Die Wintersaison 2025/2026 in Tirol hat sich als erfreulich stabil erwiesen, mit insgesamt 24,7 Millionen Nächtigungen, was einer Steigerung von 2,8% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Gästeankünfte lagen bei 5,7 Millionen, ein Plus von 3,9%. Trotz globaler Krisen äußert sich der Tiroler Tourismuslandesrat Mario Gerber zufrieden über die anhaltende Nachfrage in der Region. Doch während die Zahlen auf den ersten Blick positiv erscheinen, zeichnen sich auch Herausforderungen ab, insbesondere für kleine Betriebe, die unter wirtschaftlichem Druck stehen.
Eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) hebt die immense Bedeutung des Tourismus für Tirol hervor: Die Gesamtwertschöpfung beträgt 10,2 Milliarden Euro, und über 25% der Wirtschaftsleistung der Region stammen aus diesem Sektor. Fast 83.000 Vollzeitäquivalente sind im Tourismus beschäftigt – über 25% der Arbeitsplätze in Tirol. Die Steuern und Abgaben, die durch den Tourismus generiert werden, belaufen sich auf 6,3 Milliarden Euro. Deutschland bleibt der stärkste Quellmarkt mit 12,4 Millionen Nächtigungen, gefolgt von den Niederlanden, dem heimischen Markt, dem UK und der Schweiz.
Herausforderungen für Kleinbetriebe
Trotz des Anstiegs der Gästezahlen zeigt ein Fitness-Check besorgniserregende Ergebnisse für kleine Betriebe: Hohe Preissteigerungen und gestiegene Personalkosten setzen ihnen zu. Während im Jahr 2024 noch 60% der Betriebe in der Lage waren, gestiegene Kosten vollständig an die Gäste weiterzugeben, waren es 2025 nur noch 33%. Alois Rainer, Spartenobmann für Tourismus, warnt daher vor den wirtschaftlichen Herausforderungen, die viele Kleinbetriebe bewältigen müssen, auch wenn die Nachfrage nicht nachlässt.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste hat sich leicht auf 4,3 Tage reduziert, was einen Rückgang von 0,1 Tagen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Konzentration der Gäste ist stark auf die Monate Dezember bis Februar ausgerichtet, während im März und April ein Rückgang der Nachfrage zu verzeichnen ist. Um dem entgegenzuwirken, wurden Investitionen in Höhe von 500.000 Euro in die Winterkampagne sowie in den „Gletscherfrühling“ getätigt. Zudem wird das Projekt „Attraktiver Ganzjahrestourismus“ mit 16 Tourismusverbänden vorangetrieben, um die Saison über das Winterhalbjahr hinaus zu verlängern.
Ein Ausblick auf die Sommersaison
Für die Sommersaison 2025 gibt es gemischte Erwartungen: 15% der Betriebe rechnen mit einer besseren Buchungslage, während 51% von stabilen Buchungen ausgehen. Interessanterweise hatten 20% der Betriebe in der Wintersaison 2025 höhere Buchungen aus Deutschland. Trotz der positiven Perspektiven bleibt zu bedenken, dass 85% der Betriebe ihre relevanten Jobs für den Sommer bereits besetzen konnten, was auf eine gewisse Zuversicht in der Branche hindeutet.
Es ist bemerkenswert, dass die Erfassung von Ankünften und Nächtigungen seit der Wintersaison 2009/10 auf Verbandsebene getrennt erfolgt, was zu geringfügigen Abweichungen in den Werten führen kann. In den kommenden Monaten wird es entscheidend sein, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickeln und welche Maßnahmen ergriffen werden, um den Herausforderungen im Tourismus zu begegnen.
Tirol hat eine lange Tradition im Tourismus, beginnend mit dem „Durchgangs-Fremdenverkehr“ bis Ende des 19. Jahrhunderts. Ab dem 20. Jahrhundert wuchs die Nachfrage nach Tirol als Urlaubsland, was zur Entwicklung des Wintertourismus und des Alpinismus führte. Im Tourismusjahr 2024/25 sind die Nächtigungen um 1,7% auf 49,6 Millionen gestiegen, was die anhaltende Attraktivität der Region unterstreicht. Doch die Branche bleibt gefordert, sich den wechselnden Marktbedingungen anzupassen und neue Zielgruppen zu erschließen, um die Zukunft des Tiroler Tourismus nachhaltig zu sichern.
Für detailliertere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Tiroler Tourismus können Sie die Quellen hier, hier und hier einsehen.