Die Welt der Geschäftsreisen ist in Bewegung. Am 4. November 2026 wurde auf der GBTA + VDR Europe Conference eine spannende Prognose veröffentlicht: Die Ausgaben für Geschäftsreisen, die ihren Ursprung in Europa haben, sollen bis 2026 auf satte 404 Milliarden Euro ansteigen! Das klingt schon mal vielversprechend, oder? Die Global Business Travel Association (GBTA) sagt ein Ausgabenwachstum von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr voraus. Allerdings – und das ist fast schon ein bisschen paradox – wird die Zahl der Geschäftsreisen nur um 0,7 Prozent zunehmen, was rund 600 Millionen Reisen entspricht. Es scheint, als würden die Reisenden tiefer in die Tasche greifen, während die Anzahl der Reisen relativ konstant bleibt.

Das Trendfieber hält die Branche fest im Griff, denn laut den Erwartungen der GBTA werden die weltweiten Geschäftsreiseausgaben 2026 sogar bei 1,52 Billionen Euro liegen, mit etwa 1,84 Milliarden Geschäftsreisen weltweit. Europa wird einen beträchtlichen Anteil daran haben – etwa 27 Prozent der globalen Ausgaben. Und Deutschland? Das bleibt der größte europäische Geschäftsreisemarkt mit prognostizierten 79,9 Milliarden Euro Ausgaben, was etwa 19,8 Prozent der gesamten europäischen Ausgaben ausmacht. Die Zahlen zeigen, dass die großen Player wie Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien – zusammen etwa 62 Prozent der europäischen Ausgaben – immer noch eine zentrale Rolle spielen.

Wachstum und Herausforderungen im Geschäftsreise-Sektor

Der Markt für Geschäftsreisen hat sich nach der Corona-Pandemie deutlich verändert. Während der Pandemie lag die Reisetätigkeit monatelang brach, und auch wenn es jetzt wieder aufwärts geht, ist das Niveau von vor der Pandemie noch lange nicht erreicht. 2019 waren es in Deutschland noch knapp 200 Millionen Geschäftsreisen, 2024 wurden hingegen nur rund 107 Millionen Geschäftsreisen registriert. Unternehmen fangen an, ihre Reisepolitik zu überdenken und stellen öfter die Frage: Sind Geschäftsreisen wirklich notwendig? Digitale Kommunikationsmittel erleichtern den Austausch, egal wo man sich gerade befindet. Die Digitalisierung und das Thema Nachhaltigkeit rücken immer mehr ins Blickfeld der Unternehmen.

Die GBTA hat zudem eine spannende Studie zusammen mit Cvent veröffentlicht, die die Struktur und Personalbesetzung moderner Geschäftsreiseprogramme beleuchtet. Dabei wird deutlich, dass die Verantwortlichkeiten in den Travel-Management-Teams zunehmen und diese immer mehr funktionsübergreifende Aufgaben übernehmen. Erstaunlicherweise geben 62 Prozent der Travel Manager an, dass ihre Programme personell unterbesetzt sind. Ein echter Engpass, der die Effizienz und möglicherweise auch die Innovationskraft der Geschäftsreiseorganisationen einschränken könnte.

Wohin geht die Reise?

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass laut einer GBTA-Befragung von 2025 63 Prozent der Geschäftsreisen Inlandsreisen waren, während 37 Prozent internationale Reisen umfassten. Übernachtungen sind nach wie vor ein großer Teil der Geschäftsreiseaktivitäten, mit einem Durchschnitt von 3,6 Nächten für Reisen, die eine Übernachtung beinhalteten. Die häufigsten Reisegründe sind Kunden-, Vertriebs- und Betreuungsgespräche, aber auch Schulungen und Konferenzen spielen eine wichtige Rolle. Ein Großteil der Befragten – nämlich 74 Prozent – erwartet für 2026 eine gleichbleibende oder sogar erhöhte Reisehäufigkeit.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Geschäftsreisen sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. In Frankfurt am Main wurden beispielsweise direkte Ausgaben von Geschäftsreisenden auf 4,2 Milliarden Euro geschätzt, was eine unterstützte gesamte Wirtschaftsleistung von 6,2 Milliarden Euro zur Folge hat. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig Geschäftsreisen für die lokale Wirtschaft sind – und dass sie auch in einer zunehmend digitalen Welt ihren Platz haben.

Insgesamt stehen die Zeichen auf Wachstum, doch die Branche muss sich den neuen Herausforderungen stellen. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Trends weiterentwickeln und wie Unternehmen ihre Reiseprogramme anpassen, um den Ansprüchen der Zukunft gerecht zu werden.