Heute ist der 27.06.2026 und während die Temperaturen in der Schweiz in schwindelerregende Höhen klettern, spüren die Gastronomiebetriebe die Auswirkungen der Hitze besonders stark. Ein Beispiel ist das Restaurant Sternen Rotenstein in Hinwil ZH, das am Sonntag aufgrund extremer Hitze bereits um 18 Uhr schließt. Die Pächterin Sybille Müller hat sich entschlossen, das Personal zu schützen. Denn in der Küche, wo Herd, Grill und Fritteuse heißer als die Wüste werden, können Temperaturen über 40 Grad herrschen. Eine körperliche und mentale Belastung, die niemand auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Am kommenden Sonntag wird in der Region Zürich sogar mit bis zu 37 Grad gerechnet. Die Küche des Restaurants muss daher bereits um 17 Uhr schließen, obwohl normalerweise bis 21 Uhr geöffnet ist. Das zeigt, wie ernst die Lage ist. Letzten Sonntag musste man ebenfalls früher zumachen, und das machte sich auch in der Gästezahl bemerkbar – nach dem Mittagsgeschäft blieben die Tische leer. Müller betont, dass die Mitarbeitenden das wichtigste Gut sind, was von der Kundschaft auch verstanden wird. Das sind die kleinen, aber feinen Unterschiede, die eine Gemeinschaft zusammenhalten.

Die Auswirkungen der Hitzewelle auf die Gastronomie

Die Hitze hat nicht nur das Sternen Rotenstein im Griff, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Gastronomie. Viele Restaurants leiden, weil Gäste lieber zuhause bleiben oder sich nur für leichte Kost entscheiden. Temperaturen bis zu 32 Grad im Süden und 30 Grad im Norden sind keine Seltenheit mehr. In Baden AG schließt das Café Bela Loko an Hitzetagen bereits um 15 Uhr, denn auch hier zieht es die Leute ans Wasser. Ein Trend, den man nicht ignorieren kann.

Das Problem ist deutlich: Wenn es draußen zu heiß ist, sinkt nicht nur die Gästezahl, sondern auch der Umsatz. Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt, bestätigt, dass die Hitze dem Geschäft schadet. Viele Menschen meiden die Innenstadt und verbringen lieber die Zeit in schattigen Parks oder am Wasser. Das hat zur Folge, dass Gastronomiebetriebe ihre Menüs anpassen müssen. Vitello Tonnato statt Fondue – das ist die Devise, und auch die Getränkewahl hat sich verändert. Reduzierter Bierkonsum wird als nicht gravierend angesehen, da die Marge beim Wasser oft besser ist. Wer hätte das gedacht?

Hitzefrei für die Gastronomie

Die Schließungen aufgrund der Hitze sind keine Seltenheit mehr. Viele Betriebe passen ihre Öffnungszeiten an, und es ist nicht ungewöhnlich, dass Lokale ohne schattige Terrassen oder in heißen Innenstadtlagen bis zu drei Monate Betriebsferien machen. Die Gasthäuser in waldnahen oder flussseitigen Lagen erleben hingegen einen Ansturm. Das zeigt, wie unterschiedlich die Gastronomie auf die extremen Temperaturen reagiert. Nicolas Kern, Präsident von Gastro Stadt Zürich, erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt und weitere Betriebe ihre Öffnungszeiten anpassen müssen. Wenn das nicht einmal ein Grund ist, mal darüber nachzudenken, wo man sein Essen genießt!

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Die aktuelle Hitzewelle ist also nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance für die Gastronomie, sich neu zu erfinden. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Betriebe auf die wechselnden Bedingungen reagieren und welche kreativen Lösungen sie finden, um die Gäste auch in heißen Zeiten anzulocken. Geschickte Anpassungen und ein offenes Ohr für die Mitarbeitenden werden dabei entscheidend sein.