In Deutschland hat der Juli 2023 einen alarmierenden Rekord aufgestellt – es wurden sage und schreibe 2373 Unternehmensinsolvenzen registriert! Das ist der höchste Wert für diesen Monat seit 2013. Damals, im Juli 2013, waren es 2459 Insolvenzen, und der Anstieg von 8,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat lässt aufhorchen. Man fragt sich, was hier los ist und warum gerade jetzt, wo die Wirtschaft doch so viele Hoffnungen auf ein Comeback setzt.

Die amtliche Statistik gibt uns einen interessanten Einblick: Insolvenzen werden erst nach einer Entscheidung des zuständigen Insolvenzgerichts erfasst, und die Anträge werden in der Regel drei Monate vorher gestellt. Das bedeutet, dass wir hier einen Blick in die Vergangenheit werfen, während die aktuelle wirtschaftliche Lage turbulent bleibt. Eine Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle hat gezeigt, dass die Zahl der Firmenpleiten im September erneut gestiegen ist, aber insgesamt lag das dritte Quartal um 2,3 Prozent unter dem Vorquartal. Steffen Müller, der Forschungsleiter, hat die Hoffnung geäußert, dass wir im vierten Quartal einen Rückgang der Insolvenzzahlen erleben könnten. Na, das wäre ja mal eine positive Wendung!

Die Hauptbetroffenen

Besonders kleine und mittlere Unternehmen haben es im Juli hart getroffen. Die Gläubigerforderungen beliefen sich auf 21,9 Milliarden Euro, was im Vergleich zum Vorjahr mit 31,8 Milliarden Euro einen Rückgang zeigt. Das zeigt uns, dass die Belastung für viele Unternehmen mehr als nur monetär ist. Die Branchen, die am stärksten betroffen sind, sind Verkehr und Lagerei, das Gastgewerbe sowie das Baugewerbe. Diese Sektoren reagieren besonders empfindlich auf hohe Kosten, schwache Nachfrage und verzögerte Investitionen. Im Bauwesen gab es zwar im August einen kleinen Produktionsanstieg, aber Finanzierungs- und Margenprobleme bleiben hartnäckig. Irgendwie ein Teufelskreis, oder?

In den ersten sieben Monaten des Jahres mussten statistisch gesehen knapp 43 von 10.000 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das klingt erstmal nicht nach viel, aber wenn man bedenkt, dass die höchste Insolvenzquote im Bereich Verkehr und Lagerei mit 86 Fällen je 10.000 Betriebe lag, wird einem schnell klar, dass hier Handlungsbedarf besteht. Das Gastgewerbe folgte mit 70 und das Baugewerbe mit 63 Fällen. Die aktuellen Juli-Zahlen sind also ein Weckruf für die gesamte Branche!

Wirtschaftliche Signale

So wie die Situation aussieht, zeigt die aktuelle wirtschaftliche Lage ein Hin und Her. Während wir einen Rückgang der Insolvenzen erwarten, spiegeln die Juli-Daten doch einen Höhepunkt der Belastungen wider. Die deutsche Produktion stieg im August, jedoch gingen die Industrieaufträge zurück und die Exportlage bleibt anfällig. Ein bisschen wie ein aufziehender Sturm – man weiß nie so recht, was als Nächstes kommt.

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Und die Verbraucher? Im Juli sank die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 1,0 Prozent auf 7111 Fälle. Ein Lichtblick? Vielleicht. Aber auch hier gilt: Die meisten Insolvenzen betreffen kleinere Unternehmen, und die strukturellen Belastungen im Mittelstand sind nicht zu unterschätzen. Vor der Krise lagen die monatlichen Insolvenzen teils deutlich unter 1000, und jetzt haben wir eine Phase erhöhter Insolvenzzahlen, die über dem Vorkrisenniveau liegt. Die Unternehmen kämpfen gegen hohe Energie- und Finanzierungskosten und eine gedämpfte Nachfrage – das ist keine einfache Situation.

Ein Blick auf die regionalen Unterschiede zeigt, dass die relative Häufigkeit von Insolvenzen zwischen den Bundesländern variiert. Besonders in Stadtstaaten und wirtschaftsstarken Ballungsräumen ist die Insolvenzrate hoch, in Berlin beispielsweise mit rund 47,7 Fällen je 100.000 Einwohner. Das lässt einen schon nachdenklich werden über die wirtschaftlichen Herausforderungen, die uns in den nächsten Jahren noch bevorstehen.