Fachkräftemangel in Südtirol: Die unsichtbare Krise des Gastgewerbes
Heute ist der 19.06.2026, und das Gastgewerbe in Südtirol, speziell in Meran, steht vor einer ernsthaften Herausforderung: dem Fachkräftemangel. Karl Telser, Direktor der Landesberufsschule für das Gastgewerbe „Savoy“, bringt es auf den Punkt. Die Suche nach qualifizierten Fachlehrkräften für Praxisfächer ist alles andere als einfach. Gerade in der Küche und im Service wird händeringend nach neuen Lehrkräften gesucht. Es ist, als ob man nach dem berühmten Nadel im Heuhaufen sucht. Wer hätte gedacht, dass eine Branche, die für ihre kulinarischen Köstlichkeiten bekannt ist, so mit Personalengpässen kämpfen muss?
Die Schwierigkeiten sind vielfältig. Telser hebt hervor, dass die berufsbildenden Schulen keineswegs schlechter sind als Gymnasien – sie haben nur einen anderen Fokus. Die Ausbildung in der Berufsbildung bietet Qualifikationen, die durchaus mit einer klassischen Matura vergleichbar sind. Doch die Jugendlichen, die diesen Weg einschlagen, stehen vor spezifischen Herausforderungen, die oft von Entscheidungsträgern nicht wirklich verstanden werden. Es wirkt fast so, als würden die wahren Probleme hinter einer Mauer aus Bürokratie und Missverständnissen verborgen bleiben.
Die Notwendigkeit von engagierten Lehrkräften
Für eine moderne Ausbildung sind engagierte und qualifizierte Fachlehrkräfte unerlässlich. Doch die Landesberufsschule Savoy hat akuten Bedarf – vor allem in den Bereichen Küche und Service. Ein weiteres Hindernis ist der Wettbewerb mit der Privatwirtschaft, der die Rekrutierung von Lehrkräften zusätzlich erschwert. Die starren Lohnmodelle in der Autonomen Provinz Bozen belohnen akademische Abschlüsse überproportional. Das führt dazu, dass Fachlehrkräfte in Küche und Service ein geringeres Grundgehalt erhalten, obwohl sie oft mehr Stunden arbeiten. Es ist eine Ungerechtigkeit, die dringend behoben werden muss!
Telser spricht auch die Hilfs- und Reinigungskräfte an, die für den reibungslosen Ablauf an Schulen unerlässlich sind, aber unter ähnlichen Gehaltsproblemen leiden. Ein positiver Impuls könnte durch neue Wege bei Leistungsprämien entstehen, doch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Um wirklich etwas zu bewirken, sind umfassende Reformen notwendig. Telser fordert, dass Gehaltsstruktur und die Wertschätzung der Arbeit in den Kollektivverhandlungen ganz oben auf die Agenda gehören! Es darf nicht nur um allgemeine Gehaltserhöhungen für alle Lehrpersonen gehen, sondern um die Behebung einer klaren Ungerechtigkeit in der Berufsbildung.
Ein Aufruf zur Veränderung
Die Lösung des Fachkräftemangels muss in der Ausbildung an Berufsschulen beginnen. Das ist der Schlüssel, um junge Menschen für diese Berufe zu begeistern und ihnen die Wertschätzung zu geben, die sie verdienen. Die Herausforderungen sind groß, aber mit Mut und dem Willen zur Veränderung könnte sich die Situation schrittweise verbessern. Die Zukunft des Gastgewerbes hängt davon ab, dass wir die richtigen Schritte unternehmen, um die nächste Generation von Fachkräften auszubilden und zu fördern. Denn ohne sie wird die Gastronomie – ganz gleich, wie köstlich die Speisen sind – bald nur noch ein Schatten seiner selbst sein.
