Die schottische Tourismusbranche steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Am 20. Mai 2026 forderte die Scottish Tourism Alliance (STA) die neu gewählte schottische Regierung auf, einen eigenen Cabinet Secretary oder Minister für Tourismus zu schaffen. Das klingt nach einer soliden Idee, denn die Branche braucht dringend eine stärkere Stimme an der Spitze der Regierung. Marc Crothall MBE, Geschäftsführer der STA, hat immer wieder betont, dass der Tourismus das „Schaufenster Schottlands zur Welt“ ist. Ohne eine klare Vertretung wird es schwierig, den Herausforderungen, die auf uns zukommen, adäquat zu begegnen.
Die Allianz argumentiert, dass ein solcher Posten die Koordination zwischen den verschiedenen Ressorts verbessern und den Tourismus sowie das Gastgewerbe in Schottland voranbringen würde. Immerhin bringt die Branche jährlich stolze 11,4 Milliarden Pfund in die schottische Wirtschaft! Doch das ist nicht alles. Neben der Schaffung eines Ministers für Tourismus werden auch Reformen der Business Rates gefordert. Das sind alles Schritte, die notwendig sind, um die Branche nachhaltig zu stärken.
Ein starkes Fundament für die Zukunft
Es wird nicht nur nach Reformen gerufen, sondern auch nach mehr Investitionen in die Ausbildung und Mitarbeiterbindung. Denn was nützt die schönste Unterkunft, wenn das Personal nicht geschult ist? Auch die digitale Anbindung und der Verkehr müssen besser werden. Die STA sieht den Tourismus als zentral für Schottlands Wirtschaft und Gemeinden, und das ist nicht übertrieben. In ländlichen und insularen Regionen ist der Tourismus oft die einzige Einnahmequelle. Doch die Realität sieht düster aus: Die Hälfte der schottischen Tourismus- und Gastgewerbebetriebe ist wegen fehlender Liquiditätsreserven gefährdet.
Politische Entscheidungen könnten die Unterstützung für Weintourismusbetriebe, Hotels und Restaurants beeinflussen – und damit die gesamte Reiseausgaben im ganzen Land antreiben. Der Vorstoß der STA erfolgt in einer Zeit, in der der Tourismussektor um seinen Platz in der Regierungspolitik ringt, während er gleichzeitig mit Druck durch Kosten, Personalengpässe und Nachfrageschwankungen zu kämpfen hat. Das alles könnte fatale Folgen haben, wenn nicht schnell gehandelt wird.
Die touristische Abgabe: Ein zweischneidiges Schwert
Ein weiteres heißes Thema ist die kürzlich verabschiedete „Visitor Levy Bill“, die es Städten ermöglicht, eine Übernachtungsgebühr für Touristen zu erheben. Schottland ist damit das erste Land im Vereinigten Königreich mit einer landesweiten Touristensteuer. Die Einnahmen sollen in lokale Dienstleistungen reinvestiert werden. Allerdings gibt es auch Bedenken, dass diese Abgabe die Touristen abschrecken könnte. Edinburgh hat sich stark für die Einführung der Abgabe eingesetzt, mit dem Argument, dass die Mittel zur Unterstützung der Kulturszene verwendet werden sollen. Doch wie immer gibt es zwei Seiten der Medaille, und die Diskussion darüber ist noch lange nicht beendet.
Im Kontext all dieser Veränderungen wird deutlich, dass die STA als übergeordnete Stimme des Sektors fungiert. Sie ist vernetzt mit Unternehmen und Institutionen, sowohl lokal als auch international. Unter der Leitung von Marc Crothall MBE und STA Chair Rebecca Brooks wird die Allianz zum zentralen Akteur, wenn es darum geht, die politischen Einflussmöglichkeiten zu stärken. Es geht darum, dass der Tourismus nicht nur ein Geschäft ist, sondern ein gemeinsames Anliegen, das fast jeden Teil der Gesellschaft berührt.
In einer Zeit, in der alles im Wandel ist, bleibt zu hoffen, dass die Stimme der Branche gehört wird. Denn eines ist sicher: Der Tourismus ist das Herzstück Schottlands, und wir müssen alles daran setzen, es gesund zu halten.