Die Gastronomie hat es in den letzten Jahren nicht leicht gehabt. Mit der Corona-Pandemie kamen massive Herausforderungen auf die Branche zu, und auch nach den Lockdowns bleibt die Situation angespannt. Die Preise für Lebensmittel und Energie steigen, während die Gäste sparsamer geworden sind. Malte, der den Landgasthof Waldeslust in Hamfelde vor einem Jahr übernommen hat, kann ein Lied davon singen. Kurz vor einem langen Sommerwochenende kündigt eine wichtige Mitarbeiterin, und er steht plötzlich selbst in der Küche. Das ist nicht nur stressig, sondern zeigt auch, wie sehr die Branche unter Druck steht.

In Hamburg führt Falco sein Lokal Gloria seit fast 30 Jahren. Auch er spürt die Veränderungen: Steigende Kosten und ein verändertes Ausgabeverhalten der Gäste zwingen ihn, sein Konzept zu überdenken. Die körperlichen und psychischen Belastungen, die mit der Gastronomie einhergehen, werden immer deutlicher. Silvana und Burkhard berichten von Leistungsdruck und den Schattenseiten der Gastfreundschaft, die oft für die Gäste mit Genuss verbunden sind. Die Arbeit ist anstrengend – sowohl psychisch als auch physisch.

Fachkräftemangel und Überlastung

Die Situation wird nicht besser. Laut einer Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform mussten zwischen 2019 und 2023 rund 62.000 gastronomische Betriebe in Deutschland schließen. Die Gründe? Ein akuter Fachkräftemangel, der sich aus dem demografischen Wandel und unattraktiven Arbeitsbedingungen ergibt. Es wird immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden. Viele denken über einen Ausstieg aus der Branche nach – eine nicht repräsentative Umfrage der Gewerkschaft NGG zeigt, dass etwa 80 Prozent der Befragten innerlich mit dem Gedanken spielen, etwas anderes zu machen. Das sind alarmierende Zahlen!

Die Arbeitsbelastung führt dazu, dass die Fehlzeiten im Gastgewerbe zunehmen. Nach den Lockdowns war der Krankenstand zwar gesenkt, doch 2023 wurde bei AOK-versicherten Beschäftigten im Rheinland und in Hamburg ein neuer Höchststand von 5,95 Prozent erreicht. Stress, Zeitdruck und massive Mehrarbeit drücken auf die Stimmung und die Gesundheit der Mitarbeiter. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Branche das höchste Risiko für Suchterkrankungen aufweist, wie eine Studie der BARMER zeigt.

Die Zukunft der Gastronomie

Wie geht es weiter? Es gibt Lösungsansätze, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Arbeitgeber müssen die Attraktivität der Berufe erhöhen – bessere Arbeitszeiten, angemessene Bezahlung und Aufstiegschancen sind entscheidend. Auch Quereinsteiger sollten gefördert werden, und die Digitalisierung kann helfen, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Doch das ist ein langer Weg. Der starke Wettbewerb um Fachkräfte führt dazu, dass Personalengpässe in Restaurants und Hotels zur Normalität geworden sind. Längere Wartezeiten und ein Rückgang der Servicequalität sind die Folge.

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Die Politik ist gefordert, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen und die Ausbildung zu fördern. Es braucht einen Dialog zwischen Gastronomiebetrieben und Bildungseinrichtungen, um die Branche zu verbessern. Die Gastronomie hat viel zu bieten, aber es wird Zeit, die Arbeitsbedingungen zu reformieren und das Image der Branche zu verbessern. Denn nur so kann es gelingen, die Herausforderungen zu meistern und die Liebe zur Gastronomie am Leben zu halten. Die Frage bleibt: Wer hat den Mut, diesen Wandel zu wagen?