Arbeitsmarkt im Kanton Bern: Stabilität trifft saisonale Herausforderungen
Die Arbeitsmarktlage im Kanton Bern präsentiert sich im September 2026 mit einer stabilen Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent. Ein kleiner Anstieg um 78 auf insgesamt 12’208 registrierte Arbeitslose hat sich jedoch eingestellt. Was vielleicht auf den ersten Blick alarmierend wirkt, wird durch saisonale Effekte im Gastgewerbe relativiert. Das Gastgewerbe hat in dieser Zeit einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 64 Personen verzeichnet. Auch im Gesundheits- und Sozialwesen gab es mit 35 zusätzlichen Arbeitslosen einen Zuwachs. Ein positives Licht werfen die Zahlen für die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, wo die Arbeitslosigkeit um 50 Personen gesenkt werden konnte.
Inmitten all dieser Zahlen ist auch eine erfreuliche Entwicklung zu beobachten: Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren ging die Zahl der Arbeitslosen um 11 auf 1’435 zurück. Das zeigt, dass gerade die Jüngeren auf dem Arbeitsmarkt mehr Chancen haben. Im Vergleich zum September des Vorjahres ist jedoch ein Anstieg von 786 Personen zu verzeichnen – ein Zeichen dafür, dass die wirtschaftliche Lage nicht immer rosig ist. Zudem haben die Behörden 40 Gesuche für Kurzarbeit genehmigt, was potenziell 416 Beschäftigte betrifft.
Saisonale Schwankungen im Fokus
Wenn wir einen Blick auf den November werfen, zeigt sich ein saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit, der im Baugewerbe um 164 Personen und im Gastgewerbe um 156 Personen zu verzeichnen ist. Die touristische Zwischensaison hat hier ihre Spuren hinterlassen. Auch andere Bereiche, wie die „Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (+115) und der „Handel; Reparatur- und Autogewerbe“ (+76, davon 64 im Handel), haben einen Anstieg erlebt. Doch keine Panik: saisonbereinigt blieb die Arbeitslosigkeit stabil bei 2,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat.
Eine interessante Beobachtung ist die unterschiedliche Verteilung der Arbeitslosigkeit in den Verwaltungskreisen. Während in neun von zehn Verwaltungskreisen die Arbeitslosigkeit anstieg, blieb es im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen ruhig. Hier zeigt sich auch der größte Anstieg im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli. Die Arbeitslosenquote variiert dabei zwischen 1,0 Prozent in Frutigen-Niedersimmental und 4,7 Prozent im Jura bernois. Ein deutlicher Unterschied, der die verschiedenen wirtschaftlichen Bedingungen in den Regionen widerspiegelt.
Statistische Hintergründe
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) ist unser Ansprechpartner, wenn es um die neuesten Arbeitsmarktstatistiken in der Schweiz geht. Auf der Webseite amstat.ch finden sich detaillierte Analysen, Berichte und Daten, die die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt umfassend abbilden. Die monatliche Pressedokumentation hält uns auf dem Laufenden über alle wichtigen Kennzahlen, darunter auch Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und offene Stellen.
Zurückblickend auf die Zahlen: Die Erwerbspersonenbasis lag seit dem 1. Januar 2023 bei 4’717’177 Personen. Dabei gilt es zu beachten, dass die Arbeitslosenquote als Verhältnis der Arbeitslosen zur Erwerbspersonenzahl definiert wird. Personen, die sich bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) registriert haben und sofort vermittelbar sind, fallen ebenfalls in die Statistik. Und auch wenn jemand ausgesteuert wird, bleibt er in der Statistik erfasst, solange er sich beim RAV meldet. Damit wird sichergestellt, dass niemand im System verloren geht.
Die aktuelle Situation im Berner Arbeitsmarkt ist also ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Dynamik, die sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt. Manchmal ist es einfach die Zeit des Wandels – und es bleibt spannend, wie sich die Lage weiterentwickelt.
