Ein Leben für die Gastfreundschaft: Ernst Fischer und sein unvergängliches Erbe im deutschen Gastgewerbe
Der Tod eines Menschen kann oft wie ein Schatten über die Gemeinschaft fallen, und so ist es auch mit dem Verlust von Ernst Fischer, dem Ehrenpräsidenten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA). Am 24. Juni 2026, nach einer schweren Krankheit, verstarb er im Alter von 82 Jahren in Tübingen. Ein Mann, der nicht nur durch seine Taten, sondern auch durch seine Menschlichkeit und sein Engagement im Gastgewerbe lebendig bleibt.
Ernst Fischer wurde am 16. April 1944 in Geislingen an der Steige geboren. Seine Reise begann mit einer Ausbildung zum Koch, die ihn in Spitzenhäuser in England, Frankreich, Schweden und der Schweiz führte. 1969 kehrte er nach Deutschland zurück und wagte schon 1970 den Schritt in die Selbstständigkeit. Als jüngster Gastwirt Deutschlands eröffnete er sein eigenes Restaurant in Hechingen. Über die Jahre prägte er die gastronomische Landschaft, betrieb von 1976 bis 2012 das Restaurant Rosenau und RoseCatering und führte bis 2018 das Landhotel „Hirsch“ in Tübingen-Bebenhausen. Sein Lebensmotto „Porta patet, cor magis“ – Gastfreundschaft als Haltung – war nicht nur ein Spruch, sondern spiegelte sich in seinem Handeln wider.
Ein Leben für das Gastgewerbe
Seine beeindruckende Karriere umfasste nicht nur die Gastronomie, sondern auch ein starkes ehrenamtliches Engagement. Fischer war seit den frühen 1980ern in zahlreichen Funktionen auf Kreis- und Landesebene aktiv. 1989 trat er dem Vorstand des DEHOGA Baden-Württemberg bei und wurde schließlich 1995 Präsident. 2001 übernahm er das Amt des Präsidenten des DEHOGA Bundesverbands, das er 15 Jahre lang mit Bravour ausübte. Während seiner Amtszeit erkämpfte er bedeutende Erfolge, wie die Senkung der Mehrwertsteuer für die Hotellerie auf sieben Prozent, die Abschaffung der Trinkgeldbesteuerung und die Sicherung der Steuerfreiheit von Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschlägen.
Nach seiner Amtszeit wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt. Ein Titel, den er mehr als verdient hat. DEHOGA-Präsident Guido Zöllick würdigte Fischers Engagement und Menschlichkeit in einer bewegenden Ansprache. Fischer war nicht nur ein Vertreter der Branche, sondern eine prägende Persönlichkeit, die stets für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit einstand. Seine Werte waren nicht nur leere Worte, sondern ein Kompass für sein Handeln.
Ein bleibendes Erbe
Seine Verdienste blieben nicht unbemerkt. Fischer wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, erhielt den Special Award Hotelier des Jahres, die Brillat-Savarin-Plakette und die Kristallkugel. Doch all diese Ehrungen waren für ihn nie Selbstzweck. Vielmehr war es die Leidenschaft für sein Werk, die ihn antrieb. Er engagierte sich auch in Gremien der Deutschen Zentrale für Tourismus und des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, um die Branche weiter voranzubringen.
Ernst Fischer hinterlässt eine große Lücke in der deutschen Tourismus- und Hospitality-Branche. Seine Visionen und Werte, die er über Jahrzehnte lebte, werden weiterhin Inspiration für viele sein. Auch wenn er nicht mehr unter uns weilt, bleibt sein Geist in den Hallen der Restaurants und Hotels lebendig, die er geprägt hat. Der DEHOGA Bundesverband und alle, die ihn kannten, nehmen Abschied von einem großartigen Menschen.
Weitere Informationen finden Sie auf DEHOGA Berlin.
