In Kroatien, einem beliebten Urlaubsziel für viele Deutsche, bahnt sich ein Wandel an. Der boomende Markt für nicht-kommerzielle Ferienunterkünfte hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt, und das macht den Verantwortlichen in der Tourismusbranche zunehmend Sorgen. Laut dem Buchungssystem eVisitor und der Kroatischen Zentrale für Tourismus (HTZ) gibt es mittlerweile über 700.000 nicht-kommerzielle Betten, die offiziell nur für den Eigengebrauch gedacht sind. Diese Zahl ist im Vergleich zu 2019, als es noch 200.000 weniger waren, stark gestiegen. Das hat auch Auswirkungen auf die touristische Infrastruktur, denn die Kontrolle über diese Unterkünfte gestaltet sich als äußerst schwierig.
Besonders im Bezirk Zadar, wo 2025 vier Millionen nicht-kommerzielle Übernachtungen registriert wurden, wird der Druck auf die klassischen Hotels und Campingplätze immer größer. Mit nur 180.000 Hotelbetten und 250.000 Campingplätzen stehen die regulären Anbieter vor einer Herausforderung. Währenddessen haben Ausländer zwischen 2019 und Ende 2025 rund 70.000 Immobilien in Kroatien erworben, wobei Slowenen und Deutsche die Hauptkäufer sind. Viele dieser Immobilien werden zwar als privat genutzt, aber häufig heimlich vermietet, ohne die fälligen Steuern zu zahlen. Das führt zu einem unlauteren Wettbewerb, der von Tourismus-Berater Nedo Pinezić scharf kritisiert wird.
Neue Regeln ab 2026
Mit dem Ziel, die Marktverhältnisse zu ordnen und Einnahmen zu sichern, wird ab Juni 2026 ein neues Gesetz in Kraft treten. Jede Unterkunft, egal ob professionell oder privat vermietet, muss dann offiziell registriert sein. Angebote ohne gültige Registrierungsnummer dürfen nicht mehr beworben oder vermittelt werden. Plattformen wie Airbnb oder Booking.com müssen ihre Systeme entsprechend anpassen und Inserate ohne offizielle Kennzeichnung entfernen. Die Reform verfolgt mehrere Ziele: die Reduzierung illegaler Kurzzeitvermietungen, eine stärkere steuerliche Erfassung der touristischen Einnahmen sowie den Schutz seriöser Anbieter.
Die Behörden erhalten durch diese neuen Regelungen auch erweiterte Möglichkeiten zur Überprüfung und Ahndung von Verstößen. Reisende müssen künftig verstärkt auf offizielle Kennzeichnungen und Registrierungsnummern achten, um sicherzustellen, dass sie in einer legalen Unterkunft wohnen. Kleinere, informelle Angebote könnten vom Markt verschwinden, wenn sie die Anforderungen nicht erfüllen können. Diese Reform soll nicht nur den Wettbewerb fairer gestalten, sondern auch den Einfluss auf den regulären Wohnungsmarkt verringern.
Transparenz für Reisende
Die bevorstehenden Änderungen im kroatischen Tourismus zielen darauf ab, den Urlaub in Kroatien planbarer und transparenter zu machen. Die digitale Erfassung aller registrierten Unterkünfte wird die Grundlage für künftige Kontrollen bilden. In Zeiten, in denen die Urlauberzahlen steigen und die Buchungsplattformen florieren, ist es umso wichtiger, dass Reisende sich auf die Seriosität ihrer Unterkünfte verlassen können. Die Reform könnte dazu führen, dass die touristische Landschaft in Kroatien neu gestaltet wird und sowohl Gäste als auch Anbieter von einem fairen und transparenten Markt profitieren.
Mit Blick auf die Entwicklungen im Verkehr und Mautsystem sowie einer unkomplizierten Einreise für deutsche Urlauber, wird Kroatien weiterhin ein attraktives Ziel bleiben. Doch die steigenden Preise im Tourismus könnten die Urlauber dazu anregen, verstärkt auf die rechtlichen Rahmenbedingungen zu achten, die nun in den kommenden Jahren wohl noch strikter werden.
Für weitere Informationen zu den neuen Regelungen und deren Auswirkungen auf den Markt für Ferienunterkünfte in Kroatien, können Sie die offizielle Quelle konsultieren.