, die Sachsen-Anhalt besuchen, oder die ausländischen Beschäftigten, die im Gastgewerbe tätig sind? Rund 44,5% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Branche haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das ist nicht einfach nur eine Zahl, das sind Menschen, die durch ihre Arbeit und ihre Kultur das Gastgewerbe lebendig machen!

Politik und Tourismus: Ein heikler Balanceakt

Der Ausgangspunkt der Diskussion ist Hans-Thomas Tillschneider, der die Tourismuspolitik der AfD in Sachsen-Anhalt vertritt. Ihlau und Isenberg kritisieren scharf die Verschiebung hin zu politisch vorgegebenen Heimat- und Geschichtserzählungen. Sie warnen vor der geplanten „Straße des Deutschen Reiches“, die als ein Instrument zur Förderung einer einseitigen politischen Erzählung über deutsche Identität dienen könnte. Das klingt nach einer gefährlichen Vereinfachung, oder? Die Geschichte des Bauhauses wird als Beispiel angeführt, da sie sowohl deutsch als auch international ist. Das ist der Punkt: Historische Orte sollten Wissen und unterschiedliche Perspektiven zugänglich machen, nicht nur eine einzige, politische Lesart fördern.

Was passiert, wenn wir das Urteil über Geschichte den Besuchern überlassen? Bildung schafft Raum für eigene Meinungen, während politische Belehrung oft den Horizont einschränkt. Es ist eine spannende Frage, denn Reisen lebt von Begegnungen. Von den unterschiedlichen Perspektiven, die Menschen mitbringen. Und genau hier ist es wichtig, dass die Tourismuspolitik alle Interessen wahrnimmt und abwägt. Reinhard Meyer, der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, hat ebenfalls vor den Plänen der Rechten gewarnt. Auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene müssen Entscheidungen getroffen werden, die den Tourismus nachhaltig fördern.

Nachhaltigkeit und Innovation im Tourismus

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) spielt eine zentrale Rolle in der Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine positive Tourismusentwicklung. In Sachsen-Anhalt koordinieren das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten sowie der Deutsche Tourismusverband (DTV) die Umsetzung des Masterplans Tourismus Sachsen-Anhalt 2027. Dabei liegt der Fokus klar auf nachhaltigem und innovativem Tourismus. Das ist der Weg, den wir einschlagen sollten! Die zentrale Seite, die tourismuspolitische Informationen bündelt, könnte eine wertvolle Ressource für alle Akteure in der Branche sein.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Herausforderungen sind vielfältig, und die politischen Debatten um den Tourismus sollten nicht in einfache Gegensätze reduziert werden. Windenergie gegen Landschaft oder Tradition gegen „Wokeness“ – das sind komplexe Konflikte, die eine differenzierte Betrachtung erfordern. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Tourismuspolitik in Sachsen-Anhalt weiterentwickeln wird und welche Impulse sie für die gesamte Branche setzen kann.