Die ladinischen Täler Südtirols, insbesondere Gröden und Gadertal, stehen im Fokus einer aktuellen Analyse des Arbeitsmarktservice (AMS). Hier wird die Region nicht ohne Grund als „Arbeitslosenhotspot“ bezeichnet. Dennoch ist das Bild nicht so schwarz-weiß, wie es scheint. Die Registerarbeitslosigkeit zeigt uns, dass es besonders die Tourismusbeschäftigten sind, die in dieser Zeit stark betroffen sind. Die saisonalen Schwankungen im Gastgewerbe führen dazu, dass viele Beschäftigte zwischen den Saisonen in die Arbeitslosigkeit rutschen, was die Herausforderungen für die Branche zusätzlich verstärkt.

Im Jahr 2025 lag die Registerarbeitslosenquote in Südtirol bei 6,3 Prozent – ein Wert, der im Jahresschnitt 15.598 arbeitslos gemeldete Personen umfasst. Die Unterschiede auf Bezirksebene sind dabei frappierend. Während die Quote in Meran eine hohe Anzahl an „Drehtürarbeitslosen“ zeigt, die sich zwischen den Saisonen arbeitslos melden, gibt es in Bozen eine verfestigte Arbeitslosigkeit, die mit sozialen Risikofaktoren einhergeht. Im Bezirk Brixen-Sterzing hingegen ist die Arbeitslosenquote gering, was jedoch nicht bedeutet, dass Frauen und Menschen mit Behinderungen nicht häufig betroffen sind. Eine interessante Facette ist der Anteil der nicht ansässigen Arbeitslosen, der im Landesdurchschnitt 15,4 Prozent beträgt.

Ein Blick auf die Zahlen

Für die Tourismusbranche, die in Südtirol so wichtig ist, sind diese Zahlen alarmierend. Die Maiausgabe der „Arbeitsmarkt-News“ gibt hier detaillierte Einblicke und zeigt, dass Langzeitarbeitslosigkeit mit 15,0 Prozent ebenfalls ein ernstzunehmendes Thema ist. Besonders in den ladinischen Tälern, wo die Arbeitsmarktsituation angespannt ist, fühlen sich viele Beschäftigte in der Gastronomie und Hotellerie von Unsicherheit umgeben. Das Gefühl, in der Nebensaison um die eigene Existenz bangen zu müssen, ist für viele eine echte Belastung.

Die aktuelle Lage war im ersten Quartal 2025 nicht einfacher. Rund 257.000 Menschen waren in Südtirol erwerbstätig – das sind etwa 6.000 weniger als im Vorjahr. Vor allem im produzierenden Gewerbe spürte man den Rückgang stark, wobei Industrie und Bau zusammen fast 6.000 Arbeitsplätze verloren. Hier sind überwiegend Männer betroffen, was die ganze Situation noch komplexer macht. Die Erwerbstätigenquote liegt bei 72,6 Prozent, also leicht unter dem Vorjahreswert, was zum Nachdenken anregt. Positiv ist allerdings, dass die Arbeitslosenquote mit 2,2 Prozent einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zeigt.

Doch was bedeutet all das für den Dienstleistungssektor? Nun, dieser hat mit 191.202 Beschäftigten den größten Anteil am Arbeitsmarkt. Das ist eine ganze Menge, die zeigt, wie wichtig dieser Sektor für die lokale Wirtschaft ist. Auch die Landwirtschaft hat ihren Anteil, mit 11.399 Beschäftigten im ersten Quartal 2025. Die Herausforderungen sind also vielfältig und erfordern kreative Lösungen, um die Menschen in den ladinischen Tälern nicht nur zu beschäftigen, sondern ihnen auch eine Perspektive zu bieten.

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