Heute ist der 14.05.2026 und das Gastgewerbe in Thüringen, aber auch anderswo in Deutschland, steht vor einer besonderen Herausforderung. Die Rückzahlungen von zu viel gezahlten Corona-Hilfen sind nach wie vor ein heißes Eisen. Laut dem Thüringer Wirtschaftsministerium sind die Rückzahlungen noch nicht vollständig abgewickelt. In vielen Fällen laufen sogar Gerichtsverfahren, und die Schlussabrechnungen der Unternehmen sind noch nicht alle geprüft worden. Komischerweise wurden während der Pandemie über eine Milliarde Euro an Hilfen aus den Bundeshilfsprogrammen in den Freistaat gepumpt. Das klingt erst mal beeindruckend, oder? Aber nun stehen viele Betriebe vor der Frage: Wie geht es weiter?

Insgesamt wurden allein in Thüringen über 48.000 Anträge auf Soforthilfen bewilligt, was einem Gesamtvolumen von 252 Millionen Euro entspricht. Von diesen Hilfen wurden bislang rund 54 Millionen Euro zurückgezahlt. Dennoch gibt es noch offene Forderungen in Höhe von etwa 12 Millionen Euro. Die meisten Rückzahlungen betreffen die Soforthilfen, die vor allem Handwerksbetrieben und dem Gastgewerbe zugutekamen. Interessant ist, dass viele Rückzahlungen freiwillig erfolgt sind – eine Art von Verantwortung, die die Unternehmen zeigen wollen, auch wenn sie nicht dazu verpflichtet wären.

Die große Abrechnung

Jetzt wird’s spannend: Bei den Überbrückungshilfen und Neustarthilfen gab es rund 45.000 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 818 Millionen Euro. Aber auch hier ist die Rückzahlung noch nicht ganz durch. Bislang wurden in diesem Bereich 26 Millionen Euro zurücküberwiesen, und es gibt Rückforderungen von 23,6 Millionen Euro. Von 17.500 Schlussabrechnungen wurden erst 12.500 überprüft, was bedeutet, dass eine endgültige Schätzung der Rückzahlungen noch komplett in den Sternen steht. Das Wirtschaftsministerium gewährt Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, einen Zahlungsaufschub von sechs Monaten. In speziellen Fällen sind sogar Stundungen oder Erlass von Rückzahlungen möglich. Ein bisschen wie ein Strohhalm in stürmischen Gewässern, könnte man sagen.

Ein Blick über die Thüringer Grenzen hinaus zeigt, dass bundesweit über 60 Milliarden Euro an Hilfen bereitgestellt wurden. Das ist eine Menge Geld! Unternehmen mussten bei der Beantragung eine Umsatzprognose abgeben, um die benötigte Unterstützung zu erhalten – und nun wird der tatsächliche Bedarf hinterfragt. Die Schlussabrechnung erfolgt durch externe Prüfer, meist Steuerberater, die auch die Anträge gestellt haben. Und hier wird’s knifflig: Etwa 25 Prozent der Betriebe müssen im Durchschnitt rund 7.400 Euro zurückzahlen. Das ist für viele eine echte Herausforderung, zumal der Bundesverband mittelständische Unternehmen Bedenken äußert, dass diese Rückzahlungen für viele Betriebe problematisch sein könnten.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zahlen sind beeindruckend, aber die Unsicherheit bleibt. Rund 860.000 Schlussabrechnungen werden insgesamt erwartet, und mehr als 80 Prozent lagen bereits vor dem Stichtag vor. Die Behörden werden die eingegangenen Abrechnungen prüfen, was mehrere Monate dauern kann. Der Bund rechnet damit, rund 700 Millionen Euro zurückzuerhalten, aber endgültige Zahlen wird es erst nach dem Jahreswechsel geben. Wer keine Schlussabrechnung einreicht, könnte die Corona-Hilfen vollständig zurückzahlen müssen – eine ziemlich unangenehme Vorstellung. Die kommenden Monate werden für viele Unternehmen im Gastgewerbe also entscheidend sein, und man darf gespannt sein, wie sich die Lage weiterentwickelt.

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