In den britischen Pubs, Bars und Restaurants haben die Getränkeumsätze in der ersten Oktoberhälfte eine stagnierende Entwicklung durchlaufen. Die kalten, feuchten Witterungsbedingungen schienen die Menschen dazu zu bewegen, lieber zu Hause zu bleiben, was sich nachteilig auf die Verkaufszahlen auswirkte. In der Woche bis zum 10. Oktober sanken die Umsätze um 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Ein echter Dämpfer, der die Betreiber vor Herausforderungen stellte. Doch wie es so oft der Fall ist, brachte die Sonne in der darauffolgenden Woche einen Lichtblick: Die Umsätze stiegen um 1,9 %, als das Wetter sich aufhellte und die Menschen wieder Lust auf einen Ausflug in ihr Lieblingslokal bekamen.

Über die letzten Wochen hat sich ein klarer Trend abgezeichnet: Nach einem kurzfristigen Wachstumsschub während der Fußball-Weltmeisterschaft bleibt der allgemeine Umsatz in der Gastronomie weitgehend unverändert. In der zweiten Septemberhälfte war die Entwicklung ebenfalls schwach, was zeigt, dass die Konsumenten vorsichtiger geworden sind. Laut NielsenIQ gab es in der ersten Oktoberhälfte nur marginale Veränderungen. Die Zahlen belegen, dass Bier und Cider die stärkeren Getränke waren – Bier verzeichnete ein Plus von 1,5 % bis zum 10. Oktober und sogar 5,6 % in der zweiten Woche. Cider folgte mit ähnlichen Zuwächsen, während die Spirituosenkategorie ziemlich ins Straucheln geriet.

Die Entwicklung der Getränkekategorien

Wenn man sich die verschiedenen Getränkekategorien anschaut, wird die Herausforderung für viele Betreiber deutlich. Während Bier und Cider florierten, sahen sich Spirituosen mit einem Rückgang von 16,3 % in der ersten Woche konfrontiert. In der zweiten Woche ging es immerhin um 13,2 % nach oben, aber der Gesamteindruck bleibt besorgniserregend. Viele Verbraucher scheinen erfrischendere und preisgünstigere Longdrinks zu bevorzugen. Das zeigt sich auch in den Zahlen für alkoholfreie Getränke, die in der ersten Woche einen Rückgang von 2,4 % verzeichneten, aber dann um 5,6 % zulegten.

Rachel Weller, die Verantwortliche für den britischen Markt bei NielsenIQ, hat es auf den Punkt gebracht: „Die Zahlen bieten wenig Anlass zur Freude.“ Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind angespannt, und die Verbraucher geben weniger aus – kein Wunder, wenn alles teurer wird. Ein weiterer Faktor ist die bevorstehende Halloween-Saison, auf die viele Betreiber setzen, um zusätzliche Gäste und insbesondere Spirituosenkäufe zu generieren. Halloween könnte der Anstoß sein, den die Branche braucht, um die Verkaufszahlen wieder anzukurbeln.

Warum die Lage so angespannt ist

Ein Blick auf die Hintergründe zeigt, dass die Ausgaben der Verbraucher stark von ihrem verfügbaren Einkommen abhängen. In Zeiten steigender Inflation sind die Briten gezwungen, ihre Ausgaben zu überdenken. Die COVID-19-Pandemie, die Lebenshaltungskostenkrise und ein allgemein rückläufiger Alkoholkonsum sind zusätzliche Belastungsfaktoren für die Branche. In den letzten fünf Jahren sind die Umsätze der Pubs und Bars im Durchschnitt um 5,6 % pro Jahr gesunken. Das ist eine Entwicklung, die nicht ignoriert werden kann.

Für das Jahr 2023/24 wird ein Umsatz von etwa 18,3 Milliarden Pfund geschätzt, was einem Wachstum von 8,5 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ein kleiner Lichtblick, wenn man bedenkt, dass eine nachlassende Inflation in den kommenden Jahren möglicherweise die Ausgaben in Pubs und Bars erhöhen könnte. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Branche weiterentwickeln wird, insbesondere in Anbetracht der großen Herausforderungen, die vor ihr liegen. Die Betreiber müssen kreativ sein und sich anpassen, um in dieser unsicheren Zeit erfolgreich zu bleiben.