Vietnam: Zwischen kulinarischem Aufschwung und Herausforderungen im Food-Business
Die Gastronomiebranche in Vietnam zeigt sich in ständiger Bewegung. Ein Blick auf den „Vietnam Food and Beverage Business Market Report 2025“ von iPOS.vn und Nestlé Professional offenbart eine spannende Entwicklung: Im Jahr 2025 wird die Branche voraussichtlich etwa 329.500 Betriebe umfassen. Ein Anstieg um 2,0 % im Vergleich zu 2024, aber das ist nicht alles. Es gibt auch Herausforderungen, denn bis Mitte 2025 werden über 50.000 Geschäfte schließen, was die Gesamtzahl auf rund 299.900 reduziert. Das klingt erst mal nach einem Rückschritt, aber die Prognosen deuten auf eine Erholung hin: Bis Ende 2025 könnte der Markt wieder auf etwa 329.500 Geschäfte anwachsen, mit einem weiteren Anstieg auf 333.600 bis 2026. Die Zahlen werfen ein interessantes Licht auf die Dynamik des Marktes.
In Vietnam ist die Betriebsdichte mit einem Betrieb pro 300 Einwohner die höchste in Südostasien. Das ist durchaus beeindruckend! Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass die Expansion durch Filialeröffnungen nicht mehr so einfach mit Wertschöpfung gleichzusetzen ist. Hohe Betriebskosten und eine diversifizierte Kaufkraft machen es für viele Betriebe schwierig, langfristig profitabel zu bleiben. Investoren konzentrieren sich zunehmend auf Ketten mit bewährten Betriebssystemen. Und die Fusionen und Übernahmen im Lebensmittel- und Getränkesektor nehmen zu – ein klarer Hinweis auf die sich verändernden Marktbedingungen.
Franchising im Wandel
Der Franchisemarkt in Vietnam erlebt ebenfalls einen Umbruch. Die Anzahl der Franchiseverträge ist nicht mehr das einzige Maß für den Erfolg. Stattdessen wird das Monetarisierungspotenzial einer Marke vor einem Kauf immer wichtiger. Ein Beispiel ist Mixue, eine chinesische Kette, die 2025 unrentable Filialen schloss und den Betrieb bestehender Filialen optimierte. Das Master-Franchise-Modell gewinnt an Bedeutung, da Partner Unterlizenzen vergeben können. Doch aufgepasst: Ein ernstzunehmendes Franchisesystem sollte mindestens sechs essentielle Elemente bieten, wie ein Mustergeschäft und nachgewiesene Wirtschaftlichkeit. Das klingt nach einem soliden Ratschlag, den man nicht ignorieren sollte!
Im Foodservice-Sektor, der alle gastronomischen Einrichtungen umfasst, von Restaurants über Cafés bis hin zu Takeaway-Stationen, wird die Nachfrage durch eine Bevölkerung von über 100 Millionen und steigende Einkommen befeuert. Im Jahr 2025 werden die durchschnittlichen monatlichen Einkommen auf 8,4 Millionen VND steigen – das sind etwa 8,9 % mehr als im Vorjahr. Höhere Kaufkraft führt dazu, dass immer mehr Menschen bereit sind, in Restaurants zu essen und neue, spannende Menüs auszuprobieren. Das ist doch eine tolle Nachricht für die Branche!
Die Entwicklung von Cloud-Küchen
Ein weiteres Phänomen, das in Vietnam an Fahrt gewinnt, sind die Cloud-Küchen. Diese „Geisterküchen“ bieten gewerbliche Küchen für Lieferung oder Abholung an, ohne Gäste vor Ort. Sie sind das am schnellsten wachsende Segment im Foodservice-Markt. Laut den Prognosen könnte der Marktwert bis 2031 auf beeindruckende 45,21 Milliarden USD anwachsen. Die Entwicklung von Gewerbeimmobilien und die steigende Akzeptanz von Lieferdiensten unterstützen diesen Trend. Besonders in Ho-Chi-Minh-Stadt, wo internationale Konzepte und digitale Marken florieren, sieht die Zukunft vielversprechend aus.
Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen: Übermäßiges Wachstum kann den Markenwert mindern, wenn die Qualität schwankt. Falsche Standortwahl und optimistische Umsatzprognosen führen oft zur Schließung von Filialen. Ein gutes Finanzmodell ist daher unerlässlich. Schließlich gibt es kein sicheres Rezept für den Erfolg, auch wenn eine starke Marke oft als Garant für Gewinne angesehen wird. Die Kunst liegt darin, die richtige Balance zwischen Expansion und Qualität zu finden.
In einem Markt, der sich ständig wandelt, bleibt abzuwarten, wie die Akteure der Branche auf die Herausforderungen reagieren werden. Die Gastro-Szene in Vietnam hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt, und es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Trends weiter entfalten. Egal ob lokale Spezialitäten oder internationale Küche, die Möglichkeiten sind vielfältig und das Potenzial ist riesig. Und wer weiß, vielleicht wartet das nächste große kulinarische Abenteuer gleich um die Ecke!
