Kampf ums Überleben: Wie das britische Gastgewerbe die Zukunft junger Menschen sichert
Die britische Gastgewerbebranche steht vor einer ernsten Herausforderung. In den letzten zwei Jahren hat sie rund 100.000 Arbeitsplätze verloren, was etwa 45 % aller Stellenverluste in der britischen Wirtschaft ausmacht. Das ist natürlich nicht gerade ein Grund zum Feiern. Diese Zahlen stammen von UKHospitality, dem wichtigsten Branchenverband, der auch darauf hinweist, dass die Branche für 31 % der ersten Jobs von 16- bis 24-Jährigen verantwortlich ist. Ehrlich gesagt, da wird einem schon etwas mulmig, wenn man sieht, wie wichtig dieser Sektor für die berufliche Zukunft junger Menschen ist.
Die Forderung nach einer Senkung der Arbeitgeberbeiträge zur National Insurance im kommenden Haushalt wird immer lauter. Man fragt sich: Wie soll man die Löhne zahlen, wenn die Kosten ständig steigen? Geschäftsführer Allen Simpson hat darauf hingewiesen, dass die Steuerlast und die steigenden Betriebskosten die Fähigkeit der Branche stark beeinträchtigen, junge Beschäftigte einzustellen. Die Löhne machen einen erheblichen Teil der Ausgaben aus – vor allem in einem Sektor, der ohnehin schon mit geringen Margen arbeitet. Wie die Dinge momentan stehen, könnte die Schaffung von jährlich etwa 300.000 Stellen für junge Beschäftigte gefährdet sein.
Steigende Kosten und ihre Folgen
Ein weiterer Aspekt sind die Veränderungen bei der National Insurance. Ab 2024/2025 beträgt der Beitragssatz für die Class 1 National Insurance 13,8 % auf Mitarbeitervergütungen über £9,100 pro Jahr. Das klingt nach viel, oder? Vor allem, wenn man bedenkt, dass die typischen Beschäftigungskosten in der Gastronomie zwischen 30 und 50 % der Betriebskosten ausmachen. Und wie sieht es mit dem nationalen Mindestlohn aus? Der liegt ab jetzt bei £11,44 pro Stunde für Personen über 21 Jahren – auch das trägt nicht gerade zur Entspannung bei.
Die Branche ist von Natur aus arbeitsintensiv und empfindlich gegenüber steigenden Personalkosten. Viele Betriebe können sich die steigenden Aufwendungen einfach nicht mehr leisten, ohne die Arbeitszeiten zu kürzen oder weniger Personal einzustellen. Die Warnung der Branchenverbände ist klar: Wenn sich nichts ändert, wird die Fähigkeit, jungen Menschen Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten, stark eingeschränkt.
Die Rolle des Gastgewerbes in der Gesellschaft
UKHospitality sieht die Möglichkeit, die Zahl der NEETs (junge Menschen ohne Ausbildung, Beschäftigung oder Weiterbildung) zu verringern. Die Branche bietet zahlreiche Einstiegsstellen und flexible Arbeitszeiten, die für viele junge Beschäftigte wichtig sind. Ein Leitfaden mit 33 Empfehlungen zur Förderung des lokalen Wirtschaftswachstums wurde veröffentlicht. Dabei werden Themen wie Gewerbeimmobiliensteuern, Infrastruktur, Genehmigungen und Ausbildungsprogramme im Gastgewerbe beleuchtet. Das klingt nach einem guten Ansatz, um die Situation zu verbessern und gleichzeitig die Bedeutung des Sektors zu unterstreichen.
Doch wie reagiert die Regierung auf diese Herausforderungen? Bisher hat sie sich nicht öffentlich zu den Vorschlägen von UKHospitality geäußert. Die Aufmerksamkeit der Arbeitgeber aus Einzelhandel, Freizeitwirtschaft und Gastgewerbe ist gewiss auf den Haushalt von Finanzminister John Healey gerichtet, der am 28. Oktober angesetzt ist. Viele hoffen, dass arbeitsintensive Unternehmen Unterstützung erhalten, denn das Gastgewerbe könnte als echter Beschäftigungsmotor des Landes behandelt werden.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Die Branche benötigt dringend Lösungen, um die Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig die wichtige Rolle als Einstieg in die Arbeitswelt für junge Menschen aufrechtzuerhalten. Die Gespräche über die National Insurance-Beiträge und die damit verbundenen Kosten sind noch lange nicht abgeschlossen, und die nächsten Schritte könnten entscheidend sein.
Für weitere Informationen und Details zu den aktuellen Entwicklungen können Sie die Webseite von UKHospitality besuchen: hier klicken.
