Heute ist der 8.05.2026 und wir schauen uns mal an, was die DEHOGA Baden-Württemberg zum Koalitionsvertrag von Bündnis 90/Die Grünen und CDU zu sagen hat. Der Vertrag, der am 6. Mai veröffentlicht wurde, hat sowohl Licht- als auch Schattenseiten für die Tourismusbranche. Ein echter Knaller ist die Tatsache, dass der Tourismus endlich wieder als „breiten und gewichtigen Wirtschaftssektor“ anerkannt wird. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, der für viele von uns im Gastgewerbe ein Lichtblick ist!
Allerdings gibt es auch ein paar dunkle Wolken am Horizont. Einige zentrale Forderungen, die vom Gastgewerbe auf den Tisch gelegt wurden, bleiben unbeantwortet. Es gibt zwar Pläne für eine Fortschreibung der Tourismuskonzeption – das klingt vielversprechend! – sowie Maßnahmen in den Bereichen Qualität, Ausbildung und Innovation. Aber die DEHOGA ist sich einig, dass hier noch Luft nach oben ist. Besonders die stärkere Förderung des Geschäfts- und Kongresstourismus könnte für Hotels und Gastronomiebetriebe von Bedeutung sein. Das könnte uns helfen, wieder auf die Beine zu kommen.
Positive Entwicklungen und Herausforderungen
DEHOGA-Vorsitzender Hans-Ulrich Kauderer hat sich positiv zur Anerkennung der Bedeutung des Tourismus geäußert. Das ist wichtig, denn ohne eine klare Unterstützung bleibt vieles im Nebel der Bürokratie hängen. Apropos Bürokratie: Geplant sind Maßnahmen wie ein Effizienzgesetz und ein Belastungsmoratorium, um den Wildwuchs an Vorschriften zu zähmen. Die „One-in-two-out“-Regel könnte uns helfen, uns nicht im Bürokratie-Dschungel zu verlieren. Aber… da ist noch die Frage der Umsetzung. Die DEHOGA hat es klar angesprochen: Es wird entscheidend sein, wie schnell und effektiv die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden.
Ein weiterer Lichtblick ist die Stärkung der dualen Ausbildung sowie der Ausbau von Ausbildungsprogrammen. Damit könnte die Branche wieder mehr jungen Menschen eine Perspektive bieten. Das Thema Fachkräfteeinwanderung und die Stärkung der Landesagentur für Zuwanderung sind ebenfalls im Vertrag angesprochen. Das könnte uns helfen, die offenen Stellen in der Gastronomie zu füllen. Aber auch hier gibt es kritische Stimmen: Die fehlende Ausweitung der Meistergründungsprämie auf das Gastgewerbe wird als Mangel angesehen, der uns im internationalen Wettbewerb zurückwerfen könnte.
Örtliche Herausforderungen und Fragen zur Finanzierung
Was die kommunalen Steuern und Abgaben angeht, bleibt der Koalitionsvertrag eher stumm. Besonders die Betten- und Verpackungssteuern, die uns auf die Füße fallen könnten, sind nicht angesprochen. Die DEHOGA sieht hier die Auswirkungen zusätzlicher Abgaben auf Kosten und Wettbewerb als nicht ausreichend berücksichtigt. Das ist gerade für kleinere Betriebe eine echte Herausforderung und könnte ein Stolperstein auf dem Weg zur Erholung sein.
Ein gemischtes Fazit zieht die DEHOGA: Es gibt positive Ansätze, doch entscheidend bleibt die Umsetzung, die Finanzierung und der politische Wille. Es bleibt also spannend, wie sich alles entwickeln wird und ob die Versprechen auch in der Realität ankommen.
In einem breiteren Kontext betrachtet, könnte man auch die Stimmen aus der Bundesebene heranziehen. Sören Hartmann, Präsident der deutschen Tourismuswirtschaft, hat den Koalitionsvertrag von Union und SPD als wichtige Weichenstellung für die Branche bezeichnet. Auch hier wird der Bürokratieabbau als essenziell erachtet, ebenso wie die Notwendigkeit, die Arbeitsfähigkeit der neuen Koalition schnell zu gewährleisten und eng mit den Wirtschaftsakteuren abzustimmen. Wenn wir uns das alles auf der Zunge zergehen lassen, wird deutlich, dass die Tourismuswirtschaft, die rund 4% der Bruttowertschöpfung in Deutschland ausmacht und 2,8 Millionen Menschen beschäftigt, in den kommenden Jahren vor spannenden, aber auch herausfordernden Zeiten steht.