Heute ist der 30.09.2026. Wenn man an den Sommer 2026 in Frankreich denkt, könnte man meinen, man hätte einen Film über die Hitzewelle und die Waldbrände gesehen – ein Drama, das sich in der Realität abspielte. Der Sommer war der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, mit einer Durchschnittstemperatur von 24 Grad. Das ist 3,6 Grad über dem langjährigen Mittel. Und trotzdem hat das Land einen Tourismusboom erlebt, der selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen hat.

260,5 Millionen touristische Übernachtungen zwischen Mai und August! Wow! Das sind 2,8 Millionen mehr als im Vorjahr, was einen Anstieg von 1,1 Prozent bedeutet. Die höchste Zahl seit mindestens 15 Jahren! Man fragt sich, wie das möglich ist, wenn man die Bilder von brennenden Wäldern und ausgedörrten Landschaften im Kopf hat. Dennoch hat sich die Tourismuslandschaft ein Stück weit verändert; die Urlauber haben anscheinend die Hitze und die brennenden Wälder ignoriert oder sie haben einfach die kühlere Luft in den nördlichen Regionen gesucht.

Regionale Unterschiede im Tourismus

Die Mittelmeerregion stagnierte mit einem mickrigen Plus von nur 0,3 Prozent, während die Küstenregionen zwischen Ärmelkanal und Nordsee einen Anstieg von 5,6 Prozent verzeichnen konnten. Auch die nördliche Atlantikküste und die westliche Ärmelkanalküste (Bretagne) haben mit 5 Prozent zugelegt. Interessant ist, dass die französischen Gebirge einen Zuwachs von 1,3 Prozent auf rund 45 Millionen Übernachtungen verzeichneten. Während urbanen Gebieten die Übernachtungen um 3,9 Prozent zurückgingen, stiegen sie in ländlichen Regionen um 3,2 Prozent. Irgendwie lustig, dass die Stadturlauber die Natur hinter sich lassen und die Reisenden aufs Land ausweichen. Camping bleibt die bedeutendste Unterkunftsform mit 126,5 Millionen Übernachtungen, ein Plus von 1,1 Prozent. Hotels konnten rund 92 Millionen Übernachtungen verzeichnen – ein Plus von 1,7 Prozent.

Deutsche Urlauber haben sich mit 9,7 Millionen Nächten auf französischen Campingplätzen (plus 1,3 Prozent) und 3,9 Millionen Hotelübernachtungen auch nicht lumpen lassen. Im Juli hat Frankreich durch internationale Besucher sogar 9,4 Milliarden Euro eingenommen! Ein Anstieg von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wo sich die Einnahmen aus dem deutschen Markt um 9 Prozent erhöhten. Da kann man nur sagen: Respekt!

Klimawandel und seine Auswirkungen

Doch während wir hier über die positiven Seiten sprechen, dürfen wir den Elefanten im Raum nicht vergessen – den Klimawandel. Laut dem Europäischen Klimazustandsbericht heizt sich Europa seit 1980 schneller auf als der globale Durchschnitt. 2025 war ein Jahr voller extremen Wetters. Überdurchschnittliche Temperaturen, Rückgang der Schnee- und Eisbedeckung, Dürren und die schlimmsten Waldbrände in den letzten Jahren. Besonders die Hitzewelle in Nordeuropa war heftig. Diese Entwicklungen sind alarmierend und lassen sich nicht von der Hand weisen. Die europäische Meeresregion hat die höchsten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet, ein Trend, der sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen könnte, wenn wir nicht dringend handeln.

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Florian Pappenberger, Generaldirektor des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage, hat es so treffend formuliert: Europa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent. Es scheint fast so, als ob wir uns in einem ständigen Wettlauf gegen die Zeit befinden, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Die Bundesregierung hat neue Maßnahmen im Klimaschutz mit einem Budget von acht Milliarden Euro eingeplant. Doch ob das ausreicht? Es bleibt abzuwarten.

Am Ende des Tages zeigt der Rekord von 2026, dass sich die touristische Landkarte vielleicht verschiebt. Kühlere Regionen und klimatisierte Unterkünfte könnten an Bedeutung gewinnen. Die Vor- und Nachsaison werden immer wichtiger, und wir sollten uns fragen: Was bedeutet das für die Zukunft des Reisens?