Die Sorgen um die Wasserversorgung wachsen und sind nicht nur in der Schweiz ein großes Thema. Besonders der Sommer 2023 hat uns vor Augen geführt, wie fragil unser Wasserhaushalt ist. Während in den Bergen mit Helikoptern Wasser für Tiere und SAC-Hütten herbeigeschafft wird, sinken die Pegelstände vieler Flüsse und Seen auf Rekordtief. Die Trockenheit macht uns allen zu schaffen, und man fragt sich: Wie gehen wir mit dieser kostbaren Ressource um? Kommt der Wassermangel auch in der Gastronomie und im Gastgewerbe an?

Die Umfrage des Instituts Marketagent Schweiz zeigt, dass fast die Hälfte der Bevölkerung sich um die Wasserverfügbarkeit sorgt. Und es sind nicht nur die Bürger, die sich Gedanken machen: Auch die Hotellerie muss aktiv werden. Im Sporthotel Pontresina wurde zwischen 2012 und 2022 eine beeindruckende Emissionsreduktion von 60 Prozent erzielt – und das Thema Wasserverbrauch spielte dabei eine zentrale Rolle. Clever eingesetzte Durchflussbegrenzer an Duschen und der verstärkte Einsatz von Dampfgeräten in der Reinigung sind nur einige der Maßnahmen, die bereits ergriffen wurden.

Wassersparen im Gastgewerbe

Das Hotel plant sogar, Dampfreinigung stärker in die Zimmerreinigung zu integrieren. Für viele mag das wie ein kleiner Schritt erscheinen, doch wie wir wissen: Kleine Einsparungen können über eine Saison hinweg einen echten Unterschied machen! Es gibt praktische Tipps fürs Wassersparen, die auch die Gastronomie umsetzen kann. Zum Beispiel: Wasserverbrauch messen, effiziente Armaturen verwenden und Toiletten mit Zwei-Mengen-Spülungen ausstatten. Auch die Nutzung von Regen- und Grauwasser für Toilettenspülungen könnte eine Lösung sein, solange die Kreisläufe vom Trinkwasser getrennt sind.

Schaut man sich die Zahlen an, wird klar, wie wichtig das Thema ist. Im Jahr 2021 wurden in der Schweiz 914 Millionen m³ Wasser bereitgestellt, und der Trinkwasserverbrauch ist seit den 1990er-Jahren konstant rückläufig. Dennoch zeigt die aktuelle Situation, dass längere Trocken- und Hitzeperioden zu einem hohen Wasserbedarf führen könnten. Vor allem die Landwirtschaft, die schon 2006 rund 410 Millionen m³ Wasser benötigte, muss sich auf einen Anstieg des Wasserbedarfs um etwa 40 % bis Ende des Jahrhunderts einstellen. Und ohne wirksame Klimaschutzmaßnahmen wird der Bewässerungsbedarf für landwirtschaftliche Kulturen bis dahin sogar doppelt so hoch sein.

Die Rolle des Klimawandels

Der Klimawandel wirkt sich auf so viele Bereiche aus – auch auf die Wasserversorgung. Höhere Temperaturen führen zu mehr Verdunstung und damit zu einem erhöhten Wasserbedarf für Pflanzen. Das bedeutet nicht nur, dass die Landwirtschaft sich auf klimabedingte Risiken wie Hitzestress oder Schädlingsdruck einstellen muss, sondern auch, dass Unternehmen im Gastgewerbe ihre Strategien überdenken sollten. Schließlich sind unsere Gewässer nicht nur für die Landwirtschaft von Bedeutung; sie sind auch essenziell für die Energieerzeugung und den Tourismus.

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Das Gastgewerbe wird sich anpassen müssen. Die Bundesregierung empfiehlt, die Wasserversorgung aus mindestens zwei unabhängigen Quellen zu beziehen und sich mit Nachbarn zu vernetzen. Denn die Schweiz wird voraussichtlich keinen Trinkwassermangel erleben, doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Die Gefahren durch steigende Temperaturen, die die Lebensbedingungen im Wasser beeinträchtigen, sind bereits jetzt spürbar. Da bleibt die Frage: Wie gehen wir mit dieser wertvollen Ressource um und wie können wir gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft sorgen? Die Antwort liegt in der Bereitschaft, aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Das ist nicht nur ein Thema für die großen Unternehmen, sondern auch für jedes einzelne Hotel und Restaurant.

Die Zukunft des Wassers ist ungewiss, doch eines ist sicher: Wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, um die bald vielleicht knappe Ressource zu schützen. Denn Wasser ist Leben – für uns und die kommenden Generationen.