Heute ist der 17.05.2026 und die Lage im Gastgewerbe lässt uns alle nicht unberührt. Die IHK Heilbronn-Franken hat kürzlich ihre Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2026 veröffentlicht und die Zahlen sind alles andere als erfreulich. Die Stimmung in den Betrieben ist seit dem Jahreswechsel 2025/2026 stark gesunken und das Hotel- und Gaststättengewerbe verzeichnet einen Negativrekord. Wer hätte gedacht, dass wir einmal an einem Punkt landen würden, an dem kein Betrieb von einer guten Geschäftslage berichten kann? Im Vorquartal waren es immerhin noch 18 Prozent!

Die Herausforderungen sind vielfältig. Hohe Energie- und Lebensmittelpreise sowie gestiegene Personalkosten belasten die Branche enorm. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation ist auf dem tiefsten Stand seit 2022 – 39 Prozent der Betriebe klagen über eine schlechte Geschäftslage, ein Anstieg von 21 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Und da ist noch mehr: 75 Prozent der Gastro-Betriebe haben finanzielle Probleme, und die Senkung der Mehrwertsteuer hat nicht die erhoffte Entlastung gebracht. Im Schnitt sind die Kosten in der Branche seit der Corona-Pandemie um 30 Prozent gestiegen. Man fragt sich, wie lange das gut gehen kann.

Die regionale Perspektive

Werfen wir einen Blick auf die regionale Geschäftslage in Heilbronn-Franken. In der Stadt Heilbronn sehen 23 Prozent die Situation als gut, 59 Prozent bezeichnen sie als befriedigend und 18 Prozent als schlecht. Im Landkreis Heilbronn sind es 25 Prozent, die von einer guten Lage sprechen, während 49 Prozent zufrieden sind und 26 Prozent die Lage als schlecht einschätzen. Der Hohenlohekreis zeigt 19 Prozent gute Einschätzungen, 62 Prozent mittelmäßig und 19 Prozent schlecht, während der Landkreis Schwäbisch Hall immerhin 35 Prozent gute Bewertungen erhält. Doch auch hier bleibt die Mehrheit – über 40 Prozent – pessimistisch für die Zukunft. Nur 8 Prozent der Betriebe blicken optimistisch auf das, was kommt.

In Thüringen hingegen sieht die IHK Erfurt eine vergleichsweise robuste Lage im Gastgewerbe. 31 Prozent der Betriebe bewerten ihre Situation als gut, was über dem branchenübergreifenden Durchschnitt von 22 Prozent liegt. Dr. Cornelia Haase-Lerch, die Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt, hebt die Widerstandskraft der Branche hervor, auch wenn hohe Kosten und wirtschaftliche Unsicherheiten weiterhin die zentralen Risiken darstellen. Nur 3 Prozent der Hoteliers und Gastronomen erwarten eine Verbesserung der Situation, während 44 Prozent eine Verschlechterung voraussehen. Da wird einem ganz anders, wenn man an die eigene Planbarkeit denkt.

Ein Blick nach Frankfurt

Und was ist mit der Gastronomie in Frankfurt? Hier berichten 86 Prozent der Betriebe von stagnierenden oder sinkenden Umsätzen. Der Geschäftsklimaindex für das Gastgewerbe liegt bei 64 Punkten, ein Rückgang im Vergleich zu vorherigen Werten. Die Gastronomie hat mit 57 Punkten den tiefsten Wert seit Frühjahr 2021 erreicht, während Beherbergungsbetriebe mit 73 Punkten ebenfalls unter Druck stehen. Wer hätte gedacht, dass der Überlebenskampf so real wird? Knapp die Hälfte der Betriebe rechnet mit einer weiteren Verschlechterung, und es ist kaum zu fassen, wie sich die Lage der Reisewirtschaft von der der Gastronomie unterscheidet – hier zeigt sich ein Geschäftsklimaindex von 113 Punkten!

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Die Realität ist also, dass viele im Gastgewerbe sich mit den widrigen Umständen herumschlagen müssen. Die hohen Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal sind nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern eine tatsächliche Belastung, die sich durch die gesamte Branche zieht. Während einige Betriebe versuchen, mit Preisanpassungen gegenzusteuern, bleibt der Fachkräftemangel ein drängendes Problem. Fast die Hälfte der Betriebe kann offene Stellen nicht langfristig besetzen, und das sorgt für zusätzliche Unsicherheit.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Die Herausforderungen sind enorm, aber die Kreativität und der Wille der Gastronom:innen könnten vielleicht doch noch einen Ausweg aus dieser verfahrenen Lage finden.