Heute ist der 6.11.2026 und die Welt der Hotel- und Immobilienfinanzierung ist so dynamisch wie nie zuvor. In der Hospitality-Branche spürt man das Auf und Ab der Märkte sicherlich. Banken, die einst bereitwillig Kredite vergaben, sind jetzt wählerisch. Nur Betreiber, die sich durch Transparenz und einen gesunden Cashflow auszeichnen, kommen ins Visier. Diese Tendenz wurde kürzlich auf der Expo Real deutlich, wo Vertreter namhafter Banken wie der Aareal Bank und BNP Paribas über neue Finanzierungsmodelle und Partnerschaften diskutierten.

Die allgemeine Nachfrage im weltweiten Tourismus bleibt ein stabilisierender Faktor und macht die Branche für viele Geldgeber so interessant. Im Gegensatz zu Logistik- oder Büroimmobilien bietet die Hospitality-Branche einen gewissen Charme, den andere Sektoren eben nicht haben. Doch die Herausforderungen sind vielfältig. Scheitern Finanzierungen, so liegt das oft an kleinen Details, die in der Gesamtheit der Planung schlichtweg übersehen wurden.

Finanzierungsalternativen im Fokus

Das Thema Eigenkapital ist in der aktuellen Finanzierungslandschaft ein heißes Eisen. Projektentwickler sind oft mit der schwierigen Situation konfrontiert, dass ihre Mittel in anderen Vorhaben gebunden sind. Und genau hier kommen kreative Lösungen ins Spiel. Alternativen wie Mezzanine-Finanzierungen, Joint Ventures oder sogar Crowdinvesting bieten spannende Möglichkeiten, um Kapital zu mobilisieren.

Bei einer Mezzanine-Finanzierung beispielsweise stellt ein Geldgeber Kapital zur Verfügung, hat aber keine Mitspracherechte. Die Rückzahlung erfolgt über eine Gewinnbeteiligung oder Zinsen, und Banken rechnen dieses nachrangige Darlehen oft dem Eigenkapital zu. Das kann für Projektentwickler, die mit unerwarteten Kosten konfrontiert werden, einen wertvollen Puffer darstellen.

Joint Ventures sind ebenfalls ein beliebtes Modell, um bei größeren Projekten die Finanzierung auf mehrere Schultern zu verteilen. Hier bringt jeder Partner Kapital ein, was den Eigenkapitalanteil erhöht und somit die Chance auf zusätzliche Fremdfinanzierungen verbessert. Eine Win-win-Situation, könnte man sagen!

Neues von GCH und Sunday PropTech

Ein frischer Wind weht auch in den Reihen der GCH/Grand City und Fletcher Hotels. Letztere wurden kürzlich von Sunday PropTech übernommen. Sarah Douag, die sich für mehr Transparenz im Netzwerk zwischen Prism und Sunday PropTech einsetzt, hat sicher einen wertvollen Beitrag geleistet. Es wird spannend zu beobachten, wie sich diese neuen Geschäftsbeziehungen entwickeln und welche Details bei der Bewertung der Partnerschaften ins Spiel kommen.

Ebenfalls interessant ist, dass auch beim Kauf und Verkauf von Immobilien wie bei vermieteten Wohnimmobilien die gesetzliche Abschreibungsdauer von 50 Jahren nicht immer die tatsächliche Nutzungsdauer widerspiegelt. Das Gesetz gibt Steuerpflichtigen die Möglichkeit, eine tatsächlich kürzere Nutzungsdauer geltend zu machen. Das kann insbesondere für Projektentwickler von Bedeutung sein, die in den kommenden Jahren mit Neubauten rechnen müssen.

Ein weiteres Novum: Für Gebäude, die ab 2023 errichtet wurden, wurde die gesetzliche Abschreibungsdauer von 50 auf 33 Jahre gesenkt. Das könnte Investitionen in dringend benötigten Neubau ankurbeln und der Branche neuen Schwung verleihen.

Die Entwicklungen sind also vielfältig und bieten sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Gerade in dieser dynamischen Zeit, in der sich die Finanzierungslandschaft ständig wandelt, ist es wichtig, am Puls der Branche zu bleiben. Diese Veränderungen werden sicherlich auch in den kommenden Jahren die Hotel- und Immobilienfinanzierung prägen.