Kampf ums Überleben: Die Gastronomie im Vereinigten Königreich und Deutschland steht am Abgrund
Die Gastronomie im Vereinigten Königreich steht vor einer dramatischen Herausforderung. Eine aktuelle Umfrage von vier Branchenverbänden hat ergeben, dass jedes sechste Gastronomieunternehmen innerhalb der nächsten 12 Monate in Gefahr ist, zu scheitern. Das ist schon mal eine ganz schöne Ansage! Denn 23 % der Betriebe arbeiten laut der Erhebung mit Verlust – ein besorgniserregender Anstieg von 15 % innerhalb von nur drei Monaten. Die Stimmung ist angespannt, und die Betreiber fordern lautstark eine Senkung der Mehrwertsteuer von 20 % auf 10 %. Schließlich hat die Kampagne #VATsTheProblem bereits über 240.000 Unterstützer mobilisiert. Es ist an der Zeit, dass die Regierung reagiert!
Diese Umfrage wurde von den Verbänden UKHospitality, der British Beer and Pub Association, dem British Institute of Innkeeping und Hospitality Ulster durchgeführt. Die Gastronomiebetriebe sind nicht nur wichtig für die Wirtschaft, sondern auch für unsere Gemeinschaften. Wenn diese Unternehmen schließen, hat das nicht nur Auswirkungen auf die Beschäftigung, sondern auch auf das soziale Leben vor Ort. Die Betreiber vergleichen sich zunehmend mit Irland, wo die Mehrwertsteuer für die Gastronomie auf 9 % gesenkt wurde, und fühlen sich unter Druck – verständlicherweise!
Die Kampagne mobilisiert die Branche
Ab dem 1. Juli sollen Gastronomiebetriebe direkt mit ihren Kunden über die Kampagne sprechen und sie dazu ermuntern, die Petition zur Senkung der Mehrwertsteuer zu unterschreiben. Das Ziel? Eine Million Unterschriften! Die Branche wird aufgefordert, sich geschlossen hinter diese Initiative zu stellen. Mitarbeiter, Freunde, Familie – alle sind aufgerufen, aktiv zu werden. Denn die Unterstützung ist entscheidend, wenn man die finanziellen Belastungen, die die Branche belasten, verringern möchte.
Die Gastronomie steht unter immensem Druck. Die finanziellen Schwierigkeiten sind kein Geheimnis mehr, und die Forderung nach einer Steuersenkung wird als Schlüssel zur zukünftigen Entwicklung der Branche angesehen. Man kann nur hoffen, dass die Regierung endlich ein Einsehen hat und die für viele Betriebe so drängende Lösung in den Fokus rückt.
Ein Blick auf die Situation in Deutschland
<pEin Blick über den Kanal zeigt uns, dass ähnliche Herausforderungen auch in Deutschland nicht unbekannt sind. Ab dem 1. Januar 2026 wird die Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Das klingt zunächst einmal positiv, doch die Realität sieht düster aus. Gastronom Antonios Arabatzis berichtet von einem Preisanstieg für sein beliebtes Jägerschnitzel von 13,95 Euro auf 15,95 Euro – ein echter Schlag ins Gesicht für die Gäste, die immer weniger Geld in Gaststätten ausgeben. Die steigenden Lebensmittel- und Energiekosten belasten auch hier die Betriebe enorm.
Ein weiterer Punkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte: In der Weihnachtszeit sind die Budgets der Firmen kleiner. Das wirkt sich direkt auf die Ausgaben für Essen und Getränke aus. Ein Teufelskreis! Die Mehrwertsteuersenkung mag helfen, die finanziellen Belastungen etwas zu stemmen, doch die Preissenkungen an die Gäste sind häufig ein Drahtseilakt. Eine Umfrage des Branchenverbands Dehoga zeigt, dass fast 40 Prozent der Unternehmer fürchten, in die Verlustzone zu rutschen.
Ein wenig Licht am Ende des Tunnels gibt es dennoch: Die Steuersenkung wird von vielen als fair und notwendig für die Wettbewerbsfähigkeit angesehen. Verbraucherschützer hingegen kritisieren sie als „Steuergeschenk für Konzerne“, da auch große Fast-Food-Ketten profitieren könnten. Die Meinungen gehen auseinander und die Debatte ist lebhaft – aber das ist sie in der Gastronomie ja eigentlich immer.
Die Gastronomie ist mehr als nur ein Arbeitsplatz. Sie ist ein Ort der Begegnung, des Genusses und des Lebens. Wenn wir nicht aufpassen, könnte es bald ganz schön still werden in unseren Lieblingskneipen und Restaurants.
