Die Evolution des Luxus: Erlebnisse statt Besitztümer
Die Welt des Luxus ist in Bewegung – und das nicht nur im übertragenen Sinne. Während der globale Luxusmarkt für das Jahr 2023 ein moderates Wachstum zeigt, gibt es bereits spannende Prognosen für die kommenden Jahre. Laut einem Bericht von Bain & Company und Altagamma wird der Luxussektor bis 2026 um etwa 2 % wachsen, mit einem besonderen Augenmerk auf persönliche Luxusgüter, die zwischen 2 % und 4 % zulegen sollen. Das Wachstum wird maßgeblich durch die steigende Nachfrage nach Reisen, Gastgewerbe und gehobener Gastronomie unterstützt. Klar ist: Die Menschen wollen nicht nur besitzen, sondern erleben!
Die Schätzungen sind beeindruckend. Der globale High-End-Markt wird auf etwa 1,443 Billionen Euro taxiert. Ende 2023 könnte dieser Wert zwischen 1,44 Billionen und 1,47 Billionen Euro liegen. Rund 60 % der Luxusmarken befinden sich bereits über dem Vorjahresniveau, wobei die stärksten Bereiche die Luxus-Erlebnisse sind. Das bedeutet, dass Hotels, Restaurants und Kreuzfahrten stark nachgefragt werden. Tatsächlich wird für diese Erlebnisbereiche ein Wachstum von rund 4 % prognostiziert.
Der Wandel des Luxus
Was bedeutet das für die Verbraucher? Es ist ein spürbarer Wandel in der Definition von Luxus zu beobachten. Immer mehr Menschen tendieren zu „weniger, aber besser“ – vor allem, wenn es um Fine Dining und Gourmetkost geht. Während die Nachfrage nach Wein und Spirituosen schwächer wird, lenken wohlhabende Verbraucher ihre Ausgaben in personalisierte und erinnerungswürdige Kategorien. Und was die Buchungen betrifft? Diese liegen bereits 30 % über dem Vorjahreswert, insbesondere wenn es um immersive Erlebnisse geht. Reisen zu alternativen Zielen, abseits der klassischen Luxushotspots, sind um 20 % gestiegen.
Das bedeutet gleichzeitig, dass Familienreisen und Reisen über mehrere Generationen zunehmen. 50 % der Gen-Z-Konsumenten geben an, dass ihre Eltern einen entscheidenden Einfluss auf ihre Reiseentscheidungen haben. Dieser Trend zeigt, dass Luxus nicht mehr nur mit sozialem Status gleichgesetzt wird; vielmehr geht es um Selbstverwirklichung und Lebensqualität.
Marken im Umbruch
Giovanna Vitelli von Altagamma hebt die wirtschaftliche Bedeutung des Erlebnisluxus für Italien hervor. Claudia D’Arpizio und Federica Levato von Bain berichten von einer stabilen Nachfrage, doch die Notwendigkeit für Marken, ihre Relevanz in einem von KI und selektiven Konsumenten geprägten Umfeld zu beweisen, wird immer drängender. Über 70 % der Kunden, die sich in der Vergangenheit zurückgezogen haben, planen, wieder zu kaufen – jedoch nicht unbedingt bei denselben Marken. Marken müssen also kreativ werden: Immersive Erlebnisse und maßgeschneiderte, KI-unterstützte Produkte sind gefragt.
Die Stabilität des Luxusmarkts wird auch durch die Nachfrage der Superreichen gestützt, wobei die Ausgaben weiterhin in der Spitze bleiben. Allerdings zeigen sich auch hier Unterschiede: Der Markt für persönliche Luxusgüter wird bis 2025 mit einem Volumen von rund 358 Milliarden Euro stabil bleiben, während die Nachfrage nach erschwinglicheren Luxusgütern zurückhaltender verläuft.
Ausblick in die Zukunft
Die Branche steht vor Herausforderungen, insbesondere durch regionale Ungleichgewichte und ein fragmentiertes Konsumentenverhalten. In China wird ein Rückgang der Luxusausgaben um 3 bis 5 % erwartet, während Japan und Europa ebenfalls schwächere Wachstumsprognosen zeigen. Im Kontrast dazu wird der Nahe Osten als dynamischste Wachstumsregion identifiziert, mit einem Plus von 4 bis 6 %. Die Zahl der Luxuskäufer wird von 400 Millionen im Jahr 2022 auf etwa 340 Millionen im Jahr 2025 sinken.
Trotz der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten bleibt der Luxusmarkt stabil, aber die Marken müssen ihre Effizienz und Begehrlichkeit in Einklang bringen, um profitabel zu bleiben. Zukünftiges Wachstum im Markt für persönliche Luxusgüter wird auf 4 bis 6 % geschätzt, und bis 2035 könnte das Marktvolumen zwischen 525 und 625 Milliarden Euro liegen.
Was bleibt also zu sagen? Die Welt des Luxus ist im Umbruch. Die Trends deuten darauf hin, dass Marken, die sich nicht anpassen, bald in der Versenkung verschwinden könnten. Die Zukunft wird spannend – und wir dürfen gespannt sein, welche kreativen Ansätze die Branche entwickeln wird, um den neuen Bedürfnissen der Konsumenten gerecht zu werden.
