Am 13. bis 15. April 2026 wird Lech am Arlberg zum Schauplatz des 35. TFA TourismusForum Alpenregionen. Rund 140 Entscheider aus der Bergbahn- und alpinen Tourismusbranche aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Südtirol werden sich versammeln, um über die Zukunft des Tourismus in den Bergen zu diskutieren. Unter dem Leitthema „Der Berg verhandelt nicht – Realitätssinn im Tourismus der Zukunft“ werden zahlreiche spannende Beiträge und Diskussionen erwartet.
Der erste Forumstag wird durch Salome Meyer, Botschafterin der Schweiz in Österreich, eröffnet. Ein Höhepunkt wird der Beitrag von Prof. Dr. Thomas Bieger sein, der die These aufstellt, dass der Tourismus in seiner bisherigen Form nicht mehr benötigt wird. Die gesellschaftliche Legitimation der Bergbahnen wird ebenfalls thematisiert, und Fernando Lehner wird über die Resilienz im Angesicht von Naturkatastrophen wie dem Gletscherabbruch und Bergsturz in Blatten im Lötschental sprechen.
Technologische Anpassungen und strategische Ausblicke
Am zweiten Tag des Forums liegt der Fokus auf Strategie und Struktur. Hier werden Benedicta Aregger und Björn Luginbühl den „Kompass Schnee“ vorstellen. Diskutiert wird auch die Zukunft des Skifahrens bis 2050, mit einem klaren Trend zu weniger Talabfahrten und einer verstärkten technischen Beschneiung, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Reto Gurtner wird Einblicke in den Wettbewerb mit großen amerikanischen Marktteilnehmern wie Vail Resorts geben und die Arlberger Region als Fallbeispiel für eine Vielzahl eigenständiger Seilliftgesellschaften präsentieren.
Ein weiterer spannender Punkt wird das Gespräch zwischen Darco Cazin und Dominik Linser über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Bike-Tourismus sein. Den Abschluss des Forums bildet Gerriet Danz mit einem Plädoyer für Anpassungsfähigkeit in der Branche, denn der Wandel ist unumgänglich.
Emotionale Wiederauferstehung in Blatten
Ein brandaktuelles Beispiel für den Wandel im Bergtourismus ist das Walliser Dorf Blatten, das am 20. Dezember 2025 von einem schweren Berg- und Gletschersturz heimgesucht wurde. Dieser Katastrophe fielen weite Teile des Dorfes zum Opfer, einschließlich der Hotels „Nest- und Bietschhorn“ und „Edelweiss“. Doch der Neuanfang ist bereits in vollem Gange: In nur 105 Tagen wurde ein temporäres Hotel mit 64 Betten und einem atemberaubenden Bergblick errichtet. Die Unternehmerin Esther Bellwald und ihre Partner haben sich unermüdlich dafür eingesetzt, das Hotel „Momentum“ zu realisieren, das am Tag vor der offiziellen Eröffnung noch eine Baustelle war.
Die Eröffnung des neuen Hotels war von einer Mischung aus Müdigkeit und glücklichem Stolz geprägt, und der Gemeindepräsident Matthias Bellwald betont die Notwendigkeit, den Wiederaufbau von Blatten bis 2029 voranzutreiben. Eine neue Gefahrenkarte zeigt, dass 70% der ursprünglichen Gemeinde in der roten Gefahrenzone liegen, was bedeutet, dass dort nicht mehr gebaut werden darf. Die Vision für Blatten ist ein „Bergdorf 2.0“, das auf verdichtetem Bauen basiert und den Herausforderungen der Zeit Rechnung trägt.
Nötige Anpassungen im Tourismus
Die Entwicklungen in der alpine Tourismusbranche sind nicht nur auf lokale Ereignisse beschränkt. Die Prognosen zeigen, dass bis 2050 über 70% der alpinen Skigebiete unter natürlicher Schneeunsicherheit leiden könnten. Das stellt den traditionellen Wintertourismus in den Alpen in Frage und verdeutlicht die Dringlichkeit eines Wandels. Ein ganzjähriges Tourismuskonzept, das über die reinen Skiabfahrten hinausgeht, wird immer wichtiger. Sommer- und Herbstangebote gewinnen an Bedeutung, während nachhaltige Strategien, einschließlich erneuerbarer Energien, entscheidend sind.
Die Anpassung bestehender Geschäftsmodelle in Hotels und Skigebieten wird unvermeidlich sein, insbesondere angesichts der abnehmenden Schneesicherheit und der steigenden Kosten für technische Beschneiung. Innovative Projekte zur Förderung der Biodiversität in Skigebieten und die Zusammenarbeit zwischen privaten Betrieben und öffentlichen Behörden sind von zentraler Bedeutung, um den Herausforderungen des Klimawandels erfolgreich zu begegnen.
Das TFA TourismusForum bietet somit nicht nur eine Plattform für den Austausch von Ideen, sondern ist auch ein wichtiger Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Entwicklung des alpinen Tourismus.
Für weitere Informationen zu den Entwicklungen in Blatten und den Herausforderungen des alpinen Tourismus, besuchen Sie die Quellen: Seilbahn.net, Tagesschau.de, und Wirtschaftspuls Bayern.