Heute ist der 24.09.2026 und die Reisebranche steht am Scheideweg. Bei der öffentlichen Anhörung des Tourismusausschusses des Bundestages am 23. September 2026 diskutierten Vertreter von Reisebüros und Reiseveranstaltern über die Herausforderungen, die ihnen der digitale Wandel und der damit verbundene Verwaltungsaufwand aufbürden. Ungefähr 11.000 Reisebüros gibt es in Deutschland, davon etwa 5.000 unabhängige, inhabergeführte Betriebe. Ein beachtlicher Teil der Branche, der nicht nur von den großen Online-Plattformen, sondern auch von den immer höheren Anforderungen an Technik und Verwaltungsprozesse betroffen ist.

Jens Freudenberg von Scandtrack Touristik machte deutlich, wie viel Zeit und Geld in die Verwaltung fließen – 35 bis 40 Prozent seiner Arbeitszeit und 10 Prozent des Umsatzes. Das ist eine Menge Holz! Und da fragt man sich, ob die kleinen Veranstalter wirklich die gleichen Mühen auf sich nehmen sollten wie die großen. Freudenberg fordert daher abgestufte Nachweis-, Melde- und Prüfpflichten für Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten. Eine Idee, die in der Branche auf fruchtbaren Boden stößt.

Die Rolle der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz

Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat klar erkannt, dass sich die Zeiten gewandelt haben. Albin Loidl, der Präsident des DRV, betont die Notwendigkeit fairer Wettbewerbsbedingungen und Unterstützung für die digitale Transformation. Künstliche Intelligenz (KI) wird bereits in der Reisewirtschaft verwendet, um Planungs- und Buchungsprozesse zu optimieren. Sie kann nicht nur Reiseverbindungen identifizieren und Angebote erstellen, sondern auch Buchungen automatisieren. Und hey, virtuelle Assistenten unterstützen Reisende während ihrer Trips! Doch das Vertrauen der Kunden in diese Technologien ist für den Erfolg entscheidend.

Die Zukunft der Reisebüros wird spannend. Sie müssen ihre Stärken wie persönliche Beratung und empathischen Service betonen, während sie gleichzeitig die digitale Welt erobern. Das erfordert eine Verbindung von digitaler und persönlicher Beratung. Die Konkurrenz durch onlinegestützte Vertriebsplattformen nimmt zu, und der Druck wächst, effizientere Prozesse und Schnittstellen zu schaffen. Aber, ganz ehrlich, das könnte auch eine Chance sein, die Branche neu zu denken!

Herausforderungen und Chancen

Die Herausforderungen für kleine und eigenständige Reisebüros sind vielfältig. Preis- und geopolitische Entwicklungen beeinflussen Buchungen und Umsätze. Aber auch die Unsicherheiten bei der Umsetzung der europäischen EmpCo-Richtlinie zur Nachhaltigkeit werfen Fragen auf. Roland Streicher von ReNatour hat das klar auf den Punkt gebracht. Die Unsicherheit ist da, und sie ist real.

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Der DRV warnt zudem vor der Konzentration von Kundendaten bei wenigen globalen Technologiekonzernen. Ein heißes Thema! Der Schutz geistigen Eigentums und die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen beim Aufbau digitaler Kompetenzen sind jetzt mehr denn je gefragt. Es ist auch eine Frage der Fairness: Die Branche benötigt keine Sonderbehandlung, sondern faire Bedingungen und einen klaren rechtlichen Rahmen, der mit technologischen Entwicklungen Schritt hält.

Ein Blick in die Zukunft

Ein Executive Brief von Phocuswright und ITB Berlin zeigt auf, dass die Rolle der KI in der Reiseplanung bis 2046 immer größer wird. Intelligente Technologien könnten den gesamten Reiseprozess beeinflussen – von der Inspiration über die Buchung bis zur Rückkehr. Doch die Integration von KI birgt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Ethische und datenschutzrechtliche Aspekte müssen unbedingt berücksichtigt werden. Die Konsumenten müssen darauf vertrauen können, dass ihre Daten sicher sind.

Die Diskussion auf dem „Leadership Exchange“ im März 2026 wird das Thema weiter voranbringen. Hier wird über die Möglichkeiten und Herausforderungen der KI-Integration in der Reisebranche gesprochen. Der DRV sieht in dieser öffentlichen Anhörung einen wichtigen Schritt, um den Fokus auf die Belange der Reisebüros und Reiseveranstalter zu lenken. Es bleibt spannend, wie sich die Branche entwickeln wird und welche neuen Wege sie einschlagen kann. Eines ist sicher: Die Reisebranche hat das Potenzial, sich neu zu erfinden und dabei sowohl persönliche als auch digitale Stärken zu nutzen.