Heute ist der 29.04.2026 und die Situation im Gastgewerbe in Deutschland ist nach wie vor angespannt. Im Jahr 2025 meldeten mehr als 2.900 Gastronomie-Betriebe Insolvenz an, was den höchsten Stand seit 2011 markiert und die vierte aufeinanderfolgende Zunahme von Insolvenzen darstellt. Betrachtet man die Zeitspanne von 2020 bis 2025, so summieren sich die Insolvenzen in der Gastronomie auf über 11.200, mit einem dramatischen Anstieg der Unternehmensschließungen. Diese Entwicklung ist nicht nur alarmierend, sondern auch eine klare Warnung für die Branche.
Trotz einer nominalen Umsatzsteigerung von 1,4 Prozent sanken die realen Umsätze im Gastgewerbe um 2,2 Prozent. Auch Hotels und Pensionen blieben hiervon nicht verschont und verzeichneten einen Rückgang von 2,0 Prozent. Die Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen von 19 auf 7 Prozent sollte die Gastronomie entlasten, kam jedoch für viele Betriebe zu spät. Die hohen Energie-, Miet- und Lebensmittelkosten, die seit 2022 um bis zu 40 Prozent gestiegen sind, belasten die Branche erheblich. Zudem zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, dass Restaurantbesuche im Januar 2025 um 3,6 Prozent teurer wurden, was die Verbraucher veranlasst hat, beim Restaurantbesuch zu sparen und den Umsatz zusätzlich zu drücken.
Die Ursachen hinter der Krise
Die Ursachen für den anhaltenden Rückgang sind vielfältig. Neben der Pandemie, die die Branche von Beginn an stark getroffen hat, sind auch die Energiekrise und die Inflation maßgebliche Faktoren für die Misere. Eine Untersuchung von Creditreform Wirtschaftsforschung zeigt, dass die Zahl der Insolvenzen 2025 um fast 30 Prozent anstieg, was deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegt. Besonders betroffen sind kleine, inhabergeführte Betriebe, die oft nicht über die finanziellen Reserven verfügen, um solche Krisen zu überstehen.
Ein weiterer besorgniserregender Trend ist die Konsumverlagerung hin zu Lieferdiensten, was die traditionellen Restaurantbesuche weiter unter Druck setzt. Die Eigenkapitalquoten der Unternehmen sind alarmierend niedrig; laut Creditreform hatten 38,7 Prozent der Betriebe eine Eigenkapitalquote von weniger als 10 Prozent. Bei über einem Drittel der Gastronomiebetriebe liegt die Gewinnmarge sogar im negativen Bereich, während 30 Prozent profitabel arbeiten, jedoch mit Margen von unter 5 Prozent.
Ein düsterer Ausblick
Die Prognosen für die Gastronomie sind wenig erfreulich. Fachleute warnen vor einem weiteren Schrumpfen der Branche, insbesondere bei kleinen, inhabergeführten Betrieben. Die Insolvenzen, die sich seit 2022 verdoppelt haben, könnten auch 2026 weiter steigen, was die ohnehin angespannten Verhältnisse weiter verschärfen würde. Bekannte Insolvenzen wie die der Cocktail- und Restaurantkette Sausalitos verdeutlichen die Dimension der Krise.
Insgesamt bleibt die Lage im Gastgewerbe alarmierend, und die Branche steht vor der Herausforderung, sich in einem sich verändernden wirtschaftlichen Umfeld neu zu orientieren. Der Druck auf die Gastronomie wird nicht nachlassen, und es bleibt abzuwarten, wie viele weitere Betriebe in den kommenden Jahren die Herausforderungen meistern können.
Für tiefergehende Informationen zu diesem Thema, lesen Sie bitte die vollständigen Berichte auf Nord24 und Creditreform.