Heute ist der 23.10.2026, und der Blick auf das Gastgewerbe in Deutschland zeigt ein gemischtes Bild. Im September dieses Jahres hat sich die Branche besser geschlagen als viele andere Bereiche des Mittelstands. Laut dem Datev Mittelstandsindex lag der Umsatz in Hotellerie und Gastronomie nur 3,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das klingt vielleicht nach einem Rückgang, aber es ist der geringste, den alle betrachteten Wirtschaftszweige verzeichneten. Im Vergleich dazu stiegen die Umsätze im gesamten Mittelstand nominal um 1,0 Prozent – eine eher lahme Seitwärtsbewegung, wenn man bedenkt, dass die Kosten weiterhin steigen und die Inflation wie ein Schatten über uns schwebt.

Der September brachte aber auch gute Nachrichten für die Beschäftigten im Gastgewerbe: Die Löhne stiegen um 6,5 Prozent. Das ist mehr als in jeder anderen untersuchten Branche! Ein Lichtblick in Zeiten, in denen die steigenden Personalkosten den Betrieben zu schaffen machen. Im breiten Branchenvergleich betrug der Anstieg der Löhne nur 5,5 Prozent. Dennoch, die Beschäftigung im Mittelstand insgesamt ist leicht rückläufig – minus 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und zum Vormonat.

Branchenübergreifende Herausforderungen

Ein genauerer Blick auf die Beschäftigungszahlen zeigt, dass das Gastgewerbe mit einem Rückgang von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dasteht. Das ist zwar nicht so dramatisch wie die Rückgänge im verarbeitenden Gewerbe oder Baugewerbe, die jeweils 1,1 Prozent verloren haben, aber es ist dennoch ein Zeichen, dass die Branche unter Druck steht. Die Kleinstunternehmen haben etwas besser abgeschnitten, mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent, während kleine und mittlere Unternehmen einen Rückgang von 0,2 bzw. 0,5 Prozent verzeichneten.

Auf regionaler Ebene gibt es ebenfalls spannende Entwicklungen. Während Schleswig-Holstein mit 0,5 Prozent den höchsten Beschäftigungszuwachs verzeichnet, ist Sachsen-Anhalt mit minus 1,5 Prozent der Verlierer unter den Bundesländern. Das zeigt, dass es große Unterschiede gibt, je nachdem, wo man in Deutschland unterwegs ist.

Eine Branche im Wandel

Ehrlich gesagt, die Personalkosten bleiben eine der größten Herausforderungen für die Betriebe. Viele Hoteliers und Gastronomiebetreiber stehen vor der Frage, wie sie diese Kosten managen können, ohne gleichzeitig die Qualität ihrer Dienstleistungen zu gefährden. Die Balance zwischen dem, was man seinen Mitarbeitern bieten möchte, und dem, was das Unternehmen langfristig stemmen kann, wird immer schwieriger.

Die Tatsache, dass die Löhne im Gastgewerbe stark gestiegen sind, könnte als positive Entwicklung gesehen werden, doch gleichzeitig bleibt die Frage, wie nachhaltig diese Lohnsteigerungen sind. Wenn die Umsätze unter Druck stehen und die Kosten steigen, ist es ein schmaler Grat, auf dem sich die Branche bewegt. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Gastgewerbe den kommenden Herausforderungen stellen wird, während die Gäste weiterhin nach Erlebnissen suchen, die ihren Geldbeutel nicht überstrapazieren.