Heute ist der 18.08.2026 und die Situation im deutschen Gastgewerbe macht einem ganz schön zu schaffen. Laut einer aktuellen Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat sich die Lage im Land dramatisch verschlechtert. 2025 gingen bundesweit 190.000 Unternehmen den Bach runter, das ist ein Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das lässt einen schon nachdenklich zurück, denn es ist die höchste Zahl an Schließungen seit über 20 Jahren. Und was besonders erschreckend ist: Nur ein Achtel dieser Schließungen ist auf Insolvenzen zurückzuführen – die meisten betreffen freiwillige Geschäftsaufgaben.

Im Rhein-Neckar-Kreis haben über 1.200 Firmen die Segel gestrichen, darunter mehr als 1.000 in Mannheim und etwa 400 in Heidelberg. Der Neckar-Odenwald-Kreis kann sich auch nicht aus der Statistik herausstehlen, dort waren es rund 250 Schließungen. In ganz Baden-Württemberg sind es etwa 24.000 Unternehmen, die nicht mehr für frischen Wind sorgen. Diese Entwicklung ist kein Einzelfall – es ist ein bundesweiter Negativtrend, der auf technologischen und demografischen Wandel sowie auf einen akuten Arbeitskräftemangel zurückgeführt wird. Viele Inhaber gehen in den Ruhestand und finden keinen Nachfolger, was die Situation weiter verschärft.

Das Gastgewerbe im besonderen Fokus

Besonders dramatisch ist die Lage im Gastgewerbe. Hier gab es 15 Prozent mehr Schließungen im Vergleich zum Vorjahr – das sind etwa 15.000 Gaststätten und Beherbergungsunternehmen, die einfach dichtgemacht haben. Selbst der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen, der zur Unterstützung des Sektors eingeführt wurde, konnte die Wogen nicht glätten. Auf der anderen Seite leiden auch die Gesundheitsbranche und die Baubranche unter hohen Schließungszahlen. Fast 11.000 Gesundheitseinrichtungen, darunter rund 5.500 Arztpraxen, haben 2025 aufgegeben. Und das ist fast doppelt so viel wie noch 2008.

Die Gründe für diese Besorgnis erregende Entwicklung im Gesundheitswesen sind häufig die Altersabgänge der Inhaber, die ohne Nachfolger in den Ruhestand gehen. Auch in der Industrie ist die Lage nicht rosig: Rund 11.000 Betriebe mussten ihre Pforten schließen, was einem Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Experten von Creditreform sprechen sogar von einer „Krisenzange“, die die deutsche Wirtschaft schädigt. Geopolitische Verwerfungen und hohe Energiepreise sind hier die großen Übeltäter.

Ein stiller Abschied

Wenn man sich die Zahlen so anschaut, wird einem ganz schwummerig. Die Schließungen erfolgen oft geräuschlos, die Mehrheit der Geschäftsaufgaben geschieht ohne großes Aufsehen. Das Bild ist klar: Es sind in erster Linie die Inhaber, die sich aus dem Geschäft zurückziehen, oft aus Altersgründen. Die letzte höhere Zahl an Unternehmensschließungen wurde übrigens 2007 mit fast 208.000 verzeichnet. Es scheint, als ob wir uns in einem Teufelskreis befinden, der sich nur schwer durchbrechen lässt.

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Wie es weitergeht? Das ist die große Frage. Das Gastgewerbe wird sicherlich weiterhin unter Druck stehen, und die Schließungen könnten noch zunehmen, wenn nicht bald Lösungen für die Probleme gefunden werden. Die Herausforderungen sind gewaltig und verlangen nach kreativen Ansätzen und einer soliden Strategie. Nur so kann das Gastgewerbe – und auch die anderen betroffenen Branchen – wieder aufblühen. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen und dass neue Ideen die alten Strukturen ersetzen werden.