Die Stimmung in Bayerns Gastgewerbe ist momentan alles andere als fröhlich. Wenn man die aktuellen Zahlen der Unternehmensinsolvenzen betrachtet, wird schnell klar, dass es für viele Betriebe eine harte Zeit ist. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., hat die Situation kürzlich eindringlich beschrieben. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Unternehmensinsolvenzen in Bayern um 8,1 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025. Das ist ein besorgniserregender Trend, der an die Zahlen von 2015 erinnert. Und das, obwohl wir alle dachten, die Zeiten der Unsicherheiten seien hinter uns.

Besonders betroffen ist das Gastgewerbe, das einen Anstieg der Insolvenzen von 11,4 Prozent verzeichnen musste. Das ist schon ein Schlag ins Kontor für viele, die gerade in der Gastronomie oder Hotellerie arbeiten. Wenn man bedenkt, wie hart die letzten Jahre waren – erst die Pandemie, dann die steigenden Energiekosten – fühlt man fast mit jedem einzelnen betroffenen Betrieb mit. Bertram Brossardt hat die strukturellen Standortprobleme und die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit angeprangert. Geopolitische Krisen, die aggressive US-Zollpolitik und die Handelspraktiken aus China belasten die Lage zusätzlich.

Die Zahl der Insolvenzen im Detail

Die neuesten Zahlen sind erschreckend. Im ersten Halbjahr 2025 gab es bereits 1.671 Unternehmensinsolvenzen, und die Tendenz zeigt weiter nach oben. Im Gastgewerbe allein stieg die Zahl der Insolvenzen auf 192, was einem Anstieg von 30,6 Prozent im Vergleich zu vorherigen Perioden entspricht. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen scheinen für viele Betriebe einfach nicht mehr tragbar zu sein. Viele Hoteliers und Gastronomen stehen vor der Herausforderung, ihre Kosten zu senken, während die Umsätze stagnieren oder sogar sinken.

Ein Blick auf die spezifischen Insolvenzen zeigt, dass nicht nur kleine Betriebe betroffen sind. Unternehmen wie die Goldberg GmbH aus Erlangen, die im Bereich Gastronomie und Hotellerie tätig ist, haben ebenfalls Insolvenz anmelden müssen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch die Centrifuge Hotel Holding GmbH aus Grünwald ist betroffen. Diese Meldungen sind nicht nur Zahlen, sie bedeuten für viele Menschen das Ende ihrer Existenzsicherung.

Die Ursachen und die Forderungen

Die Ursachen sind vielfältig. Brossardt fordert von der Bundesregierung entschlossene Reformen, um das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit wieder anzukurbeln. Ein wichtiger Punkt ist die Senkung der Arbeitskosten – ein Thema, das gerade für die Gastronomie und Hotellerie von großer Bedeutung ist. Auch steuerliche Entlastungen und eine Reduzierung der Energiekosten stehen ganz oben auf der Liste der notwendigen Maßnahmen. Die Bürokratie muss abgebaut werden, wobei die EU auch in der Verantwortung steht.

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Die Statistiken zeigen, dass im ersten Halbjahr 2025 rund 14.109 Arbeitnehmer von Insolvenzen betroffen waren. Wenn wir uns die detaillierten Zahlen der Insolvenzverfahren ansehen, wird das Ausmaß der Krise deutlich. Die voraussichtlichen Forderungen bei Unternehmensinsolvenzen erreichten beeindruckende 14,2 Milliarden Euro. Und das ist kein Pappenstiel – vor allem nicht in einem Sektor, der ohnehin schon unter Druck steht.

Insgesamt sind die Signale aus dem bayerischen Gastgewerbe alarmierend. Die Branche braucht dringend Unterstützung und innovative Ideen, um aus dieser Krise herauszukommen. Die Frage bleibt: Wie lange kann es sich die Gesellschaft leisten, auf eine positive Wende zu warten? Die Zeit drängt, und die Wellen der Insolvenzen scheinen erst einmal nicht abzuflauen.