Im Jahr 2025 waren in Deutschland etwa 1,9 Millionen Menschen in Führungspositionen tätig. Das entspricht rund 4,4 % aller Erwerbstätigen – also etwa jeder 23. Person. Besonders auffällig ist der hohe Anteil im Gastgewerbe, wo 11,5 % der Beschäftigten Führungsrollen innehaben. Ein Grund dafür könnte die Vielzahl kleiner Betriebe in dieser Branche sein, die oft flexible und dynamische Strukturen bieten. Zum Vergleich: Im Verarbeitenden Gewerbe waren es nur 5,2 %, während in der Gesundheits- und Sozialwesen lediglich 1,8 % der Beschäftigten Führungsverantwortung trugen. Die Unterschiede sind also gewaltig.

Das Gehalt der Führungskräfte ist ebenfalls ein spannendes Thema. Im April 2025 betrug der mittlere Bruttomonatsverdienst einer vollzeitbeschäftigten Führungskraft stolze 7.024 Euro – ohne Sonderzahlungen. Damit liegt das Einkommen deutlich über dem durchschnittlichen Bruttoverdienst von Vollzeitbeschäftigten, der bei 4.123 Euro monatlich liegt. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während Männer in Führungspositionen im Schnitt 7.451 Euro verdienen, erhalten Frauen nur 5.806 Euro. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass auch im Jahr 2025 noch viel Arbeit nötig ist, um die Gleichstellung in der Arbeitswelt voranzutreiben.

Frauen in Führungspositionen

Immerhin waren 2025 30,3 % der Führungskräfte Frauen – knapp jede dritte Führungskraft. Das klingt erst einmal positiv, doch wenn man bedenkt, dass der Frauenanteil in Führungspositionen seit der Einführung der aktuellen Berufsklassifikation im Jahr 2012 nur geringfügig gestiegen ist, bleibt ein schaler Nachgeschmack. Zwischen 1992 und 2011 stieg der Frauenanteil von 25,8 % auf 30,3 %. Es tut sich also nicht viel, und das ist schon irgendwie frustrierend. Frauen sind mittlerweile insgesamt häufiger erwerbstätig als früher, wählen aber oft Berufe, die nicht unbedingt den Karriereaufstieg fördern.

Die Altersverteilung zeigt, dass jüngere Frauen (25-34 Jahre) mit 36,6 % etwas besser repräsentiert sind, während der Anteil bei älteren Frauen (55-64 Jahre) auf 27,1 % sinkt. Das ist fast schon paradox, wenn man bedenkt, wie viel Potenzial in dieser Altersgruppe steckt. In akademischen Berufen sieht die Welt ganz anders aus: Hier liegt der Frauenanteil 2025 bei 50,2 %. Das zeigt, dass Frauen in vielen Bereichen gleichwertig sind, aber in Führungspositionen noch weit vom Ziel entfernt.

Insgesamt bleibt zu hoffen, dass sich die Strukturen im Gastgewerbe, aber auch in anderen Branchen, weiterentwickeln und mehr Frauen in Führungspositionen gelangen. Die Zahlen sind da, aber die Realität sieht oft anders aus. Vielleicht ist es an der Zeit, alte Muster zu durchbrechen und neue Wege zu gehen – für eine gerechtere, vielfältigere Arbeitswelt. Und wer weiß, vielleicht stehen wir in ein paar Jahren wieder hier und berichten über positive Veränderungen und Erfolge.