Wendepunkt im Tourismus: Resilienz und Flexibilität als Schlüssel zum Erfolg
Heute ist der 7.10.2026 und die Welt des Tourismus steht an einem Wendepunkt. Wenn wir auf die vergangenen Jahre zurückblicken, wird schnell klar, dass die geopolitischen Unsicherheiten die Branche wie ein Gewitter über uns hangen. Am 29. September 2026 sprach Hans R. Amrein, Chefredaktor von Hotel Inside, auf dem Hotel Optimal Kongress in Fuschl bei Salzburg über die Folgen dieser Unsicherheiten für den Tourismus und die Hospitality-Branche. Er stellte fest, dass Reisen trotz aller Widrigkeiten nicht aufhören wird. Im Gegenteil, wir müssen uns an die neue Normalität gewöhnen – Unsicherheit wird zum alltäglichen Begleiter. Und ja, die Krisen haben zugenommen: Kriege, gesperrte Lufträume und Extremwetterphänomene beeinflussen unsere Reisepläne und die Hotellerie enorm.
Amrein hob hervor, dass eine klare Positionierung für Hotels unerlässlich ist, um den steigenden Zimmerpreisen gerecht zu werden. Die Erwartungen der Gäste müssen übertroffen werden, und das geht nur, wenn die Hotels flexibel bleiben. Gäste buchen kurzfristiger, achten mehr auf Sicherheit und wollen einfache Umbuchungsbedingungen. Das ist der neue Standard. Und in der DACH-Region, wo politische Stabilität und gute Erreichbarkeit herrschen, liegen große Chancen. Aber auch dort ist Resilienz gefragt – Diversifikation in Quellmärkten, Vertriebskanälen und Lieferanten ist wichtig, um nicht ins Straucheln zu geraten.
Neue Realitäten im Tourismus
Wie Dr. Giuliano Bianchi von der EHL Hospitality Business School anmerkt, sind Preisanpassungen und Resilienz zentrale Themen, die die Hotellerie revolutionieren. Die Energiekrisen, Lieferkettenprobleme und der Fachkräftemangel – all das sind Herausforderungen, die sich auf die Preise und die Kostenstruktur der Hotels auswirken. In Städten wie Amsterdam, Lissabon und Wien steigen die Hotelpreise, selbst wenn die Auslastung nicht optimal ist. Wohlhabende Gäste sind bereit, dafür mehr zu zahlen, denn sie suchen nach Zuverlässigkeit und operativer Sicherheit. Resilienz wird so zum neuen Luxusprodukt!
Wenn wir uns die internationale Reisesituation anschauen, wird deutlich: Trotz aller Krisen, die uns in den letzten Jahren beschäftigt haben, haben wir 2024 fast wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht. 2025 gab es sogar einen Rekord mit 1,52 Milliarden internationalen Ankünften. Das zeigt doch, dass die Nachfrage nach Reisen weiterhin stark bleibt – auch wenn die Rahmenbedingungen volatiler werden.
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
Ein weiterer Punkt, der uns zum Nachdenken anregen sollte, ist die Notwendigkeit von flexiblen Geschäftsmodellen. Hotels müssen personelle Reserven einplanen und die Energieversorgung strategisch gestalten. Die Branche muss sich anpassen, ähnlich wie die Finanz- oder Luftfahrtindustrie, wo Unsicherheiten längst in die Kalkulationen eingeflossen sind. Bianchi sieht es klar: Geopolitische Risiken müssen Bestandteil der Preisgestaltung und der Betriebsmodelle werden. Die Hotellerie steht also vor einem Umbruch, in dem Anpassungsfähigkeit entscheidend ist.
Auf der ITB 2026 wurde deutlich, dass Sicherheit beim Reisen immer mehr in den Vordergrund rückt. Das Vertrauen der Reisenden ist fragil, und das könnte zu einer Renaissance der Nah- und Mittelstreckenreisen führen. Joschka Fischer sprach über die Resilienz der Branche und wies darauf hin, dass wir Frieden brauchen, um eine positive Entwicklung im Tourismus zu fördern. Aber wie sieht das in der Praxis aus? Mit gleichzeitigen Krisen konfrontiert, wie etwa Waldbränden und Wassermangel, bleibt es spannend zu beobachten, wie sich die Branche anpassen wird.
Keine Frage, die Hotellerie wird sich ändern. Die Nachfrage bleibt stark, aber die Bedingungen sind anspruchsvoll. Wer heute im Hotelgewerbe bestehen will, muss sich klar positionieren und die Erwartungen der Gäste übertreffen. Das sind die Lektionen, die wir aus den aktuellen geopolitischen Herausforderungen ziehen können. Seien wir gespannt, wie sich die Branche weiterentwickelt und welche innovativen Ansätze sie künftig verfolgen wird!
