In Bad Sassendorf, wo sonst die Freude an Fußballspielen in der Luft liegt, ist die Stimmung zur Fußball-WM eher gedämpft. Nur wenige Gastronomen wagen es, Public Viewing anzubieten. Die späten Übertragungszeiten – ein echtes Hemmnis für viele – schrecken sowohl Gäste als auch die Reha-Patienten ab, die ohnehin schon einen straffen Zeitplan haben. Gastwirt Thomas Neugebauer vom Haus Rasche hat verhaltene Erwartungen an die Zuschauerzahlen – und das erste Spiel der deutschen Mannschaft gegen Curaçao am Sonntag um 19 Uhr ist schon bald fällig. Doch was passiert danach? Spiele, die erst um 22 Uhr beginnen, sind für die Gastronomie alles andere als attraktiv.

Ach, und die Reha-Patienten! Sie müssen sich an feste Zeiten in den Kliniken halten, was eine Teilnahme am Public Viewing zur echten Herausforderung macht. Im Hotel „Schnitterhof“ wird die WM nur am Rande verfolgt. Es gab zwar einige Anfragen von Tagungen, aber wirklich heiß auf Fußball ist hier niemand. Die Kliniken der Holding Westfälisches Gesundheitszentrum haben sich jedoch etwas einfallen lassen: Sie bieten ihren Patienten die Möglichkeit, die WM zu verfolgen – sogar mit Public Viewing in den Vortragsräumen. Im Foyer stehen TV-Geräte bereit, und kleine kulinarische Snacks sorgen für das leibliche Wohl.

Die Stimmung in den Kliniken und Gasthäusern

Olaf Bredensteiner, der Marketing-Leiter, hat festgestellt, dass die WM bei Anbietern und Gästen bisher kein großes Thema ist. Das verwundert wenig, denn die späten Übertragungszeiten und die Umstände rund um die FIFA und die USA scheinen die allgemeine Stimmung zu beeinflussen. Neue Public-Viewing-Anbieter wurden nicht gemeldet, und das lässt die Hoffnung auf ein fröhliches Fußballfest schwinden. In der Tat erfordern späte Spiele eine schnelle Beendigung der Veranstaltungen, was den Gastronomen zusätzliche Schwierigkeiten bringt.

Ein Blick auf die WM 2026 zeigt uns, dass die Übertragungszeiten erneut eine Herausforderung darstellen werden. Diese WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko statt. Viele Spiele werden auch hier zu später Stunde angepfiffen, was die Möglichkeiten für Public Viewing stark einschränkt. Die Bundesregierung hat zwar die Lärmschutzregelungen zwischen 22 und 6 Uhr gelockert, was bedeutet, dass Städte und Gemeinden Public Viewing auch in dieser Zeit erlauben können, doch die konkreten Regelungen variieren je nach Region. In Berlin dürfen alle Spiele mit deutscher Beteiligung und das Finale jederzeit im Freien gezeigt werden – eine gute Nachricht für alle Fußballfans!

Regeln und Ausnahmen für Public Viewing

In Köln ist es allerdings so, dass nur Spiele zwischen 6 und 22 Uhr in der Außengastronomie gezeigt werden dürfen, während in München die WM-Duelle bis 1 Uhr und wieder ab 6 Uhr im Außenbereich laufen dürfen. Eine spannende Herausforderung für Gastronomen, die oft zusätzliche Kosten für Übertragungstechnik, Personal und Lizenzierungen stemmen müssen. Private Feiern im Freien unterliegen den regulären Lärmschutzbestimmungen, und Nachbarn sollten vorgewarnt werden – sonst gibt’s schnell einen Streit, den man nicht haben möchte.

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Die neuen Lärmschutzregelungen durch die „Verordnung über den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen im Freien über die Fußballweltmeisterschaft der Männer 2026“ geben den Veranstaltern immerhin etwas mehr Spielraum. Städtische Ausnahmegenehmigungen können erteilt werden, was die Hoffnungen auf ein fröhliches Fußballfest nährt. Doch wie es aussieht, wird auch die WM 2026 ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringen. Es bleibt zu hoffen, dass die Begeisterung für den Fußball trotz aller Hürden nicht verloren geht!